Sozialdienst Katholischer Frauen bedankt sich bei scheidender Frauenhaus-Leiterin

Für treue Dienste wurden geehrt (von links): Anna Auer, Claudia Servais, Aloisia Thaller, Brigitte Steiner, Johanna Eilert, Marion Zedelmayr, Alexandra Wappmannsberger.

Christa Sammüller, Vorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Frauen, freute sich, trotz der hochsommerlichen Temperaturen viele Gäste im Katholischen Pfarrheim in Prien zur Jahreshauptversammlung des Sozialdienstes Katholischer Frauen begrüßen zu können. In ihrem kurzen Bericht über die Aktivitäten des Vereins in 2018 hob sie hervor, dass die Anzahl der Schwangerenberatungen leicht angestiegen sei. Emotional verlief der Abschied von Frauenhaus-Leiterin Brigitte Steiner.

Prien – Bei vielen Familien kommen existenzielle Probleme und eine damit verbundene Gefährdung der Grundversorgung zu einer Schwangerschaft hinzu. Auch Partnerschaftsprobleme seien häufig der Grund, eine Hilfestellung zu suchen. Als fatale Entwicklung sieht die Vorsitzende die Entwicklung am Wohnungsmarkt. Die durchschnittliche Verweildauer von Frauen im Frauenhaus steige an, da es häufig schwierig ist, für die Frauen bezahlbaren Wohnraum zu finden, der ihnen einen akzeptablen Neustart nach einer Gewalterfahrung ermögliche.

Mitarbeiterinnen halten dem Sozialdienst die Treue

„Das Problem wird von der Politik gesehen“, sagte Christa Sammüller. „Wir brauchen jedoch noch einen langen Atem, bevor hier Verbesserungen spürbar werden.“ Mit dem Programm „Meine Chance“, einer Teilzeitberufsausbildung für Mütter und Väter, konnten bis zum Sommer 2018 mehr als 20 junge Frauen in Arbeit gebracht werden. „Ich finde es sehr bitter, dass für dieses Programm nun die Finanzierung fehlt“, zeigte sich die Vorsitzende des Vereins enttäuscht.

Dass trotz so mancher Enttäuschung und schwierigen Themen viele Mitarbeiterinnen langjährig beim Sozialdienst seien, sei eine große Auszeichnung für den Verein als Arbeitgeber. Dies würdigte der Vorstand mit einem großen Danke an mehrere Frauen für zehn und 15 Jahre Zugehörigkeit.

Erfüllendste Aufgabe des Berufslebens

Sehr emotional wurde es bei der Verabschiedung der langjährigen Frauenhausleiterin Brigitte Steiner. „Dein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und deine fachliche Kompetenz machten deine Arbeit so wertvoll. Geduld und gegenseitiger Respekt prägten unsere Zusammenarbeit“, richtete sich Christa Sammüller an die in Ruhestand gehende Leiterin des Rosenheimer Frauenhauses.

„Meine Zeit im Frauenhaus war für mich das wahre Leben mit allen Facetten“, gab Brigitte Steiner zurück. Für sie sei es die erfüllendste Aufgabe ihres Berufslebens gewesen. Mit dem sich anschließenden Essen bedankte sich der Verein bei allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen für deren Arbeit.

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