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Theaterspielerin mit Leib und Seele

Selbst mit Kopfwunde dabei: Anneliese Enzinger hält dem Priener Bauerntheater seit 70 Jahren die Treue

Anneliese Enzinger wurde von Franz Fritz für 70 Jahre Zugehörigkeit zum Priener Bauerntheater geehrt.
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Anneliese Enzinger wurde von Franz Fritz für 70 Jahre Zugehörigkeit zum Priener Bauerntheater geehrt.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Als 14-jähriges Dirndl stand sie wenige Jahre nach Kriegsende das erste Mal in Prien auf der Bühne, im Laufe der Jahre konnte sie selbst ein Sturz mit Kopfwunde nicht davon abhalten, mit Verband weiterzuspielen. Auf der Jahresversammlung ehrte das Priener Bauerntheater ein Urgestein.

Prien – Stolze 70 Jahre gehört Anneliese Enzinger dem Priener Bauerntheater an. Hierfür wurde sie auf der Jahresversammlung im Cafe Luitpold mit einer besonderen Jubiläums-Urkunde von Vorstand Franz Fritz geehrt. „Aus dieser Zeit könnte ich viele Anekdoten erzählen, das erste Mal stand ich als 14-Jährige als kleines Dirndl 1949 auf der Bühne, als im Bayerischen Hof das Stück ‚Die neue Heimat‘ gespielt wurde“, erinnerte sich die Geehrte. Besonders oft schlüpfte die heute 86-jährige Theaterspielerin in die Rollen der Liebschaft.

Ein Vorfall ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: „Einmal spielte ich eine Dirn, unter anderem mit Sepp Schleicher und Schorsch Fischer. Bei einem einstudierten Schubser stürzte ich unglücklich gegen die Bühnen-Türkante, blutete und war kurz bewusstlos. Da wurde kurz unterbrochen und Dr. Otto Eyrich geholt, mit einem Kopfverband und Beifall ging es dann weiter“.

Ehemaliger Vorstand Erwin Mrotzek für 55 Jahre geehrt

Eine weitere Ehrenurkunde gab es für Erwin Mrotzek senior, er gehört seit 55 Jahren dem Priener Bauerntheater an. Unter anderem unterstützte er dieses auch in seiner Eigenschaft als Leiter des Kur- und Verkehrsamtes sowie als Kassier von 1966 bis 1978, von 1978 bis 1984 als Erster Vorstand und im Anschluss daran 30 Jahre als Kassenprüfer.

Mit der Silbernen Nadel wurden Alfred Schelhas, mit Melanie Hefter, Matthias Winzek und Andi Obermüller als aktive Spieler geehrt. Sepp Lackerschmid erhielt als Blasmusikant eine Urkunde. Mit der Goldenen Nadel des Bundes Deutscher Amateurtheater wurden Gretl Fischer und Rosi Kloiber geehrt. Urkunden gab es auch für Erwin Mrotzek junior (45 Jahre) und für Toni Rappel (55 Jahre).

„Geisterbräu“ im Jubiläumsjahr ein voller Erfolg

Der „Geisterbräu“ zum 100. Geburtstag des Priener Bauerntheaters im Jahr 2019 war glanzvoller Höhepunkt eines Jubiläumsjahres – doch dann kam mit Corona eine lange Bühnenpause. Nun war wieder eine Zusammenkunft im Cafe Luitpold in Prien-Stock möglich. Dabei wurde einiges an Informationen, Ehrungen, Neuwahlen und Geselligkeit nachgeholt. Und hoffnungsvoll wird bereits an einer neuen Aufführung geplant.

43 Mitwirkende beim „Geisterbräu“

„Sieben Mal wurde der Geisterbräu erfolgreich aufgeführt, das war eine große Leistung von den 43 Mitwirkenden und von uns allen, denken wir nur an die drei Bühnenbilder, an die Gewänder oder an die musikalische Ausgestaltung.“ Mit diesen Worten begann Franz Fritz seinen Rückblick. Er dankte der Marktgemeinde Prien, den zahlreichen Sponsoren und den Mitgliedern für ihre Unterstützung.

Spielleiter Sepp Furtner fügte noch hinzu: „Insgesamt 70 Einzel- und Gesamtproben waren nicht einfach. Aber jede noch so kleine Kleinigkeit wurde vor, auf, unter und hinter der Bühne ernst genommen, so dass wir weder bei den Texten noch bei den Bühnenbauern einen Fehler hatten.“

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Gemäß den Worten von Kassierin Gretl Fischer besuchten 1359 Zuschauer die Geisterbräu-Aufführung. Dem standen Ausgaben für Lizenzen, Theaterverlag, Kulissenmaterial, Versicherung, Tantiemen, Kostümverleih, Ausflug zu den Requisiten von der Landshuter Hochzeit und Saalmieten entgegen.

Laut Vorstand Fritz war es in der langen Corona-Zeit möglich, ein Grillfest bei der Familie von Klaus Kollmannsberger durchzuführen und den Umzug des Requisitenraumes vom Haus des Gastes zum König-Ludwig-Saal zu beginnen. Für die anstehenden Restarbeiten werde demnächst wieder zu ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen eingesagt.

„Alles bloß Theater“, so heißt das nächste Stück mit Spielleiter Sepp Furtner. Unter einigen Corona-Auflagen haben hierzu die Proben bereits begonnen und zur Weihnachtszeit soll es dann wieder Aufführungen geben.

„Das Bauerntheater ist wertvoller Kulturträger der Marktgemeinde“

Zweiter Bürgermeister Michael Anner junior bezeichnete in seinem Grußwort das Priener Bauerntheater als wertvollen Kulturträger über die Marktgemeinde Prien hinaus. Er dankte für die Bereitschaft, die Ehrenämter länger als geplant innezubehalten und leitete alsdann die Neuwahlen. Hier wurden Erster Vorstand Fritz und seine Stellvertreterin Brigitte Sperger unter großem Beifall wiedergewählt. Einen Wechsel gab es bei der Kassierin, hier übernahm Elisabeth Fischer das Amt von Gretl Fischer und das Amt der Schriftführerin gab Gabi Siebert an Monika Stockinger weiter.

Bühnenwart bleibt weiterhin Rudi Eichwaldt, dem Spielerausschuss gehören auch fortan Christian Lackerschmid, Katrin Wallner, Gabi Pfündl und Johannes Winzek an. Die Kasse wird wie bisher von Rainer Winzek und Martina Eifertinger geprüft. Für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Gretl Fischer und Gabi Siebert gab es schöne Blumensträuße.

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