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GROßER ZULAUF BEIM REGELMÄßIGEN ANGEBOT DER GEMEINDE

So verspielt sind die Bernauer Senioren

Capuccino, Kuchen und Rummy Cup: Gisela Smaczny, Hans Ahne, Wirtin Annette Steinberger,Gisela Bullmann und Betty Mayer (von links).
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Capuccino, Kuchen und Rummy Cup: Gisela Smaczny, Hans Ahne, Wirtin Annette Steinberger,Gisela Bullmann und Betty Mayer (von links).
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Schafkopf, Mensch ärgere Dich nicht, Schach – alle 14 Tage trifft sich im Café Rothenwallner in Bernau eine Runde fideler Senioren zum Spielenachmittag. Wer mitmachen kann und welche Angebote die Gemeinde für Senioren sonst noch macht, das zeigen ein Lokalaugenschein und ein Gespräch mit dem Seniorenbeauftragten Franz Praßberger.

Bernau – Die Hand saust donnernd auf den Tisch und das laute Aufklatschen der Karte zischt aus dem gedämpften Gemurmel im Gastraum des Cafés Rothenwallner hervor. „Iatzt hod der drei Oache“, sagt einer der vier Männer am Tisch bewundernd zu seinem Schafkopfpartner. Ähnlich konzentriert geht es an den Nebentischen beim Watten, Canasta, Skat und Rummy Cup zu. Rund 30 Bernauer Senioren sitzen in Kleingruppen verteilt gemütlich beieinander. Es ist Dienstagnachmittag und nach langer Coronapause kann die Gemeinde endlich wieder alle zwei Wochen zum Spielenachmittag einladen.

Seniorenbeauftragter Franz Praßberger, Annette Steinberger und ihre Tochter Stefanie.

Franz Praßberger (ÜWG), Dritter Bürgermeister und seit sieben Jahren Seniorenbeauftragter in Bernau, begrüßt die fröhliche Runde scherzhaft mit den Worten: „Schön, dass wieder relativ viele gekommen sind, schaut‘s, dass ihr euch eure Rente aufbessert‘s. Ich wünsche Euch einen schönen Nachmittag.“

Mensch ärgere Dich nicht und Schach

Die kleinen Münzen klimpern nur am Schafkopftisch, die meisten spielen ohne Geld. „Beim letzten Mal war es hier bummvoll, da waren 40 Leute da“, erzählt Praßberger im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Die Gemeinde stellt die Spiele zur Verfügung, im Schrank liegen zum Beispiel noch Mensch ärgere Dich nicht, Schach, Phase 10 und Skippo, bei Bedarf wird nachgekauft. Die Spielenachmittage werden ebenso wie das Seniorenschwimmen im Bernamare, die Seniorennachmittage im Pfarrheim und die Wanderungen sehr gut angenommen, sagt Praßberger. Alle diese Veranstaltungen finden regelmäßig statt.

Höhepunkt sei jedes Jahr im Oktober der Ausflug für die Senioren auf die Fraueninsel, bei der die Gemeinde die Parkkosten in Felden und die Schifffahrt übernimmt sowie jedem Teilnehmer fünf Euro „Taschengeld“ mitgibt, erzählt er weiter. Seit 25 Jahren werden diese Fahrten für die Bernauer Senioren angeboten und rund 300 Teilnehmer seien dabei. „Da fiebern die Leute schon richtig hin.“

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Während er spricht, mischen neben ihm Gisela Smaczny (83), Hans Ahne (82), Gisela Ballmann (75) und Betty Mayer (70) die Spielsteine fürs Rummy Cup durch und stecken sie in ihre Aufsteller. „Ich bin froh, dass wir uns nach der Coronapause endlich wieder treffen können. Die Spielenachmittage haben uns sehr gefehlt“, erzählt Smaczny unter beifälligem Kopfnicken ihrer Mitspieler. Die fidele Seniorin leitet auch das Seniorenschwimmen und ruft stolz zu Praßberger hinüber: „Jetzt sind wir immer um die 20 Leute.“ Den Seniorenbeauftragten freut‘s, dass momentan alles wieder so gut in gewohnten Bahnen verlaufen kann.

„Wir lassen es uns gut gehen“, kommentiert Mayer während des Spiels mit einem verschmitzten Lächeln. Sepp Fischer (85), einer aus der Schafkopfrunde, meint: „Wir treffen uns schon seit Jahren und sind, wenn es geht, immer in der gleichen Runde beieinander.“

Die Senioren haben viel Spaß

Praßberger gleichnamiger 82-jähriger Vater ist mit Irmgard Obermaier (79) und Hilde Wiesbeck (73) beim Watten beschäftigt. Für sie alle ist der Spielenachmittag eine schöne Unterhaltung, wie sie sagen, während sie ihre Karten zusammenstecken und überlegen, was angesagt werden soll.

Auch die 85-jährige Johanna Rothenwallner, Mutter von Wirtin Annette Steinberger, ist eifrig beim Spiel beschäftigt. Steinberger dazu: „Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel Spaß die Leute haben.“ Voller Eifer seien die Senioren dabei, die Nachmittage, gingen meist bis 18.30 Uhr.

Die meisten der Senioren kommen regelmäßig und sitzen sogar am gleichen Platz, die Wirtin kennt ihre Bestellungswünsche und Eigenheiten. „Die Leute sind froh über die Gesellschaft“, erklärt sie, vor allem jene, die daheim allein lebten.

Wie eine große Familie

An besonderen Begebenheiten erinnert sich Steinberger vor allem an ein Spiel. „Einmal haben welche zu sechst Mensch ärgere Dich nicht gespielt und sind partout nicht fertig geworden. Die haben so laut und so viel gelacht und so einen Spaß gehabt, das war echt lustig“, erinnert sie sich.

Ihre Tochter Stefanie hilft ihr zu Beginn ab 14 Uhr aus, damit Kaffee, Kuchen und Getränke rasch ausgegeben sind und die Senioren gleich mit ihren Spielen beginnen können. „Die sind hier wie eine große Familie“, sagt Steinberger. Neulinge werden herzlich aufgenommen, selbst Jüngere dürfen mitspielen, wenn sie wollten.

Andere Gemeinden zogen schon nach

Laut Praßberger haben sich mehrfach Vertreter anderer Gemeinden die Spielenachmittage in Bernau angeschaut und selbst ein entsprechendes Angebot entwickelt. Warum es in Bernau so besonders gut läuft? Praßberger meint, dass der Standort direkt beim Bahnhof ideal sei. Wirtin Steinberger führt an, dass das Kaffeehaus ihrer Familie zwar im Laufe der 50-jährigen Geschichte saniert worden, das Mobiliar aber noch original sei: „Die Tische sind groß und glatt, das ist fürs Kartenspielen perfekt.“ Außerdem sei es barrierefrei. Für Senioren auch ein wichtiger Aspekt.

Der nächste Spielenachmittag findet am Dienstag, 31. August, ab 14 Uhr statt. Weitere interessierte Bernauer Senioren sind jederzeit willkommen, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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