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Traditionspflege in Coronazeiten

Starkbierfest geht online: Traunsteiner Hofbräuhaus will auf Tradition nicht verzichten

  • vonGünther Buthke
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Auf das traditionelle Politiker-Derblecken beim Traunsteiner Starkbierfest musste trotz Corona niemand verzichten: Das Hofbräuhaus verlegte die beliebte Veranstaltung einfach ins Internet.

Traunstein– Auf keinen Fall auslassen wollte das Hofbräuhaus Traunstein in Pandemiezeiten sein traditionelles Traunsteiner Starkbierfest. Deshalb wurde das zwölfte seiner Art am Samstag auf der Homepage der Brauerei und auf einigen sozialen Kanälen digital ausgestrahlt, zum Beispiel auf Youtube. Höhepunkt war die deftige Fastenpredigt von Albert Rosenegger. Mit Unterstützung seiner Frau Birgit zapfte Bräu Maximilian Sailer ein Fass Starkbier an. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten die „Hallgrafen Musikanten“.

„Uns hoit koa Corona-Diktatur auf“

Bräu Maximilian Sailer wies in seiner Begrüßung auf den Vorteil des digitalen Starkbierfestes hin, denn so konnte er „viel mehr als die üblichen 200 Gäste“ im historischen Hofbräuhaussaal begrüßen. „Praktisch das ganze Universum“, wie er meinte: „Uns hoit koa Corona-Diktatur auf.“ Aufs Kron nahm der Bräu im Folgenden „die Merkelwürdige aus Berlin“, „den frängischen Söderbaren“ und den „Kurzsichtigen aus Wien“.

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Traditionell sei dennoch heuer gar nichts; fand Albert Rosenegger. Im Grunde sei das Starkbierfest eigentlich nichts Anderes, als das von Stadträten propagierte digitale Bürgerforum, „wo dann jeder querdenkende Bürger online rumstänkern“ könne. „Ich bin kein Querdenker“, sinnierte Rosenegger, „Ich denke länglich, oftmals horizontal, allerdings mit relativ geringem Horizont.“ Gekonnt verband er das aktuelle politische Geschehen mit Anekdoten aus der Brauerei-Szene: Man sei dahinter gekommen, dass man aus einer Flasche Impfserum bis zu sieben Spritzfüllungen herausbringe. Beim Bierausschank kenne man ähnliche Tricks: So habe einst schon ein Schankkellner auf dem Oktoberfest verstanden, aus einem Hundert-Liter-Hirschen 120 bis 130 Liter zu zapfen.

Albert Rosenegger hielt die Fastenpredigt.

Dann bekamen die kommunalen Politiker ihr Fett weg: So sei, fand Rosenegger, unter den Bieren des Hofbräuhauses für die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl wohl keine akzeptable Sorte dabei, „weil wir kein italienisches Bio-Braugetreide importieren“.

Ramsauer: Mit dem Einkaufswagerl durch die Traunpassage

Sicher war sich Rosenegger, dass der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer wieder für die CSU kandidiere: Als Seniorenbeauftragter für in die Jahre gekommene Abgeordnete. Man treffe sich dann in der Bundestagsmensa zum Memory spielen. Denn: „Was täte er daheim in Traunwalchen? Wirtschaftspolitische Trübsal blasen und zweimal in der Woche mit seiner Susanne in der Traunpassage Einkaufswagerl schieben?“

Stießen auf das digitale Traunsteiner Starkbierfest an: Birgit Sailer, Bräu Maximilian Sailer und sein Vater Bernhard (vorn von links). Im Hintergrund die „Hallgrafen Musikanten“.

Auch Dr. Bärbel Kofler wolle wieder für die SPD in den Bundestag einziehen und die von ihrer Partei geforderte Frauenquote mit entsprechender Intelligenz versehen. Den CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner forderte er auf, sich wieder mehr aktiv in die Politik einzuschalten und als gestandener Altbayer der Übermacht von Schwaben und Franken die Stirn zu bieten. Ansonsten müsse er sich „langsam als schützenswertes exotisches Exemplar“ vorkommen, das man auf der roten Liste wiederfinde. Landrat Siegfried Walch fragte er, ob er schon „ein Amtsjahr ohne Katastrophe“ gehabt habe.

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Wobei er nicht solche meine, die er verursacht habe, sondern allgemein emporsteigendes Unheil. Unter den Rettungsorganisationen werde er schon als „Katastrophen-Sigi“ bezeichnet. Eine solch „liebevolle Anrede“ müsse man sich erst erarbeiten. Das Landratsamt verglich er mit einer Legehennenbatterie: Auf allen Etagen brüte man und lege Eier und freue sich, wenn etwas ausschlüpfe. Auch Dinosauriereier wie den Campus Chiemgau.

Ein Orden für Peter Altmaier

Überzeugt sei er von der bisherigen Stadtpolitik von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. Eine Jury, die die Leistungen von Amtsträgern beurteilt, habe ihn nach der populären Essensgutschein-Aktion bereits mit knapp 100 Punkten bewertet. „Die unglücklich eingefädelte Kreuz-Aktion am Traunstein“ und „ die Mega-Schnapsidee, ein Riesenrad am Salinenpark installieren zu lassen“ hätten ihn aber wieder 80 Punkte Abzug gekostet.

Wie immer am Schluss des Starkbierfests verliehen Rosenegger und Sailer den Orden „Für nix und wieder nix“ an eine schillernde Persönlichkeit. Dieser ging an Merkels „Riesenbaby“ Peter Altmaier.

Rubriklistenbild: © Buthke

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