Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Opfer vom regionalen Verein „Athletes for Ukraine“ unterstützt

Sportler-Familie in Dnipro ausgelöscht: Siegsdorfer Olympiasieger Steinigen fassungslos

Anastasia Ignatenko, Akrobatiktrainerin, starb mit ihrem Mann und ihrem Kind beim russischen Raketenangriff auf Dnipro.
+
Anastasia Ignatenko, Akrobatiktrainerin, starb mit ihrem Mann und ihrem Kind beim russischen Raketenangriff auf Dnipro.
  • VonKarlheinz Kas
    schließen

Es ist eine Tragödie, die Entsetzen auslöst: Bei einem Raketenangriff auf Dnipro wurden die Akrobatiktrainerin Anastasia Ignatenko und ihre Familie getötet. Tief bestürzt ist auch der Siegsdorfer Biathlon-Olympiasieger Jens Steinigen. In einem Whatsapp-Posting verleiht er seiner Trauer Ausdruck.

Siegsdorf - Biathlon-Olympiasieger Jens Steinigen aus Siegsdorf, Gründer des Vereins „Athletes for Ukraine“ (AfU), schreibt ab und zu auch selbst etwas in die gleichnamige WhatsApp-Gruppe, die es seit zehn Monaten gibt und rund 100 Mitglieder zählt. Was er jetzt gepostet hat, erschüttert alle und macht sie fassungslos. Unter dem Bild einer jungen Familie steht: „Anastasia Ignatenko, Akrobatiktrainerin, starb mit ihrem Mann und ihrem kleinen Kind beim russischen Raketenangriff auf Dnipro. Einfach so, eine ganze Familie weg.“ Dahinter setzt der Rechtsanwalt aus Traunstein ein geteiltes Herz als Zeichen der Trauer und Anteilnahme.

Anastasia war eine jener Sportlerinnen, die der Verein „Athletes for Ukraine“ unterstützten. Seit der Gründung setzen sich Dutzende Mitglieder dafür ein, dass vor allem den Sportlern und Sportstätten in der Ukraine geholfen wird. Wenige Tage nach dem 24. Februar 2022, als der russische Angriffskrieg begann, hatte Steinigen den Verein gegründet und arbeitet fast täglich dafür. In der letzten Woche war er auch persönlich am eigenen Stand beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, um wieder etwas Geld in die Kasse zu spülen.

Immer wieder Rückschläge

Dnipro: Zahl der Toten steigt auf 40“. Unter der Überschrift berichtete das OVB in der Dienstagausgabe im politischen Teil auf Seite 4. Am selben Tag erfuhr Steinigen, dass Anastasia, ihr Mann und ihr Kind zu jenen 40 Toten gehören. „Das sind immer wieder Rückschläge, bei denen man einfach keine Worte findet, aber wir werden weiter arbeiten“, sagt der 56-Jährige Familienvater, der mit seinem Team im letzten Jahr von Innenminister Joachim Herrmann mit dem Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet wurde und am Jahresende per Post auch noch Dankesworte aus dem Innenministerium erhielt.

Zur WhatsApp-Gruppe gehören viele bekannte Sportler und Trainer, die sich in den Dienst der Sache stellen. So ist Fritz Fischer vom Biathlon-Camp in Ruhpolding ebenso dabei, wie Wolfgang Pichler aus Ruhpolding, gemessen an Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erfolgreichster Wintersporttrainer weltweit. Auch Tobi Angerer, Ex-Langläufer und zweifacher Tour-de-Ski-Sieger gehört dazu, der zehnfache Paralympics-Sieger Martin Braxenthaler oder auch Lisa Loch, Ehefrau von Rodler und Rekord-Olympiasieger Felix Loch. Viele weitere Sportbegeisterte sind in der Gruppe, wie Christl Lechner, Organisatorin der Beppos beim Biathlon in Ruhpolding, Ex-Biathletin Maren Hammerschmidt oder Alexander Klammer, alias DJ Lumpi, Stimmungskanone beim Biathlon-Weltcup.

Großes Engagement

„Man müsste eigentlich alle namentlich erwähnen, denn sie arbeiten ehrenamtlich für die Sache und das seit Monaten“, lobt Steinigen. Jüngstes Beispiel: „Wer hat morgen Zeit zum Helfen, in Siegsdorf im Lager das Material vom Biathlon-Weltcup aus dem Anhänger zu räumen, reinigen und falls nötig zu trocknen?“, schrieb Hannes in die Gruppe. Innerhalb einer Stunde meldeten sich fünf Mitglieder, die Zeit hatten. Oder: Vor dem Weltcup fragten die Pressesprecher Jonah Werner aus Rosenheim und Markus Kecht aus Ruhpolding, wer denn am Stand beim Weltcup arbeiten könnte. Auch hier kamen spontan soviel Zusagen, dass die Besetzung in kürzester Zeit organisiert war.

Bei aller Trauer und Grausamkeit gibt es gibt auch Herzzerreissendes in der Gruppe. Marcus Kinzner, in Ruhpolding beim Weltcup im Einsatz, teilte zur Jahreswende mit, das seine kleine Tochter mit ihrem neuen 3D-Stift erste Experimente gemacht habe. Herausgekommen war ein AfU-Engel. Es war die vielleicht schönste Botschaft in der Gruppe.

Kommentare