Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Wir geben die Hoffnung nicht auf!“

So will eine Rimstinger Grüne für einen Radweg zum Langbürgner See kämpfen

Berger
+
Berger
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
    schließen

Gemeinderätin Nina Weinland und Julia Härtl aus Rimsting wollen nicht hinnehmen, dass kein Radweg an der Straße zum Langbürgner See gebaut wird. Seit Jahren wird dieses Projekt von den Behörden abgelehnt – obwohl Radfahren dort gefährlich ist. Nun startet eine besondere Protestaktion.

Rimsting/Breitbrunn – Seit Jahren ärgern sich viele Rimstinger und Breitbrunner, die am Langbürgner See baden wollen, über die Verkehrssituation. „Ich fahre auch nicht mehr mit dem Fahrrad“, sagt Nina Weinland, die für die Grünen im Rimstinger Gemeinderat sitzt. Fast täglich sei der Badeplatz am Langbürgner See im Sommer das Ziel ihrer und vieler anderer Rimstinger Familien. Aber ein Radweg? Fehlanzeige.

Zahlreiche Unfälle

Zuletzt wurde das Projekt Radweg 2020 von Landrat Otto Lederer (CSU) eingestampft, nachdem die Untere sowie die Höhere Naturschutzbehörde Bedenken angemeldet hatten. Schließlich führt die Trasse mitten durchs Naturschutzgebiet der Eggstätter Seenplatte.

Nur wählt sie inzwischen für die rund zwei Kilometer lange Strecke das Auto. „Mit den Kindern kann man dorthin auf keinen Fall radeln“, sagt Weinland.

Keine Geschwindigkeitsbegrenzung, zahlreiche Lkw, das Streiflicht, das erst mal die Sicht nimmt – wie gefährlich es dort ist, zeigen auch aus Sicht von Weinland die zahlreichen Unfälle an der Strecke. 2020 war dort ein Schulbus gegen einen Lastwagen geprallt, ein Mann wurde dabei schwer verletzt.

Fahren im Verband

Nun wollen Weinland und ihre Unterstützer ein Zeichen setzen und starten an mehreren Tagen das Projekt „Rimsting geht baden“. An vier Tagen im Sommer ist jeder willkommen, um abends mit an den See zu radeln.

Der Clou: Die Straßenverkehrsordnung macht es laut Weinland möglich, im Verband zu fahren, ohne dass Autos überholen. „Wir haben uns dazu mit den Behörden abgestimmt und die Veranstaltung angemeldet“, sagt Weinland.

Blickwinkel der Bürger nicht vernachlässigen

Explizit vom Landratsamt sei die Unterstützung groß gewesen, trotz der Ablehnung des Radwegs. Auch Landrat Otto Lederer sei zur Aktion eingeladen, könne aber aus Termingründen nicht teilnehmen.

Dieser Punkt ist Weinland ganz wichtig: „Wir wollen niemanden angreifen!“ Auch wenn das Landratsamt den Radweg abgelehnt habe, versteht sie auch, dass ein Naturschutzgebiet schützenswert sei: „Das ist keine leichte Situation.“ Ihr sei nur wichtig, dass auch der Blickwinkel der Bürger nicht vernachlässigt werde.

Gespräche über alternative Trassen

Zwar habe man auch in der eingefahrenen Debatte über alternative Trassen gesprochen, die sind aus Sicht von Rimstings Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) allerdings derzeit nicht darstellbar: „Wir drehen uns weiter im Hamsterrad.“ Dennoch wird auch Fenzl bei „Rimsting geht baden“ teilnehmen.

Auch wenn es derzeit aussichtslos scheint, dass zumindest ein schmaler Radlweg, und eine Geschwindigkeitsbegrenzung kommen, gibt sich Weinland kämpferisch: „Wir geben die Hoffnung nicht auf!“

Das ist geplant: Die zu radelnde Strecke beträgt einfach rund 1,7 Kilometer und führt an der Kreisstraße RO10 entlang. Sie sollte nach Auskunft der Grünen in 15 bis 20 Minuten im geschlossenen Verband bewältigt werden können. Die Radtour findet am 30. Juni, 20. Juli, 12. August und am 12. September statt. Treffpunkt ist mit den Fahrrädern jeweils um 16 Uhr an der Königslinde vor dem Restaurant Kurkuma am ehemaligen Rimstinger Bahnhof. Jeder haftet für die eigene Sicherheit und sein Fahrrad.

Mehr zum Thema

Kommentare