Sperrmüllflut verebbt: Am Wertstoffhof Prien hat sich Lage nach Corona-Staus normalisiert

Staugefahr herrschte wochenlang an der Einfahrt des Wertstoffhofs. Zeitweise durften nur fünf Bürger gleichzeitig mit ihrem Müll aufs Gelände. Inzwischen sind die Beschränkungen weitgehend zurückgefahren, Maskenpflicht gilt aber weiterhin.
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Staugefahr herrschte wochenlang an der Einfahrt des Wertstoffhofs. Zeitweise durften nur fünf Bürger gleichzeitig mit ihrem Müll aufs Gelände. Inzwischen sind die Beschränkungen weitgehend zurückgefahren, Maskenpflicht gilt aber weiterhin.
  • Dirk Breitfuß
    vonDirk Breitfuß
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Über eine Stunde mussten zuletzt Priener Bürger warten ,wenn sie ihren Müll zum Wertstoffhof gebracht haben. Wegen Zugangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Auflagen gab es lange Staus und Wartezweiten. Jetzt normalisiert sich die Lage wieder.

Prien – Solche Blechlawinen hat der Hohertinger Weg seit dem Doppeljubiläum von Feuerwehr und Blaskapelle vor einem Jahr im Festzelt nicht mehr gesehen. Den Corona-Lockdown nutzten viele Priener, ihre Keller auszumisten. Die Autos mit Sperrmüll und anderem Abfalls stauten sich zeitweise über eine Stunde vor dem Wertstoffhof. Jetzt normalisiert sich die Lage wieder.

Ende März blieb der Wertstoffhof eine Woche ganz geschlossen. Die Priener mussten ihren wiederverwertbaren Abfall irgendwo zuhause zwischenlagern. Dieser Abfallstau tat ein Übriges, dass sich mit der Wiederöffnung täglich lange Staus bildeten, die mitunter bis an die Bernauer Straße zurückreichten. Mitarbeiterinnen des Zweckverbands der kommunalen Verkehrsüberwachung regelten den Verkehr an der Einmündung der Alten Bernauer Straße, damit an dieser Kreuzung nicht alles wegen wartenden Pkw zum Stillstand kam.

Einige Wochen durften nur fünf Priener mit ihrem Auto oder Handkarren gleichzeitig auf das Gelände des Wertstoffhofs, damit die Mindestabstände auch eingehalten werden. Später wurden die Regeln schrittweise wieder gelockert, erst auf sieben, dann auf neun Bürger erweitert. Jetzt gibt es keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das Personal achtet aber darauf, dass nicht zu viele Autos gleichzeitig durchs Eingangstor kommen. Am Dienstag um 13 Uhr, wenn die Anlage nach dem Wochenende wieder auf macht, und samstags vormittags ist die Gefahr am größten, dass es noch zu Wartenzeiten kommen kann, erklärt Josef Messerer vom Personal der Marktgemeinde.

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Er lobt die Priener, weil sie sich in Stauzeiten in aller Regel sehr diszipliniert und geduldig verhalten hätten. Natürlich gingen die Wartenzeiten mit stinkendem Müll im Kofferraum auch dem ein oder anderen an die Nerven.

Auch an die Maskenpflicht halten sich die Priener. Wenn doch einmal einer beim Ausstiegen vergisst, Mund und Nase zu bedecken, genügt ein kurzer Zuruf des Personals.

Eine besondere Geduldsprobe war es für manche, unter den ersten Fünf in der Schlage zu stehen und doch noch lange auf Einlass zu warten. Das passierte, wenn diejenigen im Gelände dort erst anfingen, ihren Abfall zu sortieren. Messerer erinnert sich an einen Fall, als alle fünf Eingelassenen erst vor den Containern gleichzeitig ihren Müll trennten. es habe gut 20 Minuten gedauert, bis die nächste Fünfer-Serie nachrücken durfte. Messerer appelliert auch jetzt, wo sich die Zustände normalisiert haben, Abfall schon zuhause zu trennen, um nicht zu lange einen der Stellplätze im Wertstoffhof zu blockieren. Er selbst geht als gutes Vorbild voran und hat in seinen Haushalt fünf Eimer für verschiedene Müllarten, für die es im Wertstoffhof auch einzelne Container gibt. Plastikflaschen, weiße Joghurtbecher ohne Alureste sowie Verpackungen mit Alubeschichtung gehören zu den typischen Abfällen, die im System des Landkreises Rosenheim getrennt gesammelt und verwertet werden.

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Dass nicht wenige Priener Corona-bedingte Zwangspausen genutzt haben, um endlich mal wieder im Keller oder auf dem Speicher auszumisten, belegt der Umstand, dass seit Ende März deutlich mehr Sperrmüll angeliefert wurde als sonst. In der Regel reiche ein Container hinter der Sperrmüllpresse im Schnitt sechs Tage. Während des Corona-Lockdowns war er nach drei Tagen voll, berichtet Messerer. 2800 Kubikmeter Sperrmüll produzieren die Priener in einem durchschnittlichen Jahr.

7,50 Euro kostet die Entsorgung pro angefangenem Kubikmeter. Dabei könnten sich die Bürger den ein oder anderen Euro sparen, verrät der Spezialist. Ein Bügelbrett zum Beispiel besteht in der Regel aus einem Holzbrett und einem Unterbau aus Metall. Beide Rohstoffe können getrennt kostenlos in Containern im Wertstoffhof entsorgt werden, Nur in der Kombination als Bügelbrett sind sie Sperrmüll. Ein Stoffbezug darf in den Hausmüll. Auseinanderbauen kann sich also bei vielen Gegenständen auszahlen.

Wer in nächster Zeit Sperrmüll entsorgen will, muss kaum mit Wartenzeiten rechnen. Maskenpflicht gilt im Wertstoff weiterhin. Auch auf Mindestabstände weisen Schilder an der Zufahrt und im Gelände hin. Dere beliebte Samstags-Vormittags-Ratsch manche Wertstoffhof-Profis sollte also bis auf Weiteres woanders hin verlegt werden.

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