Traunstein trauert um Papst-Bruder Georg Ratzinger: Besondere Verbindung zur Stadt

Mit dem Tod von Georg Ratzinger verliert Traunstein einen hoch geschätzten, ehemaligen Mitbürger. In der Stadt hat er "seine große musikalische Karriere als Chordirektor begonnen und hier tiefe Spuren hinterlassen", sagt Oberbürgermeister Christian Hümmer.

  • Der Papstbruder Georg Ratzinger lebte zeitweise in Traunstein.
  • Sieben Jahre war Ratzinger als Chorregent in der Stadt tätig.
  • Eine Tafel erinnert an die ehemalige Wohnung des Papstbruders.

  • Traunstein – Er reagierte damit auf die Nachricht vom Tod des Bruders des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. reagiert. Ratzinger war im Alter von 96 Jahren in Regensburg verstorben.

    Von 1957 bis 1964 war Ratzinger als Chorregent in Traunstein tätig

    „Die Gedanken vieler Traunsteinerinnen und Traunsteiner gehen in diesen Tagen nach Rom. Im Namen unserer Stadt spreche ich Papst Benedikt emeritus mein aufrichtiges Beileid aus. Die enge Verbindung der beiden Brüder und zuletzt die Reise des emeritierten Papstes nach Regensburg lassen uns nur erahnen, wie schmerzlich der Verlust für ihn sein muss“, so Hümmer in einer offiziellen Erklärung.

    Von 1957 bis 1964 war der nun Verstorbene in der Stadtpfarrkirche St. Oswald als Chorregent tätig, bevor er die weltberühmten Regensburger Domspatzen übernahm und diese 30 Jahre lang erfolgreich leitete.

    Die Dienstwohnung Ratzingers war in der Mittleren Hofgasse

    „Mein Bruder gab sich leidenschaftlich der Musik hin, die sein besonderes Charisma ist.“ Das schrieb 1998 der damalige Kardinal Joseph Ratzinger in seinem Buch „Aus meinem Leben“.

    Georg Ratzinger (links) mit dem damaligen Traunsteiner Oberbürgermeister Fritz Stahl nach der Enthüllung der Papstbüste vor der Kirche St. Oswald am 8. Juli 2007.

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    Seine Dienstwohnung hatte Georg Ratzinger in der Mittleren Hofgasse 24, im Volksmund auch „Predigerhäusl“ genannt. Anfang Juni 1959 nahm er dort seine Eltern zu sich. Im selben Jahr verstarb dort sein Vater, im Jahr 1963 die Mutter. Beide wurden zunächst in Traunstein beigesetzt, 1974 exhumierte man deren sterbliche Überreste und überführte sie auf den Friedhof bei Pentling.

    „Hier wohnte Joseph Ratzinger von 1937 bis 1951"

    Die Familie Ratzinger war 1937 in ein „Bauernsachl“ in Hufschlag (Gemeinde Surberg) gezogen. Nach mehrfachen Umzügen fanden die beiden Brüder dort eine neue Bleibe – „für uns Kinder war sie ein Paradies.“ (Joseph Kardinal Ratzinger, „Aus meinem Leben“, 1998). Am 30. Juni 2005 enthüllte dort Prälat Georg Ratzinger eine Gedenktafel mit der Inschrift „Hier wohnte Joseph Ratzinger von 1937 bis 1951. Am 19. April 2005 zum Papst Benedikt XVI. gewählt.“

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    Prägend war für die Brüder Georg und Joseph Ratzinger auch die Zeit im Erzbischöflichen Studienseminar auf der Wartberghöhe in Traunstein. Viele Jahre später – bevor Joseph Ratzinger der erste bayerische Papst wurde – verbrachten die beiden dort regelmäßig die Tage zwischen Neujahr und Heilig-Drei-König. re

    Rubriklistenbild: © Niko Oberkandler / Stadt Traunstein

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