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1,2 Millionen Euro Kosten

Siegsdorfer Kirchturm wird saniert

Die Einhausung mit dem Schutzgerüst.
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Die Einhausung mit dem Schutzgerüst.
  • VonFranz Krammer
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Die Reparatur des Turms warf schon längere Zeite ihre Schatten voraus. Am Ende lösten sich schon Schieferplatten und die Gemeinde sperrte das Umfeld mit einem Bauzaun ab, bis das Sicherheitsgerüst errichtet war. Die Stoßgebete sind erhört, Finanzierung und Planung stehen, erste Aufträge für die Sanierung sind vergeben.

Siegsdorf – Die Sanierung des Kirchturms der Pfarrkirche Mariä Empfängnis, kann beginnen. Seit fast zwei Jahren ist der 60 Meter hohe Kirchturm in ein auffälliges Schutzgerüst verpackt. Nach Finanzierungsverhandlungen, Voruntersuchungen und Planungen ist ein Großteil der Arbeiten zur Sanierung des Turmes nun vergeben. Die Arbeiten am Süddach des Kirchenschiffes und der Sakristei sind für das Frühjahr 2022 vorgesehen.

Als verantwortlicher Bauherr fungiert die Pfarrei Siegsdorf. Sie rechnet damit, sich bis zu 15 Prozent an den Baukosten von knapp 1,2 Millionen Euro beteiligen zu müssen. Die fast zwei Jahre dauernde Notsicherung ist Teil der Gesamtmaßnahme.

Zustand immer schlechter – Vorsichtsmaßnahmen der Gemeinde

Immer hatten sich Teile der Schieferplatten an Turm und Hauptdach der Kirche gelöst. Die Gemeinde Siegsdorf als verantwortlicher Betreiber des Friedhofes musste deshalb im Herbst 2019 tätig werden. Im September erließ die Gemeindeverwaltung den Bescheid, das Umfeld des Kirchturmes umgehend mit einem Bauzaun abzusperren, bis das Sicherungsgerüst und die dazugehörige Bespannung errichtet werden konnte. Als weitere Maßnahme wurde eine Verstärkung der Dachbalkenkonstruktion angeordnet.

Bereits seit Jahren hatte der damalige Kirchenpfleger Hans Döpper immer wieder eine Sanierung angemahnt und kleinere Reparaturarbeiten durchgeführt, um größeren Schäden vorzubeugen. Sein Nachfolger Markus Hirtlreiter ist nun als Vertreter der Pfarrei für die Durchführung verantwortlich. Er konnte vom November 2019 bis zum August 2020 in vielen ehrenamtlichen Stunden und unzähligen Gesprächen bei kirchlichen und staatlichen Organisationen die Finanzierung der umfangreichen Baumaßnahme sichern und dann die Planungsarbeiten in Auftrag geben.

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Nachdem noch im November 2020 die Dachwerke an Turm und Hauptdach auf Schädlingsbefall und Schadstoffbelastung untersucht wurden und ein Prüfbericht zum Tragwerk vorlag, konnten heuer im Januar und Februar Turm und Langhaus verformungsgerecht aufgemessen werden. Zudem erbrachte eine Holzalterbestimmung in Frühjahr fundierte Erkenntnisse über die Altersstruktur der Tragwerke. Wie sich dabei herauskristallisierte, stammen die Hölzer des Dachwerkes auf Langhaus und Chor aus der Zeit der Erbauung des Gotteshauses und wurden etwa in Jahren 1778 bis 1780 gefällt.

Der mächtige spätgotische Turm, dessen Baugestalt auf das 15. Jahrhundert hinweist, ist ein Relikt der kleineren Vorgängerkirche und wurde beim Abriss und Neubau der Pfarrkirche (1779 bis 1781) erhalten und in den Neubau integriert.

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Der spitze Turmhelm besitzt ein Traggerüst aus Fichtenholz, das auf die Jahre 1624 bis 1630 datiert werden konnte. Die vormals mit grün gefärbten Holzschindeln ausgeführte Eindeckung wurde 1894 erstmals durch Schieferplatten ersetzt. Etwa um 1960 wurde unter Verwendung vorhandener Schieferplatten erste Schäden ausgebessert.

Das hölzerne Dachwerk der Kirchturmspitze sitzt auf einem gemauerten Turmschaft, die vier Seiten schließen mit dreieckigen Giebelscheiben aus Bachkieselmauerwerk ab, das bereits breite Risse und Versätze aufweist. An der westlichen, komplett verschieferten Giebelscheibe, wurde das obere Drittel bereits vor 1844 durch eine Holzkonstruktion ersetzt.

Feuchtigkeit macht dem Holz zu schaffen

Der spitze, etwa 30 Meter hohe Turmhelm ist achteckig und in acht Geschosse unterteilt. Durch die defekte Dacheindeckung ist vor allem der westliche Gratsparren durchfeuchtet und muss auf ganzer Länge ersetzt und die Anschlüsse erneuert werden. Auf Bestreben des Denkmalamtes soll nur das notwendigste schadhafte Holz ausgetauscht werden.

Neben der Erneuerung der schadhaften Hölzer an der Turmspitze und den Giebelscheiben sind auch Reparaturen an den Treppen, Leitern und Steigbäumen im Turminneren notwendig. Zur Erneuerung der Schiefereindeckung ist auch ein Austausch der Schalung und Unterdeckung von Nöten. Zudem sollen die große Kugel, das Kreuz und der Wetterhahn neu vergoldet und die Zifferblätter der Turmuhr neu beschichtet werden.

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