Wer Stege am Chiemsee nutzt, zahlt Gebühren

Die beiden Stege für die Insulaner-Boote in Gstadt. Links der Fährdamm. Thümmler

Stege zum Anlegen der Insulaner-Boote, der Fährdamm und die Parkplätze am Uferdamm: Für die Fraueninsel sind diese Anlagen am Festland in Gstadt lebensnotwendige Standorte. Der Gemeinderat Chiemsee hat jetzt mit einer privatrechtlichen Benutzungsordnung eine Regelung geschaffen.

Fraueninsel/Gstadt – Auf zwei großen Tafeln wird an der Uferpromenade Gstadt bereits jetzt auf die Benutzungsordnung hingewiesen. Der Gemeinderat musste sich in vielen Jahren allerdings immer wieder mit Unregelmäßigkeiten auseinandersetzen – unter anderem mit Diebstählen von Außenbordmotoren. Daher war nun der Beschluss für den Erlass einer Benutzungsanordnung erforderlich.

So sollen die beiden Insulaner-Stege an der Uferpromenade zur Sicherheit eine Beleuchtung erhalten und auch mit einer Video-Anlage gegen Diebstahl überwacht werden können. Letztere Maßnahme muss allerdings aus rechtlichen Gründen noch überprüft werden.

Verordnung regelt Benutzung

Die beiden längeren Stege vor der Uferpromenade und der kürzere bei der Fähranlegestelle dienen für die Einwohner und Gewerbetreibenden der Gemeinde Chiemsee als kurzfristige Anlegemöglichkeit ihrer Wasserfahrzeuge. Sie sind keine Dauerliegeplätze. Neu ist, dass die Benutzung der Steganlagen jetzt entgeltpflichtig ist. So wird für die Benutzung der Steganlagen ein jährliches Benutzungsentgelt erhoben. Bei der Gemeinde Chiemsee kann eine Jahreskarte, begrenzt auf ein gemeldetes Boot, beantragt werden. Dafür gibt es Aufkleber, die für die Boote, am jeweiligen Boot angebracht werden müssen. Sie werden alle Jahre neu ausgestellt.

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Während ansonsten, abgesehen von Ausnahmen, am Chiemsee kein Boot mit einem benzinbetriebenen Motorboot fahren darf, gibt es für die Bewohner der Herren- und Fraueninsel keine Beschränkung. Jeder auf der Insel wohnende Bürger der Gemeinde Chiemsee hat mit 18 Jahren das Recht auf die die Zulassung eines solchen Motorbootes – ausgestellt vom Landratsamt Traunstein. Allerdings müssen sich die Bootsbetreiber um einen Liegeplatz auf den Inseln selbst kümmern.

Der Fährdamm darf zum Ein- und Aussteigen und zum Be- und Entladen der Wasserfahrzeuge benutzt werden. Ein Parken ist nicht erlaubt, wie auch eine öffentliche Slipanlage dort nicht bestehen darf. Am Fährdamm, westlich der Bootswerft, hat die Gemeinde zudem auch Parkplätze für die Insulaner ausgewiesen, für die ein jährliches Benutzungsentgelt erhoben wird.

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Die Einwohner und Gewerbetreibenden können bei der Gemeinde einen jährlich gültigen Parkschein beantragen. Die Benutzungsordnung sieht auch Maßnahmen gegen Verstöße vor. So ist die Gemeinde berechtigt, ein erhöhtes Benutzungsentgelt und ein befristetes und in Einzelfällen unbefristetes Benutzungsverbot für die Parkplätze und Steganlagen auszusprechen. Die Höhe der Benutzungsentgelte für die kurzfristigen Nutzungsüberlassungen lauten wie folgt: Das jährliches Benutzungsentgelt für eine Anlegestelle für ein Wasserfahrzeugbeträgt 30 Euro netto (Erstverstoß einmalig: 50 Euro netto, wiederholter Verstoß: 100 Euro netto). Die Benutzung des Uferdamms in Gstadt mit Kraftfahrzeugen kostet jährlich für ein Kraftfahrzeug 200 Euro netto (Erstverstoß einmalig: 50 Euro netto; wiederholter Verstoß: 100 Euro netto).

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