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Gemeinde kauft Software

Digital statt Zahlen auf Papier: So will Bernau seinen Haushalt transparenter gestalten

Auf digitalem Weg soll der Haushalt der Gemeinde Bernau künftig aufbreitet werden.
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Auf digitalem Weg soll der Haushalt der Gemeinde Bernau künftig aufbreitet werden.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Gemeinde Bernau will ihren Haushalt künftig digital im Internet veröffentlichen. Nicht als bloßes Dokument, sondern als interaktives Angebot. Das soll nicht nur den Verwaltungsmitarbeitern den Umgang mit dem Zahlenwerk erleichtern. Auch die Bürger sollen profitieren.

Bernau – Die Gemeinde Bernau will neue Wege gehen, die Verwaltung transparenter zu machen. Zu einer der jüngsten Sitzungen des Gemeinderates gaben dessen Mitglieder grünes Licht zum Kauf einer Software, die künftig den Haushalt der Kommune anschaulicher machen soll. Vermutlich zu den Sommerferien soll das Projekt auch den Bürgern im Internet zeigen, wie es um die Finanzen ihrer Gemeinde steht.

Vereinfachung fürdie Verwaltung

IKVS nennt sich das Programm, mit dem Bernau künftig seine Finanzen transparenter veröffentlichen will. Programmiert hat sie die Softwareschmiede Axians aus Pinneberg (Schleswig-Holstein). Rund 13 000 investiere Bernau in diese Lösung, wie Rathauschefin Irene Biebl-Daiber (CSU) schildert. Auch für sich verspricht sich Biebel-Daiber künftig einen leichteren Umgang mit dem Zahlenwerk.

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Denn mit dem klassischen Haushalt in Papierform auf vielen Hundert Seiten tue sie sich schwer. „Immer, wenn man ein Vorhaben hat und nachschauen möchte, ob noch Geld übrig ist, braucht man eine Haushaltsstellenummer und das Aktenzeichen“, klagt die Bürgermeisterin. Das soll mit IKVS leichter werden, im ersten Schritt zunächst für die Verwaltungsmitarbeiter.

Grafiken automatisch erstellen

Möglich sei mit der Software vor allem, aus Zahlen und Daten automatisch Grafiken zu erstellen, welche die Entwicklung der Gemeindefinanzen anschaulicher machen, wie Thomas Wiertelak schildert. Er ist Geschäftsführer der Firma Axians. „Der ganze Haushaltsplan wird transparenter“, ist er überzeugt. Gerade für Bürger, aber auch für Gemeinderäte, die noch nicht bis in alle Tiefen des kommunalen Haushaltsrechts vorgedrungen seien. Zudem hätten Bürger die Möglichkeit zu sehen, welche Leistungen eine Gemeinde für sie anbiete.

Neue Einsichten

Selbst dann, wenn die Kommune drauflegen muss, weil die Gebühren die Kosten längst nicht aufwögen. Bei der Kinderbetreuung zum Beispiel. Eine Möglichkeit, um deutlich zu machen: Nicht jedes Mal, wenn eine Gemeinde an der Gebührenschraube dreht, geschieht des ohne Grund oder gar, um die Verwaltung zu bereichern.

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Aber auch für die Gemeindepolitik erhofft sich Wiertelak mit der Lösung seiner Firma neue Einsichten. Denn durch die Aufbereitung der Haushaltszahlen könnten auch unerfahrene Gemeinderäte große und damit eher abstrakte Summen besser abschätzen. Und damit könnten sich die Diskussionen eher auf Großprojekte verlagern, als sich über dreistellige Portokosten zu unterhalten.

Keine zusätzliche Software

IKVS ist webbasiert, also ohne zusätzliche Software mit einem Internetbrowser zu nutzen. Drei Stufen bietet das System, in dem unterschiedliche Daten für Verwaltung, Gemeinderäte und Bürger aufbereitet werden. Aber neben Grafiken biete diese digitale Haushaltsvariante noch andere Vorteile, wie Wiertelak betont. Denn einige Prozesse, welche die Kämmerei bislang händisch anhand der Zahlen habe zusammenstellen müssen, könnten automatisiert werden. Etwa das Berichtswesen für die Kommunalaufsicht.

Vergleich mit anderen Kommunen

Aber auch separate Grafiken für Power-Point-Präsentationen könnten künftig wegfallen, wenn die Daten direkt aus der Software IKVS aufbereitet würden. „Diese Zeit spart man ein“, verspricht der Geschäftsführer. Allein, was bleibe: die Erläuterungen zu den Haushaltszahlen. Darüber hinaus biete das Produkt seiner Firma die Möglichkeit, sich mit anderen Kommunen zu vergleichen.

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Rund 700 Kunden zähle Axians bundesweit in Sachen digitaler Haushalt, in Bayern seien es 50 Kommunen. Eine Datenmenge, mit der sich Kommunen untereinander vergleichen könnten, Sofern sie es wollten, wie Wiertelak betont. Als Maßstab dienten dann Kennzahlen wie die Hebesätze der Gemeindesteuern oder die Verschuldung pro Kopf.

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