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Gemeinde Übersee

Wie eine stählerne „Seekuh“ den Chiemsee von Unterwasserpflanzen befreit

Im Feldwieser Hafen frisst die zwölf Meter lange sogenannte Seekuh wuchernde Untzerwasserpflanzen.
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Im Feldwieser Hafen frisst die zwölf Meter lange sogenannte Seekuh wuchernde Untzerwasserpflanzen.

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen fordert die Gemeinde Übersee ein Spezialboot an, um den Grund des Chiemsees von üppig wuchernden Pflanzen zu befreien.

von Wolfgang Gasser

Übersee – Beeindruckt und interessiert stehen die Kinder am Ufer, auch einige Radfahrer steigen ab und bestaunen das rappelnde Ungetüm. Zwischen den Bootsstegen im Feldwieser Hafen, knapp vorbei an bunten Ruder-, Elektro- und Segelbooten schnaubt und tuckert die stählerne „Seekuh“ über das Wasser des Bayerischen Meeres.

Üppig wuchernde Unterwasserpflanzen im Bereich des Hafenbeckens und der Mündung des Überseer Baches müssen gestutzt und entnommen werden, um auch weiterhin das Anfahren der Bootsanlegestellen zu ermöglichen.

Seit 1982 im Einsatz

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen fordert die Gemeinde dieses Spezialboot an, das vom Wasserwirtschaftsamt zur Gewässerunterhaltung in öffentlichen Bereichen wie Anlege- und Badestellen eingesetzt wird. Bereits seit 1982 ist die zwölf Meter lange „Seekuh“ auf dem Chiemsee im Einsatz, seit 2016 hat sie Verstärkung durch das Schwester-Mähboot „Krautinsel“ bekommen.

Bauhofmitarbeiter entsorgen Mähgut

Mit je zwei Mann Besatzung sind die exotischen Geräte auf dem gesamten Chiemsee unterwegs, wobei klar definierte Bereiche je nach Bedarf gemäht, andere allerdings aus Naturschutzgründen komplett ausgespart werden. Gemächlich rangiert das auffällige Gefährt durch das Hafenbecken, zieht entlang der Bootsstege seine Bahnen und lässt den Unterwasser-Mähbalken seine Arbeit verrichten. Das per Förderband an die Oberfläche transportierte Mähgut – vorwiegend hochwüchsige Laichkrautarten – wird vom Mähboot aus am Ufer abgelegt und von Bauhofmitarbeitern der jeweiligen Kommune entsorgt.

Um die Arbeiten so umweltschonend wie möglich abzuwickeln, wurde bereits vor Jahren eine FFH-Verträglichkeitsprüfung mit besonderem Augenmerk auf den Schutz der bis zu 40 unterschiedlichen Unterwasserpflanzen durchgeführt.

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Auf Grundlage dieser Prüfung werden unter anderem verschiedene Mähtiefen eingehalten, bestimmte Gewässer- und Wuchszonen geschont und möglicherweise maschinell aufgenommene Fische ausgespült und in den See zurückgesetzt.

Wie auch in der Landwirtschaft ist auch im Bereich der Gewässerpflege stetiger Arbeitseinsatz nötig, um reibungslose Abläufe zu ermöglichen, das Zusammenwirken von Natur und Mensch sinnvoll zu gestalten und die Schönheit unserer Heimat dauerhaft zu erhalten.

Im September wird die Mahd mit den beiden Booten eingestellt, erst im Juni des nächsten Jahres gehen die zwei Chiemsee-Exoten wieder an die Arbeit.

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