KIRCHENMUSIK

Prienerin Johanna Rosenwink ist jahrgangsbeste Kirchenmusikerin im Nebenberuf

Johanna Rosenwink ist glücklich: Sie darf nun Gottesdienste musikalisch gestalten, zum Beispiel in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Prien.
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Johanna Rosenwink ist glücklich: Sie darf nun Gottesdienste musikalisch gestalten, zum Beispiel in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Prien.
  • vonElisabeth Kirchner
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Johanna Rosenwink hat es geschafft: Sie hat die herausfordernde Ausbildung zur nebenberuflichen Kirchenmusikerin bei den Münchener Philharmonikern bestanden – als Beste. Nun darf sie die Gottesdienste musikalisch gestalten. Damit geht für die Bach-Liebhaberin aus Wildenwart ein Traum in Erfüllung.

Prien – Als Jahrgangsbeste der Erzdiözese München-Freising hat Johanna Rosenwink (22) aus Wildenwart ihr C-Examen als nebenberufliche Kirchenmusikerin bestanden. Zwei Jahre dauert die Ausbildung in der Münchner Philharmonie. Zwei Jahre, in denen sie mehr als sonst Orgel, Klavier und Dirigieren übte, und in denen viele Wochenenden Theorie- und Praxisstunden in Orgelspiel, Liturgie, Chorgesang und Kirchenmusik in Theorie und Praxis gewidmet waren. Dem Ganzen ging ein aufwendiges Auswahlverfahren voraus.

Sie hat einen vollen Terminplan

Für die Erfüllung ihres lang gehegten Wunsches musste Johanna Rosenwink ihren Arbeitstag und ihre Freizeit gut strukturieren: Die Kirchenmusikerin absolviert gerade neben ihrer Arbeit im Landratsamt Rosenheim eine zweijährige Weiterbildung zur Verwaltungsfachwirtin, zum anderen engagiert sie sich beim Wildenwarter Trachtenverein. Sie spielt außerdem Flügelhorn in diversen Ensembles, singt in der Capella Vocale Prien und geht sommers wie winters gern in die Berge.

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Vieles habe sie ihrem ehemaligen Chorleiter und Orgellehrer Rainer Schütz zu verdanken, der sie zum C-Kurs animiert habe, und dessen Nachfolger Bartholomäus Prankl, der sie bestens auf die Prüfung vorbereitet habe. Die Wurzeln ihrer Leidenschaft für Kirchenmusik und die Faszination für das Orgelspiel ruhen in ihrer Kindheit, ist ihr Vater Helmut doch Organist der Christkönigkirche in Wildenwart. „Da habe ich von klein auf die verschiedensten Klang- und Lautfarben der Königin der Instrumente mitgekriegt“, schwärmt die Kirchenmusikerin. Mit neun Jahren hat sie mit dem Klavierspielen angefangen. Seit gut zehn Jahren lernt sie Orgel, und schon als Kind hat sie im Kinderchor der Priener Pfarrkirche mitgesungen.

Während des zweijährigen C-Kurses bei den Münchner Philharmonikern beschäftigte sie sich mit elf weiteren Teilnehmern mit Harmonielehre, Dirigieren, Chorleitung, Orgelbaukunde, Kirchenmusikgeschichte, Musikliteratur, Orgelspiel, Liturgie, Chorgesang und Kirchenmusik und nahm einmal die Woche Einzelunterricht in Klavier- und Orgelspiel. Im Herbst 2020 – der Kurs hatte sich schon auf acht Partizipanten reduziert – stand das C-Examen an. „Schon sehr umfangreich“ sei die Prüfung gewesen.

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Anspruchsvolle Prüfung

Ihre Prüfungsliteratur auf der Orgel: die Fuge in g-moll von J.S. Bach, das Allegro aus der II Sonate von F. Mendelssohn Bartholdy und die Choralbearbeitung „Wunderschön Prächtige“ von Gereon Krahforst. Als Kantorin musste sie sich beweisen und mit dem Chor, der sich coronabedingt aus den anderen Kursteilnehmern zusammensetzte, innerhalb von 20 Minuten einen vierstimmigen Chorsatz einstudieren und dirigieren. Neben Komponist Max Reger schätzt Rosenwink Mozart und J.S. Bach. Nun darf sie als Aushilfsorganistin in Prien, Antwort, Wildenwart, in Frasdorf sowie in Umrathshausen in die Manuale greifen, die Pedale treten und ihren geliebten Bach spielen – das macht sie glücklich: „Bach verleiht jedem Gottesdienst Format.“

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