Sollen Feuerwehren von Seeon, Seebruck und Truchtlaching zusammengelegt werden?

Auf dieser landwirtschaftlichen Fläche am Ortsrand von Seeon sollen ein neues Haus für die Feuerwehr und ein neuer Wertstoffhof gebaut werden. Mit Ausnahme der Grünen, die den Standort infrage stellen, segnete der Gemeinderat den Bebauungsplan „Eglseer Feld“ ab.

Der Gemeinderat von Seeon hat Alternativen zum Neubau eines Feuerwehrhauses diskutiert. Letztlich segnete das Gremium den Plan für ein neues Gebäude ab. Allerdings gegen die Stimmen der Grünen.

Seeon-Seebruck – Soll für das im sogenannten „Eglseer Feld“ geplante Feuerwehrhaus in Seeon ein neuer Standort gesucht oder gar über eine Zentralisierung der drei Ortsfeuerwehren nachgedacht werden? Diese Frage beschäftigte den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei der Diskussionen über die Änderung des Flächennutzungsplans beziehungsweise die Aufstellung des Bebauungsplans „Eglseer Feld“. Auf der landwirtschaftlichen Fläche gegenüber den Sportanlagen in Seeon, soll Baurecht für ein neues Feuerwehrhaus und für den gemeindlichen Wertstoffhof geschaffen werden.

Grüne gegen geplanten Standort

Ursprünglich war auch vorgesehen, den gemeindlichen Bauhof ebenfalls dort anzusiedeln. Dieser wurde aber zwischenzeitlich aus der Planung herausgenommen. Für den Bauhof, der sich wie der Wertstoffhof derzeit in Truchtlaching befindet, besteht im Moment aber noch kein vordringlicher Bedarf. Corona-bedingt wurde zwischenzeitlich auch die bereits laufende Planung des Feuerwehrhauses auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Wann mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden kann, darüber konnte Bürgermeister Martin Bartlweber (FWG) noch keine Aussage treffen.

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Wegen der Verschiebung des Feuerwehrhaus-Neubaus aber auch wegen der Bedenkenträger, die die Bauvorhaben an dieser Stelle kritisch sehen, hatten die Grünen angeregt, den Standort für das Feuerwehrhaus noch mal zu überdenken. „Der Standort gefällt mir überhaupt nicht. Hier wird unser schönes Ortsbild verschandelt“, erklärte Angelika Wolfertstetter. Michaela Losbichler (beide Grüne) regte an, wegen der Verschiebung des Feuerwehrhaus-Neubaus die Zeit nutzen, um vielleicht einen neuen Standort zu finden.

„Wenn Bedenken da sind, müssten diese aber dann auch ganz klar abgewogen werden“, sagte Sepp Daxenberger (CSU). Dazu zähle auch die Überlegung, über eine Zusammenführung der drei Ortsfeuerwehren zu diskutieren. Er gab auch zu bedenken, dass sich der gemeindliche Wertstoff- und der Bauhof auf einem wundervollen Grundstück in Truchtlaching befänden, das sich eher für eine Wohnbebauung eignen würde. „Wenn schon eine neue Planung für Alles, dann müssten aber auch Vorschläge für neue Ideen kommen“, forderte Daxenberger.

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Martha Gruber (FW) ist gegen eine Zusammenlegung der Feuerwehren: „In Truchtlaching wird gerade das Feuerwehrhaus ausgebaut, deshalb stellt sich für mich die Frage einer Zentralisierung nicht.“ Sie finde den Standort für die Freiwillige Feuerwehr Seeon optimal. Alfred Fiedler (FW) forderte, den Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Seeon nicht auf die lange Bank zu schieben: „Es pressiert und es gehört auch der Wertstoffhof angeschoben“, so Fiedler.

Gemeinde hat Alternativen geprüft

Der Zweite Bürgermeister Norbert Maier (FW) konnte die Diskussion um einen neuen Standort nicht nachvollziehen. In Truchtlaching sei alles zentral, der Kindergarten, die Kinderkrippe, die Feuerwehr, der Wertstoffhof und der Bauhof: „Das hat jahrelang funktioniert. Wir werden uns schwertun, einen idealeren Standort zu finden“, sagte Maier. Die Vertreter der CSU, Manuela Kral, Franz Wörndl und Michael Regnauer, plädierten dafür, am geplanten Standort für die Feuerwehr festzuhalten. Regnauer vertritt auch die Ansicht: „Je attraktiver ein Standort für die Feuerwehr ist, desto leichter ist es, auch neue Mitglieder zu werben. Wir sollten das Vorhaben deshalb auf den Weg bringen.“

Die Bedenkenträger hielten der Gemeinde vor, zu wenig Alternativen für die Feuerwehr untersucht zu haben. Die Verwaltung wies das jedoch entschieden zurück. Man habe mit der Feuerwehr gemeinsam mehrere Alternativen in der Ortsmitte sowie am östlichen Ortseingang von Seeon, wo gerade ein Wohn- und Nahversorgungsprojekt gebaut wird geprüft, sagte der Bauamtsleiter Josef Heiß. Die Gemeinde habe in das Verfahren, das seit drei Jahren laufe, viel Geld und Zeit investiert. Auch deshalb bat Bürgermeister Bartlweber um Zustimmung, die Bebauungsplanaufstellung abzusegnen.

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Bedenken meldeten auch die Anlieger an der Altenmarkter Straße an, die ohnehin schon mit den Immissionen des gegenüberliegenden Gewerbes zu kämpfen haben. „Es prallt alles auf uns Anlieger rüber, wir haben keinen Schutz“, kritisierte eine Bewohnerin. Der Abstand von der Wohnbebauung zum „Eglseer Feld“ betrage keine hundert Meter: „Wir werden dann von beiden Seiten eingekesselt.“ Zudem sei durch die nur rund 80 Meter von der Wohnbebauung entfernt geplante Zufahrt eine zusätzliche Lärm- und Luftverschmutzung zu erwarten.

Bedenkenträger werden genannt

Gegen die Stimmen der Grünen wurde jedoch der Bebauungsplan als Satzung beschlossen (12:5 Stimmen) und auch die Änderung des Flächennutzungsplans. Vor Beginn der Sitzung stellte Sepp Daxenberger den Antrag, dass die privaten Bedenkenträger, die im Verfahren Stellungnahmen abgegeben haben, namentlich genannt werden. „Dass die Bürgerbeteiligungen anonym behandelt werden, das geht nicht“, erklärte Daxenberger. Das Gremium befürwortete seine Forderung einstimmig.

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