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Hitziger Streit um Flächen bei Staudach-Egerndach

Drainagen im Feuchtgebiet: Heftige Kritik von Umweltschützern – Landwirte wehren sich

Die Entwässerungsgräben im Staudach-Egerndacher Filz sorgen für einen hitzigen Streit zwischen Umweltschützern und Landwirten.
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Die Entwässerungsgräben im Staudach-Egerndacher Filz sorgen für einen hitzigen Streit zwischen Umweltschützern und Landwirten.
  • VonKilian Pfeiffer
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Vier Landwirte, die im Staudach-Egerndacher Filz Entwässerungsgräben in einem Feuchtgebiet gezogen haben, wehren sich gegen Vorwürfe von Umweltschützern.

Staudach-Egerndach/Traunstein – „Die Flächen waren bereits alle drainiert. Wir haben lediglich bestehende Drainagen erneuert“, sagt der BBV-Ortsobmann von Staudach-Egerndach auf Anfrage. Dem Vorwurf, alle Flächen lägen in FFH-Gebieten, widerspricht der Ortsobmann entschieden. Alles sei „rechtens und stellt keinerlei Verstoß dar“.

Die Arbeiten an den Entwässerungsgräben hatten vor rund fünf Wochen stattgefunden. „Am zweiten Tag kamen ein paar Leute vorbei und haben Fotos mit ihren Handys gemacht“, erinnert sich der BBV-Vertreter. Vier weitere Tage später, und nach einer Anzeige eines Naturschützers, sei ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Traunstein erschienen. „Unsere Maßnahmen wurden nicht eingestellt.“ Lediglich eine der Flächen befinde sich in einem FFH-Gebiet.

Die Bestandspläne der Drainagen stammen aus den 1940er-Jahren.

Für den Ortsobmann ist klar: Die Eigentumsflächen sollen in vernünftigem Zustand bleiben. „Die Drainagen stammen aus den 1940er-Jahren. Sie waren baufällig und verklaust. Wir haben sie lediglich wieder instand gesetzt.“ Den Beweis dazu könnten Luftbilder der vergangenen Jahre erbringen. Behauptungen, drei Millionen Euro seien in die Wiedervernässung der Flächen investiert worden, welche nun wieder trockengelegt wurden, seien „völlig falsch“. So waren laut dem Obmann von Staudach-Egerndach zwar Mittel aus dem LIFE-Projekt in Staudach verwendet worden, „jedoch wurden damit Flächen entbuscht, die mindestens 500 Meter entfernt liegen“. Renaturierungen beziehungsweise Wiedervernässungen seien in der Gemeinde Bergen durchgeführt worden, „nicht bei uns“. 

LBV mit heftiger Kritik an Drainage – Fachliche Bewertung aber erst „nach Abschluss des Verfahrens“

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatte die Drainage-Maßnahmen heftig kritisiert, einen Rückbau gefordert und sich dabei auf das Bayerische Naturschutzgesetz berufen. Eingeschaltet wurde auch die Untere Naturschutzbehörde. Auf Nachfrage heißt es dort, die Angelegenheit werde geprüft. „Im Rahmen des Verfahrens erfolgt eine fachliche Begutachtung.“ Alle Beteiligten würden angehört und Fachstellungnahmen weiterer Behörden eingeholt. Die Pressestelle des Landratsamtes teilt mit, eine fachliche Bewertung könne erst „nach Abschluss des Verfahrens vorgenommen werden“. 

Briefe von der Unteren Naturschutzbehörde haben die betroffenen Landwirte inzwischen erhalten, bestätigt der Ortsobmann von Staudach-Egerndach. Er sagt: „Rechtlich hat man gegen uns nichts in der Hand. Wir wollen unsere Flächen bewirtschaften und werden die Sache aussitzen.“ Im Vorfeld der Maßnahme habe es keine Kontaktaufnahme zur Unteren Naturschutzbehörde gegeben.

Kritik äußert der Ortsobmann auch an der medialen Berichterstattung. „Unser Hinwirken hat dazu geführt, dass einige Medien Beiträge wieder gelöscht und entschärft haben, weil Teile davon einfach nicht richtig waren.“ Drainieren koste einen „Haufen Geld. Wir würden viel lieber auf guten Ackerböden arbeiten, müssen aber auf feuchten Flächen unser Werk verrichten. Deshalb muss es auch möglich sein, diese herrichten zu können“, so der Landwirt.

Bis Ende April hatten die Landwirte Zeit, auf den Brief der Unteren Naturschutzbehörde Stellung zu nehmen.

kp

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