Sommerwiese vom Bürgermeister

Bürgermeister Stefan Kattari ist Biologe.
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Bürgermeister Stefan Kattari ist Biologe.

Grassau – Seine knapp bemessene Freizeit verbringt Bürgermeister Stefan Kattari gerne draußen in der Natur und setzt sich für den Erhalt und Anbau von Blumenwiesen ein.

Dafür bot sich die große gemeindeeigene Freifläche im neuen Baugebiet an der Mietenkamer Straße geradezu an.

Boden vonBauhof vorbereitet

Nur einzusäen würde der Absicht, eine dauerhafte, artenreiche Blumenwiese zu erhalten, nicht gerecht werden. Eine bessere Alternative ist die Mähgutübertragung. Für die neue Wiese nutzte Kattari das Mähgut aus dem eigenen Garten. Seine Wiese, so erklärte er, sei bereits über 50 Jahre alt, entsprechend viele unterschiedliche Gräser und Wildblumen sind in dem Mähgut enthalten. Dieses duftende, frische Gras, brachte Kattari auf den vom Bauhof vorbereiteten Boden aus. Bei der Mähgutübertragung seien zwei Dinge wichtig: Zum einen dürfe die Wiese nicht zu spät zu gemäht werden, erklärte der Biologe. Ideal sei es zur Sonnwende – wenn die letzten Margeriten blühen – mit Sense oder Balkenmäher zu mähen. In diesem Fall seien genügend Samen in den Pflanzen, die sich dann im Erdreich verteilen können.

Der zweite Tipp lautet, in der Früh zu mähen, wenn der Tau noch an den Pflanzen hängt. Dann bleiben die Samen im Gras kleben. Die Mähgutübertragung bietet auch den Vorteil, den Mutterboden und die Keimlinge durch das Heu vor dem Austrocknen zu schützen.

Für diese Methode, eine Blumenwiese anzulegen, ist einiges an Geduld aufzubringen. Bis zum Winter wird man hier keinen Erfolg sehen, und auch im ersten Jahr wird die Fläche noch keine Blumenwiese sein.

Es bestünde zwar die Möglichkeit, Akzeptanzarten wie Korn- und Ringelblumen einzumischen, wovon er aber abrät. Das führe nur dazu, dass diese Pflanzen andere verdrängten und man eventuell zu spät mäht. Eine sich langsam entwickelnde Blumenwiese sorgt für Spannung, denn jedes Jahr kommen neue Blumen hinzu. „Mit der richtigen Pflege hat man in einigen Jahren eine artenreiche Blühfläche“, erklärt der Bürgermeister. Dazu gehört auch, nicht zu spät zu mähen. Steht die Wiese zu lange, wird diese wieder blütenärmer.

Arten brauchen50 Jahre

Es dauert, so Kattari, bis zu 50 Jahre, bis sich alle Arten durchgesetzt haben. Diese Wiese ist nicht nur fürs Auge schön, sondern bietet Insekten Lebensraum, Überwinterungsmöglichkeit und Nahrung. Zwei Drittel der Wildbienen überwintern im Boden. „Ich freue mich jedes Jahr auf neue Blumen und werde die Wiese im Auge behalten“, so Kattari. tb

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