Stadt erwägt Verlängerung

Über eine Verkehrsentlastung in den Wohngebieten diskutiert der Stadtrat. Eine Möglichkeit ist die Fortführung der Südspange (unser Bild). Bislang endet sie an der Axdorfer Straße. Sie könnte bis zur Chiemseestraße weitergeführt werden. Foto Wz
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Über eine Verkehrsentlastung in den Wohngebieten diskutiert der Stadtrat. Eine Möglichkeit ist die Fortführung der Südspange (unser Bild). Bislang endet sie an der Axdorfer Straße. Sie könnte bis zur Chiemseestraße weitergeführt werden. Foto Wz

Die Stadt Traunstein zieht weiter in Erwägung, die Südspange im Südwesten zu verlängern. Auch hält sie nach wie vor den Bau eines Kreisverkehrs an der Wegscheid für erforderlich.

Mehrheitlich hat der Stadtrat am Donnerstag beschlossen, beide Projekte weiter zu verfolgen.

Traunstein - Vor drei Jahren hatte die Stadt ein Verkehrsgutachten für die Region "Traunstein West" in Auftrag gegeben. 2013 folgten dann Verkehrszählungen in dem Bereich. Gegenstand des Gutachtens waren vor allem die Ermittlung der aktuellen Verkehrsmengen sowie eine Prognoseberechung für das Jahr 2025, die Ermittlung und Prognose von verkehrlichen Entwicklungen im Falle einer Fortführung der Südspange zwischen Axdorfer und Chiemseestraße sowie die Darstellung möglicher verkehrlicher Auswirkungen bei der Schaffung eines Kreisverkehrsplatzes an der Wegscheid. Das Gutachten liegt jetzt vor.

Nach der Diskussion waren sich die Stadträte am Donnerstag mehrheitlich einig, die Perspektive auf eine Südwest-Tangente als Verlängerung der Südspange zu schärfen. Sie würde insbesondere die Chiemsee- und die Rupertistraße deutlich entlasten, gerade auch der Verkehr aus Richtung Bergen müsste dann beispielsweise nicht mehr über die beiden Straßen fließen. In der Diskussion über einen Kreisverkehr an der Wegscheid differierten die Meinungen - nicht zuletzt aufgrund der zu erwartenden sehr hohen Kosten - deutlich.

Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte, dass die Verlängerung der Südspange eine Verkehrsentlastung in der Stadt bringen würde. Ein Kreisverkehr an der Wegscheid würde hingegen Verkehr von Traunstein nicht fernhalten.

Wilfried Schott (Grüne) beantragte, über die beiden Straßenbaumaßnahmen einzeln abzustimmen. Insgesamt müsse man auch sehen, welche Entwicklung die Region genommen habe. "Aber der Verkehr gehört nicht in die Wohngebiete. Die Verkehrsinfrastruktur muss standhalten mit der Gesamtentwicklung der Stadt", betonte Dr. Hümmer in seinem Plädoyer für eine Forcierung der Planung für eine Fortführung der Südspange zwischen Axdorfer Straße und Chiemseestraße.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) wies darauf hin, dass in den kommenden Jahren weitere Wohn- und Gewerbegebiete in den betroffenen Teilen Traunsteins ausgewiesen würden. Eine Verlängerung der Südspange sei deshalb sinnvoll. "Aber das eine ist genauso wichtig wie das andere." Man brauche die Südwest-Tangente aber in jedem Fall.

Walburga Mörtl-Körner (Grüne) sagte, ihre Fraktion wolle "möglichst weiteren Verkehr vermeiden". Jede neue Straße würde aber weiteren Verkehr anziehen. Sie wies darauf hin, dass bei einer Entwicklung der Gebiete im Süden das Gutachten bereits obsolet sei. Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste) betonte, dass die Stadt die neue Straße letztlich nicht brauche. Man stimme aber für den Kreisverkehr. Gleichzeitig regte er einen Kreisverkehr für Haslach an.

"Mit einem Kreisverkehr werden wir keine Entlastung schaffen. Wenn es zu ist, dann ist es zu", sagte Josef Kaiser (UW), der auch beruflich beim Staatlichen Bauamt Traunstein mit der Thematik beschäftigt ist. Der Kreisverkehr sei im Jahr 2010 mit 6,7 Millionen Euro veranschlagt worden. "Das sind jetzt zehn bis zwölf Millionen Euro für ein Luxusproblem, das verkehrstechnisch keine Entlastung bringt", sah er den Kreisverkehr in einer nachrangigen Priorität.

Die Stadträte beschlossen mehrheitlich, die Projekte weiter zu verfolgen. Für die Fortentwicklung der Südspange stimmten 18 Räte, dagegen sechs, für die Schaffung eines Kreisverkehrsplatzes an der Wegscheid votierten 16, dagegen acht. wz

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