Soll der Mietwert von Wohnungen in Gstadt durch ein Gutachten ermittelt werden?

Gemeinderat Gstadt befasst sich mit der Einführung der Zweitwohnungssteuer. Vorab will die Gemeinde aber für ihr gesamtes Gebiet eine Wohnungserhebung durchführen.

Gstadt – Nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates Gstadt für die Einführung einer Zweitwohnungssteuer ab 1. Januar 2021 (wir berichteten), erklärte der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn, Thomas Wagner, dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung. Sie orientieren sich im Wesentlichen an der bestehenden Satzung der Nachbargemeinde Breitbrunn.

Vorab soll für das gesamte Gemeindegebiet eine Wohnungserhebung durchgeführt werden, um den Meldedatenbestand zu aktualisieren und zu vervollständigen. Hierzu werde jeder Hauseigentümer angeschrieben, der dann mittels Fragebogen, seine Wohneinheiten melden müsse. Im weiteren Verlauf erhalten die möglichen Zweitwohnungsinhaber eine Steuererklärung, um die für eine Veranlagung relevanten Daten abzufragen.

Nettokaltmiete muss festgesetzt werden

Die Steuer, so Wagner, soll nach der jährlichen Nettokaltmiete berechnet werden, die von den Mietern, beispielsweise mittels Mietvertrag, nachzuweisen sei. Für Wohnungen, die als Eigentum des Steuerpflichtigen selbst genutzt werden, müsse müsse die Gemeinde die Nettokaltmiete in Anlehnung an die für Räume gleicher oder ähnlicher Art, Lage und Ausstattung, festsetzen. Sie müsse ebenso regelmäßig gezahlt werden.

Wagner fand es äußerst hilfreich, ein Mietwertgutachten zu erstellen, um eine Basis für die Schätzungen für das gesamte Gemeindegebiet zu haben. In Gstadt besteht bisher ein pauschaler Kurbeitrag für Zweitwohnungsbesitzer. Dieser könne auch weiterhin neben der Zweitwohnungssteuer erhoben werden, erklärte Wagner.

Die Einführung einer Zweitwohnungssteuer soll zum 1. Januar 2021 erfolgen – dies wurde einstimmig beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt einen Satzungsentwurf auszuarbeiten. Dagegen wurde die Entscheidung über die Erhebung eines pauschalen Kurbeitrages zurückgestellt. Eine Wohnungserhebung soll umgehend durchgeführt werden. Die Möglichkeit zur Erstellung eines Mietwertgutachtens soll geprüft werden, wurde beschlossen. th

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