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Erschließung durch Wolkersdorf?

Sorge vor hohem Verkehrsaufkommen: Traunstein wehrt sich gegen neues Gewerbegebiet

Eingangsschild Traunstein.
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Ortseingangsschild von Traunstein.
  • VonMarkus Müller
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Die Stadt Traunstein hat große Probleme damit, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft.

Grabenstätt/Traunstein – Einstimmig hatte der Gemeinderat im Dezember vergangenen Jahres die Einleitung einer Flächennutzungsplanänderung für drei Grundstücke der Gemarkung Erlstätt unmittelbar an der Gemeindegrenze zur Großen Kreisstadt Traunstein (Ortsteil Wolkersdorf) beschlossen. Aktuell gibt es bei der Planung wieder Unsicherheiten. Darüber informierte Bauamtsleiter Walter Geutner die Grabenstätter Gemeinderäte. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

Ziel war es, den besagten Änderungsbereich, der bisher im baurechtlichen Außenbereich als Fläche für Landwirtschaft beziehungsweise Kiesabbau ausgewiesen war, als gewerbliche Baufläche (neues Gewerbegebiet Aberg) darzustellen. Im Zuge der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung war eine „dramatische Stellungnahme der Stadt Traunstein“ eingegangen, so Bauamtsleiter Walter Geutner in der jüngsten Sitzung des Grabenstätter Gemeinderats.

Problematisch ist, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft.

Die Stadt habe eine „180-Grad-Wendung“ vollzogen, das Bauamt rät, das Verfahren einzustellen.

Die Stadt hat große Probleme damit, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft und könnte sich dies allenfalls dann vorstellen, wenn der Rinderzuchtverband Traunstein dort unterkommen würde“, sagte der Bauamtsleiter. Was helfe es, die Planung weiterzuentwickeln, wenn man am Ende die Erschließung nicht hinbekomme. Ohne Erschließung gebe es kein Gewerbegebiet. Erschwerend komme hinzu, so Geutner weiter, dass es vonseiten der Regierung Oberbayern im besagten Areal – es handelt sich um eine Altlasten-Fläche, genauer eine aufgefüllte Kiesgrube – keine Versickerung von Niederschlagswasser geben dürfte und man dieses entsorgen müsste. Dies sehe auch die Abteilung Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt Traunstein so.

Alternative Möglichkeiten stellten sich meist als nicht umsetzbar und kostenintensiv heraus.

Als Gemeinde hat man sich bereits nach alternativen Erschließungsmöglichkeiten umgesehen, die sich teilweise wieder zerschlagen haben. So würde eine straßenmäßige Anbindung von der südlich verlaufenden Staatsstraße 2095 erhebliche Kosten verursachen. „Die Ablöse für den Unterhalt einer auf der Staatsstraße einzurichtenden Linksabbiegerspur durch das Staatliche Bauamt in Traunstein kostet nicht unter 100.000 Euro und auch die Baukosten würden zwischen 150.000 bis 200.000 Euro liegen, ganz zu schweigen von den Kosten für die mehrere hundert Meter lange neu anzulegende Erschließungsstraße“, gab Geutner zu bedenken. Alternativ habe man außerhalb von Wolkersdorf noch eine straßenmäßige Anbindung an die nördlich verlaufende Kreisstraße TS 2 angedacht.

Es wird über eine Machbarkeitsstudie beraten.

„Fakt ist, die Versorgung und Entsorgung müsste bei einer weiterhin ablehnenden Haltung der Stadt Traunstein über unser Gemeindegebiet geschehen“, so Zweiter Bürgermeister Andreas Danzer (FW), der den verhinderten Rathauschef Gerhard Wirnshofer (FW) vertrat. Zunächst müssten hierzu aber Fragen der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geklärt werden. Deshalb ziehe man in Erwägung, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. „Der Antragsteller der Gewerbeflächenausweisung und die von der Flächennutzungsplanänderung unmittelbar begünstigten Grundstückseigentümer müssten aber die Kosten dafür übernehmen“, so Danzer. Die Kreisstraße TS 2 käme nur für die straßenmäßige Erschließungsanbindung infrage, hieß es.

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Waltraud Hübner (CSU) erinnerte daran, dass es immer wieder Anfragen von Gewerbetreibenden gebe, die sich gerne auf Grabenstätter Gemeindegebiet niederlassen würden. Man suche schon lange nach geeigneten Flächen und „das wäre dort eine ideale Fläche, weil man an das bestehende Gewerbegebiet Wolkersdorf angeschlossen wäre“, stellte Robert Muggenhamer (BG) klar. Mit Blick auf die Ankündigung der Stadt Traunstein, einer Erschließung des angedachten neuen Gewerbegebietes Aberg über das Stadtgebiet vielleicht doch noch zuzustimmen, kritisierte Muggenhamer scharf: „Interkommunale Zusammenarbeit stelle ich mir anders vor. Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit der Haltung, die die Stadt Traunstein hier an den Tag legt“.

Muggenhamer erntete dafür im Gremium von verschiedenen Seiten Zuspruch.

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