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„Dunkelblaues Auge“: Die Sommer-Schattenseiten

So wirken sich Trockenheit und Hitze auf die Landwirtschaft im Chiemgau aus

Recht glimpflich sind die Landwirte im Chiemgau in Sachen Dürre in diesem Sommer davongekommen.
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Auch im Chiemgau machten sich die Folgen des Hitzesommers bemerkbar.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Der zweitheißeste Sommer in Bayern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen neigt sich heuer dem Ende zu. Viele Sonnenstunden und wenig Niederschläge: Die Trockenheit bekamen auch die Bauern im Freistaat zu spüren. Dabei sind die Folgen im Chiemgau noch einigermaßen glimpflich.

Bernau – Von einem „dunkelblauen Auge“, mit dem man heuer davongekommen sei, spricht Josef Andres mit Blick auf die diesjährige Ernte. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands in Rosenheim kennt Bauern im Landkreis, bei denen die Ernte zwar mengenmäßig gerade noch im Rahmen bleibt, die Qualität des Getreides aber unterdurchschnittlich sei.

In der Region Wasserburg sei der Mais beispielsweise früher als gewöhnlich reif geworden, sagt Andres. Komme nicht genügend Wasser nach, beginne die Pflanze schon früher, die Frucht herauszubilden. Eine natürliche Reaktion, wie Josef Andres erklärt. Die Landwirte nennen das Notreife: Wenn schon kein Wachstum, dann wenigstens die Chance, dass sich die Gewächse fortpflanzen können.

Weniger Nährstoffe als gewöhnlich

Das betrifft auch vereinzelt Betriebe im Chiemgau, wenngleich die Region größtenteils durch Grünlandwirtschaft geprägt ist, wie der Bernauer Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands, Florian Wörndl, schildert.

Doch auch beim Gras mache sich die Hitze und Trockenheit bemerkbar, mit der Konsequenz, dass die Gräser als Tierfutter nicht so nährstoffreich sind wie gewöhnlich. „Das kann sich dann beispielsweise auch auf die Qualität der Milch auswirken“, sagt Wörndl. Auch der Ertrag an Futter beim Grünland habe sich im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Um etwa 20 Prozent, schätzt er.

Vierter Schnitt beeinträchtigt

Denn zumindest der vierte Schnitt sei in diesem Jahr durch die Trockenheit beeinträchtigt gewesen.

Wobei der Chiemgau im Vergleich zu anderen Regionen im Landkreis schon eher mit Niederschlägen gesegnet gewesen sei, wie Kreisobmann Josef Andres berichtet. „Dort sind die Grünlandestände nicht ganz so ausgebrannt wie bei uns“, sagt der Kreisobmann.

Das sorge auch für entsprechendes Tierfutter. Wenngleich die Landwirte sich auch im Chiemgau sorgen, dass es nicht dabei bleibt, dass ausreichend Regen fällt, um die Pflanzen zu bewässern.

Neue Pflanzen probieren

Denn wenn Hitze und Trockenheit das Gras auf den Wiesen verdorren lassen, kommen Andres zufolge auf die Landwirte auch weitere Kosten zu: Für die Aussaat und nicht zuletzt durch die Zeit, die es brauche, bis das Gras wieder nachgewachsen ist und gemäht werden kann.

Inzwischen, setzte man sich auch in der Landwirtschaft damit auseinander, welche trockenresistenten Pflanzen geeignet wären, um gegen Sommerdürre zu bestehen, berichtet Andres. Früchte, die man zuvor wohl eher nicht in Bayern verortet hätte, fänden sich inzwischen auch auf Feldern der Region wieder. Etwa Soja als alternatives Futter für die Viehwirtschaft.

Notfalls Futter zukaufen

Solche Alternativen gebe es bei der Grünlandwirtschaft nicht, sagt der Bernauer Landwirt Peter Steindlmüller. Denn im Gegensatz zum Ackerbau könne man nicht auf andere Sorten umstellen. Auch Steindlmüller zeigt sich erleichtert darüber, dass sich die Trockenheit dieses Sommers in Bernau und der umliegenden Region in diesem Jahr noch nicht so stark bemerkbar gemacht habe wie in anderen Gegenden des Landkreises.

Dennoch hätten die Einbußen bei der Grünlandmahd bereits bemerkbar gemacht. Denn bei einigen Landwirten seien die Vorräte inzwischen sehr geschrumpft oder gar schon aufgezehrt. In diesem Fall bleibe den Bauern nur die Möglichkeit, Futter zuzukaufen, wenn der Grünlandertrag nicht ausreiche. „Es wäre durchaus problematisch, wenn die Niederschläge dauerhaft so niedrig bleiben“, sagt Steindlmüller. Denn gerade Grünlandwirtschaft sei auf regelmäßige Schauer angewiesen.

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