Skulpturenwerkstatt für Priener Kinder: Aus Y-Tong-Steinen werden Gesichter

Voll bei der Sache: Unter Anleitung von Inge Fricke legten sich die Ytong-Steinmetze (von links) Tobias Püschel, Ludwig Mroczeck und Marlene Morgenstern voll ins Zeug, um ihre Kunstwerke entstehen zu lassen.
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Voll bei der Sache: Unter Anleitung von Inge Fricke legten sich die Ytong-Steinmetze (von links) Tobias Püschel, Ludwig Mroczeck und Marlene Morgenstern voll ins Zeug, um ihre Kunstwerke entstehen zu lassen.

Im Rahmen der KunstZeit 2020, einer Ausstellung, die über das ganze Priener Zentrum verteilt ist, können Kindern ihr Talent austesten. Kuratorin Inge Fricke steht ihnen in der Skulptutrenwerkstatt mit kreativen Ideen zur Seite.

Von Elisabeth Kirchner

Prien – „Also, ich sehe da eine Katze“, „Das wird eine Eule, oder?“ Nicht nur Tiere, sondern auch Gesichter schufen die jungen Künstler in der Skulpturenwerkstatt, die zum Rahmenprogramm derPriener KunstZeit2020gehört. Der Spaß am Formen, Hämmern, Sägen und Feilen, am Bemalen und überhaupt daran, sich kreativ zu betätigen, war den Kindern sichtlich anzusehen. Auch Inge Fricke, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin der Skulpturenwerkstatt, ihre „Assistenten“, Mitarbeiter der Priener Marketing GmbH, und ihr Mann Richard strahlten mit den Kindern im Schatten des Kurparks hinter dem Chiemsee Saal um die Wette.

Anregungen aus dem Skulpturengarten der „Profis“

Heiß war es, und dennoch zeigten die Kinder großes Interesse am Skulpturengarten. Dort, wo sich während der KunstZeit bis September die hölzernen Lutherfiguren von Marco Bruckner, der siebte Schöpfungstag in Bronze von Professor Heinrich Kirchner und rosa gefärbte Beton-Herzen von Christian Heß ein Stelldichein geben, erläuterte Inge Fricke den Kindern plastisch und knapp den Schaffens- und Bearbeitungsprozess der jeweiligen Materialien.

Derart inspiriert, ging es zurück in den Kneipp-Park, wo schon an mehreren Tischen Farbtuben, Birkenrinden, Holzbrettchen, Ytong-Steine, Becher, Gaze-Binden, Schnüre, Hand-Sägen, SchnitzmessPrien: 70 Schauplätze laden über die Sommermonate als Freiluftgalerie einer, Stifte und vieles andere mehr bereit lagen.

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Auf einem Nebentisch hatte Fricke einige selbst gestaltete Vorlagen ausgestellt – einen schachbrettmusterartig bunt bemalten Körper aus Gips, einen Hund aus Birkenrinde und ein in Ytong gemeißeltes Gesicht.

Auch wenn die Fülle und Auswahl an Skulpturenmaterial und -vorlagen groß war, schnell war den jungen Künstlern klar, was sie selbst gestalten wollten.

Tobias Püschel (13) und Ludwig Mrosczeck (5) griffen sofort nach einen Ytong-Stein, während Leni Lex (13) und Josefine Mroczeck (4) die unterschiedlich großen Birkenstamm-Rinden begutachteten.

Marlene Morgenstern (6) hingegen hörte aufmerksam zu, was Inge Fricke den beiden Ytong-“Steinmetzen“ zur Technik erzählte, griff auch in die Kiste mit den Birkenrinden und nahm dann doch einen Ytong-Stein. Mit einem Kohlestift zeichnete sie eine Gesichtshälfte auf die eine Längsseite, die andere Gesichtshälfte auf die andere, dann schien sie wieder zu überlegen.

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Inge Fricke hatte dem Schaffensprozess stumm zugesehen, dann schaltete sie sich doch ein. „Also ich sehe da weniger einen Mund, sondern eher einen Schnabel..“ Dankbar lächelte Marlene sie an: „Das soll auch eine Eule werden.“

Mit ein paar kurzen Kohlestrichen wurde der Mund kantiger, und dann ging es auch schon ans Meißeln. Mit einer Handsäge, einem kleinen Hammer und einem Pinsel in Form einer Rundbürste durfte Marlene selbst Hand an ihre Eule legen.

„Die Wimpern auszusägen, das ist schon mühsam“

Die beiden jungen Burschen, Tobias und Ludwig, waren da schon längst – von Ytong-Staub bedeckt – mitten im Schaffen: Charakterköpfe sollten es werden. „Die Wimpern auszusägen, das ist schon mühsam,“ schnaufte Tobias.

Josefine und Leni hatten sich in der Zwischenzeit eine Birkenrinde ausgewählt. „Da ist ein Auge“, so Josefine selbstbewusst: „Das wird ein Krokodil.“ Was man später auch in dem von ihr grob beschnitzten und grün angemalten Rindenstück sah. Leni hingegen entschied sich für abstrakte Kunst: In die Innenseite zog sie mit dem Schnitzmesser lange, ineinander laufende Linien, aus den ursprünglichen angedachten Feuerflammen wurden, bronzefarben angemalt, geometrische Gebilde. Aus unterschiedlich langen Hölzern, mit Schnüren umwickeltund auf einem kleinen Holzbrett aufgeklebt, formten die beiden dann Rohkörper, die sie glatt strichen und in Form modellierten. Bei Josefine entstand - mit Hilfe von Inge Fricke – ein Katzenkopf mit Ohren. Leni entscheid sich am Ende für eien Krone.

„Es hat viel Spaß gemacht“, freuten sich die Kinder am Ende über ihre Kunstwerke.

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