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„Schlüssel für die Zukunft“

So klappt das Energiesparen im Achental – Besuch im Biomassehof

Zwei Fachleute überprüfen die Qualität der Hackschnitzel im Biomassehof Achental in Grassau: Jürgen Rosenberger, verantwortlich für Vertrieb und Disposition, (links) und Geschäftsführer Wolfgang Wimmer.
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Zwei Fachleute überprüfen die Qualität der Hackschnitzel im Biomassehof Achental in Grassau: Jürgen Rosenberger, verantwortlich für Vertrieb und Disposition, (links) und Geschäftsführer Wolfgang Wimmer.

Öl und Gas sind keine gute Idee, wenn es ums Heizen geht – nicht erst seit dem Ukraine-Krieg. Im Achental setzt man schon länger auf nachhaltige Lösungen. Wie das geht und was das kostet.

Grassau – Ihre Geduld hat sich gelohnt: Zwar musste sich Martina Gaukler zunächst auf einer Warteliste eintragen lassen, dann aber war es soweit und sie besuchte die Energiesprechstunde im Ökomodell Achental in Grassau und sieht jetzt klarer, nachdem viele ihrer Fragen beantwortet worden sind. Die Bürgermeisterin von Staudach-Egerndach will ihre alte Ölheizung austauschen und sucht nach einer idealen Lösung. Das Ökomodell Achental ist in der aktuellen Energiekrise ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt und gibt hier einen Überblick – im Rahmen seines Themenjahres „Wald“.

„Gerade in der jetzigen Zeit der Energiekrise ist ja eine neue Heizung ein schwieriges Thema, das Weitblick braucht“, meint sie. Der Fachmann von der Energieagentur Südostbayern, der einmal pro Monat nach Grassau kommt, hat Martina Gaukler mehrere Möglichkeiten aufgezeigt – etwa eine Scheitholzheizung, die ganze Holzscheite verbrennt, kombiniert mit Pellets oder einer Wärmepumpe, wie sie etwa der Biomassehof Achental vertreibt.

Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Biomassehofs Achental, und sein Team haben wie berichtet turbulente Monate hinter sich. „Mit Beginn der Energiekrise sind bei uns die Telefone heiß gelaufen – nicht nur für eine Teilnahme an der Energiesprechstunde.“ Energieholz, wie Hackschnitzel, Pellets, Scheitholz und Holzbriketts, steht hoch im Kurs.

Lokale Lieferanten

Der Biomassehof in Grassau bezieht Hackschnitzel von lokalen Produzenten. Die Lieferanten kommen alle aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Das Nadel- und Laubholz fällt quasi als „Abfall“ bei Durchforstungs- oder Pflegemaßnahmen an: Wenn Bäume entfernt werden müssen, weil sie einem Sturm oder Krankheiten zum Opfer gefallen sind, oder um Aufforstungen Platz zu machen. Auch Bäume an Bächen, Flüssen oder Straßen, die wieder zurückgeschnitten werden, liefern den Rohstoff.

Pellet-Preise verdreifacht

Die Nachfrage nach Pellets ist ebenfalls stark gestiegen. Sie sind ein Nebenprodukt aus Sägewerken: Das Sägemehl wird getrocknet und dann in Pelletsform gepresst. Allerdings haben sich die Preise hier innerhalb eines Jahres verdreifacht und sind damit im Moment das teuerste Energieholz – zum Ärger vieler Kunden, die ihren Ärger auch mal am Telefon kundtun.

Immer wieder wird der Fachmann um Rat gefragt, wann der günstigste Zeitpunkt für den Holzeinkauf wäre. „Mein vorsichtiger Rat ist, abzuwarten. Vielleicht steht ein milder Winter ins Haus und die Marktsituation entspannt sich, wenn die meisten Kunden sich eingedeckt haben“, so Wimmer. Angst, dass Energieholz beim Biomassehof Achental ausgehen könnte, hat Wolfgang Wimmer nicht. „Wir profitieren jetzt von unserem guten Netzwerk, das wir jahrelang aufgebaut haben.“

Musterbeispiel Grassau

Der Markt Grassau ist in Sachen Bioenergie ein Musterbeispiel: Seit 2016 werden in den Holzvergasern des Biomassehofes Pellets in Strom und Wärme umgewandelt. Sie versorgen etwa 3300 Haushalte mit Strom und rund 460 mit Wärme. Letztere wird in das mittlerweile 20 Kilometer lange Fernwärmenetz der kommunalen Wärmeversorgung Grassau eingespeist, welche am Standort im Grassauer Gewerbegebiet noch zusätzlich ein Heizwerk mit zwei großen Hackgutkesseln betreiben. Damit zählt Grassau hinter Reit im Winkl zu den Spitzenreitern bei der Gewinnung von Biomasse im Achental.

„Stolze Bilanz“

Die Umwelt profitiert vom Engagement des Biomassehofes Achental. Dieser ersparte laut eigenen Angaben der Atmosphäre im letzten Jahr rund 55 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) durch die Gewinnung von Strom und Wärme aus Energieholz sowie dem Verkauf von Holzbrennstoffen. „Eine stolze Bilanz, die sich sehen lassen kann“, resümiert Wolfgang Wimmer.

Die aktuelle Energiekrise „heizt“ auch hier Zukunftspläne an: Es gibt Überlegungen für weitere Aufrüstungen und es könnten neue, schon bestehende Strom- und Wärmenetze mitversorgt werden. Der Geschäftsführer ist sich sicher: „In der dezentralen Energieversorgung liegt der Schlüssel für die Zukunft und hier sind wir schon ganz gut aufgestellt.“

re

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