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Abschluss der "Klimawerkstatt" in Inzell: Heftige Kritik an Änderung des EEG

Die Sonne - eine "Energie des Volkes"

Inzell - Politische Brisanz hatte der Abschlussabend einer viermonatigen Verbraucher-Testphase im Rahmen des Forschungsprojekts "Klimawerkstatt" der Technischen Universität München im "Bayerischen Hof" in Inzell. Nach dem Vortrag des Trägers des Alternativen Nobelpreises, Dr. Hermann Scheer, wurde in einer hitzigen Diskussion vor etwa 100 Besuchern vor einem Einbruch der Solarwirtschaft durch die kürzlich beschlossene Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gewarnt. Die Stimmung bei den Teilnehmern der Klimawerkstatt hingegen war "durchwegs gut", wie Koordinatorin Elisabeth Koch erfreut berichtete. 13 Inzeller Haushalte sparten von Anfang Oktober bis Ende Januar möglichst viel CO2.

"Wir haben erlebt, dass es geht", berichtete Dr. Christian Ganzert vom TU-Team. "Bei den meisten Verbrauchern kam der Eindruck auf, dass es kein Verzicht ist, sondern eher eine Bereicherung", ergänzte Kollegin Julia Knechtel. Koch bezeichnete es als Herausforderung, Forschung und Konsumenten zusammenzubringen. Als Ermutigung, weiter das Klima zu schonen, erhielten alle Testverbraucher von der TU Buttons mit der Aufschrift "Klimawerker". Durch Unterstützung des Projekt-Partners, dem Regiogeldverein "Chiemgauer", kann die Verbrauchergruppe auch einen informativen Ausflug unternehmen.

Dass "es geht", zeigten auch eine Ausstellung heimischer Anbieter mit Umwelttechnik und gesunden Lebensmitteln sowie die Vorstellung anderer erfolgreicher Projekte in der Region. Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier berichtete, dass es in der Gemeinde schon lange zwei Bürgersolarkraftwerke gebe, auf den Dächern der Schule (seit etwa 2000) und des Badeparks (seit 2004).

Das Ökomodell Achental mit Initiativen wie direkter Kooperation von Land- und Gastwirten und dem Biomassehof in Grassau, der auch andere neue Projekte in der Region unterstützt, stellte Wolfgang Wimmer vor. Den theoretischen Unterbau lieferte Referent Hermann Scheer, Autor des Buches "Energieautonomie" und Mitverfasser des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Den erneuerbaren Energien gehöre die Zukunft, da sie durch eine breite Eigentümer- und Regionalstreuung die regionalen Wirtschaften revitalisierten und zu mehr Autonomie und Gemeinwohlorientierung führten. Niemand könne eine Lizenz auf Sonne oder Wind kaufen. "Sie sind Energien des Volkes." Die Konzerne könnten die Dezentralisierung nur weiter aufhalten, wenn sie von den Regierungen weiter unterstützt würden.

Die Teilnehmer kritisierten anschließend heftig die geplante EEG-Änderung, die unter anderem eine "flexible Marktanpassung" der Förderung für alle Solaranlagen sowie eine einmalige und zusätzliche Absenkung der Vergütungssätze um 15 Prozent ab 1. April vorsieht.

Peter Rubeck berichtete, dass in der von ihm begründeten Initiative "Sonnenstrom vom Watzmann bis zum Wendelstein" in neun Jahren über 420 Millionen Euro Umsatz gemacht worden seien und dass im Kreis Traunstein der Strom schon zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien stamme. Die EEG-Änderung "wird unsere Region als Erstes treffen", betonte er. "Es eilt", sagte ein anderer und warnte vor Einbrüchen für das regionale Handwerk. Man rang um schnelle Reaktionsmöglichkeiten wie eine Internet-Petition. vm

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