Sportfischer rüsten sich für die Saison

Die Fischerjugend Prien freut sich auf die Zeit nach der Krise, um wie hier auf dem Bild vom vergangenen Jahr wieder gemeinsam etwas zu unternehmen.

Prien – Die Jahreshauptversammlung konnte am 29. Februar gerade noch stattfinden, bevor die einschränkenden Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus wirksam wurden.

In seiner Jahresbilanz zeigte damals der Vorsitzende Peter Steiger, dass die Schwerpunkte der Vereinsarbeit auch weiterhin in der Jugendarbeit und im Naturschutz liegen.

Als sich im Jahr 1979 einige motivierte Priener Angelfreunde entschlossen, einen Sportfischerverein zu gründen, stand die Jugendarbeit noch nicht im Fokus der Vereinsarbeit. Hans Axenböck, der mehr als 18 Jahre den Verein engagiert führte, erkannte, dass in der Jugend dessen Zukunft liegt. Mit den beiden neuen Jugendwarten, Max Dingler und Walter Hefter, trat auch eine eigene Jugendordnung in Kraft.

Jugendarbeit vermittelt Werte

Die Jugendabteilung des Sportfischervereins kann seitdem auf ein konstantes Wachstum zurückblicken. Die Fischerjugend, seit März 2019 unter neuer Leitung, ist seit der Vereinsgründung auf 51 Mitglieder angewachsen. Die Jugendwarte vermitteln nicht nur das Wissen um den Angelsport, sondern bringen Rüstzeug fürs Leben mit, wie soziale Kompetenz, Ausdauer und Geduld. Die vereinseigenen, fischreichen Gewässer wie der Priener Mühlbach, der Halfinger See, der Weingastsee bei Rosenheim und der Litzldorfer Bach bei Raubling können von der Jugend unter Aufsicht oder nach dem Ablegen der staatlichen Fischerprüfung befischt werden. Unter Anleitung erfahrener Fischer lernen sie den Umgang mit den Angelgeräten sowie rundherum alles, was zum Ablegen der Prüfung notwendig ist. Die zahlreichen Veranstaltungen des Vereins, wie die traditionellen Sportfischerveranstaltungen, Jugendfischertage oder das Priener Ferienprogramm werden immer gerne und zahlreich besucht. Besonders beliebt ist das Nachtfischen am Halfinger See oder die Übernachtung im vereinseigenen Bootshaus am Chiemsee. Beim Jugendzeltlager des Oberbayerischen Bezirksfischereiverbands 2019 in Übersee belegte die Priener Fischerjugend den dritten Platz bei 22 Teilnehmern. Geprüft wurden nicht nur Kenntnisse über die Angelgeräte, sondern auch Wissen über Wasserinsekten und Pflanzen, aber auch über Vögel und Tiere am und im Wasser. Als nächste Aktion ist der Bau von Vogelnistkästen geplant, die in den umliegenden Wäldern aufgehängt werden. Ihre Naturverbundenheit zeigen die Priener Sportfischer mit der Hege und Pflege der Vereinsgewässer. Dafür gab es Anfang des Jahres ein großes Lob von den Fachberatern für Fischerei des Bezirks Oberbayern, der Landesanstalt für Fischerei. Sie lobten die Nachhaltigkeit der Gewässerbewirtschaftung am Mühlbach. Er bietet vielen geschützten Tierarten wie der Wasseramsel oder – noch seltener – dem Eisvogel einen Überlebensraum. Auch unter Wasser, so stellte die Landesanstalt fest, findet man äußerst selten gewordene Tierarten, wie die Mühlkoppe, den Perlfisch oder die Flussmuschel. Stark bedroht durch Aussterben ist die Äschenpopulation in den bayerischen Flüssen und Bächen. In den heimischen Gewässern gibt es nur noch geringe Restbestände. Gewässerverschmutzung, Stauwehre, Flussbegradigungen und der Verlust der Laichplätze führen zur ständigen Reduzierung der Bestände, weshalb Äschen auf der „Roten Liste“ der bedrohten Tierarten stehen.

Im Priener Mühlbach ist die Äsche, auch aufgrund des großen Fressdruckes durch Kormorane und Reiher, fast ausgestorben. Der Sportfischerverein Prien hat sich deshalb den Erhalt dieses Fisches zur Aufgabe gemacht und ein Programm zur Arterhaltung entwickelt, das mit Mitteln des Landesfischereiverbandes Bayern gefördert wird. Ziel dieses Artenschutzprojektes ist der langfristige Aufbau und Erhalt eines dauerhaften Bestandes dieser bedrohten heimischen Fischart.

Vereinshüttesteht im Eichental

Ein großer Erfolg, mit zahlreichen Teilnehmern, ist der jährlich stattfindende Lehrgang für die staatliche Fischerprüfung. Der Unterricht wird von erfahrenen Angelfischern durchgeführt. Zu anderen Fischervereinen in den Nachbarorten bestehen freundschaftliche Verbindungen, die gepflegt und ausgebaut werden. Gesellschaftliche Ereignisse sind die jährlichen Traditionsfischen mit der Ermittlung des Fischer- und Jugendfischerkönigs, die Weihnachtsfeier und der Vereinsausflug. Die Vereinshütte befindet sich bei den Aufzuchtteichen im Eichental.

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