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Heimat-Interview

Stefanie Hertels Stückerl heile Welt liegt im Achental

Zwar nicht im Achental, aber in Aschau hat Stefanie Hertel an der Prien ein Bankerl gespendet.
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Zwar nicht im Achental, aber in Aschau hat Stefanie Hertel an der Prien ein Bankerl gespendet.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Achental – Seit 20 Jahren lebt Stefanie Hertel im Achental. Die Chiemgau-Zeitung sprach im Rahmen der Serie Heimat-Interviews mit ihr über ihr Leben abseits der Bühne im Chiemgau, wie sie den Corona-Lockdown erlebt hat, und warum sie sich als Schlagersängerin auch politisch äußert.

Was ist denn für Sie mehr Heimat: Der Chiemgau oder das Vogtland?

Stefanie Hertel: Das kann ich gar nicht genau sagen, in meiner Brust schlagen zwei Herzen. Im Vogtland bin ich natürlich tief verwurzelt, weil ich dort aufgewachsen bin und meine Familie dort lebt. Da gibt es natürlich ganz viele enge Bezugspunkte und es ist wirklich schön dort. Ich war jetzt erst für ein paar Wandertage da und hab es noch einmal von einer ganz neuen Seite kennengelernt.

Aber ich lebe nun schon bereits seit mehr als 20 Jahren im Chiemgau und bin hier ebenfalls sehr verwurzelt. Gerade im Achental haben mich die Menschen so liebevoll aufgenommen, dass ich mich sehr wohl fühle. Sie sind so herzlich und aufgeschlossen. Auch hier habe ich viele Freunde und wenn ich die sehe, geht mir das Herz auf. Letztlich geht es für mich beim Heimatgefühl um die Menschen, die mir wichtig sind.

Hat es mal eine Rolle gespielt, dass Sie ein „Ossi“ im Westen waren?

Hertel: Nein, bei mir persönlich nicht. Es gibt wohl überall Menschen, die nicht gern über den Tellerrand und dann schimpfen, wenn sie mit ihrem Leben unzufrieden sind. Sowohl im Osten als auch im Westen. Ich bin selbst so viel rumgekommen in ganz Deutschland und freue mich lieber über das Verbindende, statt mich mit dem Trennenden aufzuhalten. Vorurteile, weil man einmal eine Erfahrung gemacht hat oder irgendetwas gehört hat, das ist mir echt zu kleinkariert.

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Sie haben Sie öffentlich zu den rechten Ausschreitungen in Chemnitz 2018 positioniert. Wie waren die Reaktionen darauf?

Hertel: Viele kennen mich als Sängerin und Moderatorin, aber ich bin auch ein Mensch und habe eine Meinung. Und die sage ich auch. Mir war das einfach ein Bedürfnis, meinen Unmut kundzutun, um für Freiheit und Mitmenschlichkeit einzutreten.

Würden Sie sich das auch von Kollegen wünschen?

Hertel: Ich hab den Eindruck, dass sich viele Kollegen sehr klar positionieren. Ob man er das öffentlich tut, entscheidet jeder für sich selbst. Was noch viel wichtiger ist, ist nicht nur reden, sondern auch entsprechend zu handeln. Da würde ich mir wünschen, das noch mehr passiert. Aber das betrifft alle Menschen, nicht nur unsere Branche.

Ist das nicht ein Widerspruch zur Schlagerbranche, in der es viel um Harmonie geht?

Hertel: Das ist ein Irrglaube. Volksmusik ist keine reine Lobhudelei auf das Schöne, bei der man das Negative wegkehren möchte. Natürlich kann und will man mit Musik und auf andere Gedanken kommen und sich ablenken. Musik heißt auch Spaß, Party machen, tanzen. Das gilt aber ebenso für Pop- und Countrymusik. Aber das Leben hat auch andere Seiten, die ebenfalls besungen werden. Auf jedem meiner Alben gibt es zwei drei Lieder, in denen es auch um ernste Themen geht. Wer mich kennt, hätte eh nix anderes erwartet.

Um Sie schwirren ständig Menschen, Sie haben einen vollen Terminkalender. Wie kommen Sie eigentlich mal zur Ruhe?

Hertel: Das Achental ist der beste Ort dafür. Allein wenn ich morgens aufstehe und die Berge sehe, erdet einen das schon. Für mich ist das ein absolutes Runterkommen, wenn ich auf den Berg gehe oder mit dem Radl rauf fahre.

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Wie oft kommen Sie dazu?

Hertel: Jeden Morgen gehe ich mit meinen Hunden raus und wir sind an der Ache oder auf dem Berg unterwegs. Außerdem versuche ich, jede Woche mindestens eine Tour zu machen. Auch wenn das dann eher kürzere sind, auch mal zu einem Radlstammtisch oder nur so zur Hütteneinkehr.

Was sind denn Ihre Lieblingsorte im Chiemgau?

Hertel: An der Tiroler Ache gibt es ganz tolle und romantische Plätze, außerdem mag ich die Chiemhauser Alm sehr gerne. Und natürlich den Chiemsee und die Fraueninsel, die ich sehr liebe und auf der ich gern mal einen Nachmittag verbringen.

Wie haben Sie den Lockdown erlebt?

Hertel: Wir haben daheim nicht Däumchen gedreht, sondern waren sehr kreativ. Neue Songs haben wir geschrieben und geübt, außerdem auf Social Media viel Neues gemacht. Obwohl die meisten Auftritte abgesagt oder verlegt werden mussten, Aber es war es für uns als Familie trotzdem eine sehr entspannende Zeit.

Haben Sie manchmal die Sorge, dass es im zweiten Corona-Sommer im Chiemgau zu voll wird, Stichwort Overtourism?

Hertel: Ich glaube eigentlich nicht, dass das passiert und freue mich, dass viele Deutsche ihre eigene Heimat neu entdecken. Es hat sich auch in den vergangenen Jahren viel entwickelt, was vorher vielleicht etwas altbacken anmutete. Da mag sich schon der eine oder andere gesagt haben: Da flieg ich lieber nach Mallorca, weil das dort etwas cooler und moderner ist. Dabei hat der Chiemgau für Natur- und Sportfreunde einiges zu bieten: Wassersport, Bergtouren, Badespaß - ist doch toll, dass man nicht erst in den Flieger steigen muss, um das zu erleben.

Was haben Sie heuer in Ihrem Urlaub geplant?

Hertel: Wir fahren nicht weit weg, sondern ins benachbarte Tirol und werden da ein paar Tage verbringen. Wegen der Hunde fliege ich ohnehin nicht mehr.

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