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Bauprojekte abgelehnt

Siegsdorfer Gemeinderat sagt Nein zu zwei Einfamilienhäusern: „Ortsunüblich und städtisch“

Die Westansicht des geplanten zweiten Hauses, das ebenfalls keine Zustimmung fand. RE
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Die Westansicht des geplanten zweiten Hauses, das ebenfalls keine Zustimmung fand.
  • VonFranz Krammer
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Zwei Anträge zum Bau großer Einfamilienhäuser in Unterheutau sorgten für Aufregung im Siegsdorfer Gemeinderat. Gauben, Kupferdach, die Lage im Hochwassergebiet und ungeklärte Fahrtrechte: Mit großem Unverständnis begutachtete das Gremium die Pläne der Bauwerber und lehnte einstimmig ab. Für Ärger sorgte indes eine E-Mail aus dem Landratsamt.

Siegsdorf – Zum einen möchte der Bauwerber laut Bürgermeister Thomas Kamm (ÜW) im nördlichen Bereich der Ortsteilsatzung Unterheutau, der allerdings laut der Karten im Umweltatlas Bayern als Gefahrenfläche für ein Jahrhunderthochwasser gekennzeichnet ist, ein großes Einfamilienhaus mit knapp 16 mal zehn Metern errichten, wobei das Gebäude auf der West- und Ostseite jeweils um sechs mal zwei Meter vorspringt.

Die Vorbauten sind im Plan laut Bauverwaltung im Obergeschoss mit tiefen Balkonen beziehungsweise Dachterrassen belegt. Das mit mehreren verschiedenen Gauben versehene Dach, das durch sein extravagantes Gefüge eine Firsthöhe von 7,75 Metern ergibt, soll mit Kupferblech ausgestattet werden.

Für die geplante Zufahrt über mehrere Teilflächen von benachbarten Gebäuden (Antragsteller ist derzeit der Eigentümer) liege kein Nachweis für ein Fahrtrecht vor.

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Der Gemeinderat schloss sich der ablehnenden Haltung des Bauausschusses an. Fehlende Fahrtrechte, die Lage im Hochwasserbereich und die Gestaltung mit „eindeutig städtischem Charakter“ führten zu Missfallen. Das Gebäude füge sich nicht in die dörflich geprägte Umgebung ein. Auch die Dacheindeckung mit Kupferblech sei ortsunüblich.

Die Gemeinde befürchtet durch eine zusätzliche Wohnbebauung zudem eine Gefährdung des benachbarten Metallbetriebes. Einer künftigen Zufahrt von Norden her im Außenbereich werde nicht zugestimmt.

Auch der zweite Antrag für ein weiteres großes Einfamilienhaus in U-Form im südlichen Bereich des derzeitigen Lagerplatzes fand keine Zustimmung. Das geplante Gebäude mit zwei Querbauten und einem Mittelteil liegt teilweise im Bereich der Ortsteilsatzung Unterheutau und hat an der östlichen Grenze lediglich einen Meter Grenzabstand zum Hochwasserdamm.

Landratsamt und Gemeinderat sind sich uneinig

Zu beiden Anträgen hatte die Verwaltung eine vorzeitige Einschätzung des Landratsamtes eingeholt und besonders bezüglich der Gestaltung der Baukörper die Meinung des Baujuristen abgefragt. Dieser informierte die Gemeinde per E-Mail darüber, dass bezüglich der Gestaltung der Gebäude keine Einwände erhoben würden und eine Fassadengestaltung in Einzelmaßnahmen ebenso wenig Teil der Prüfung sein würden wie eine Lage im Überschwemmungsgebiet.

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Unverständnis, Unmut über „zweierlei Maß“ und befürchtete Bevormundung durch das Landratsamt dominierten die Wortmeldungen der Ratsmitglieder aller Fraktionen zu den beiden Anträgen und man schloss sich der Meinung des Bürgermeisters an, dass man im Ernstfall auch eine Klage gegen den Bescheid des Landratsamtes in Erwägung ziehen wird. Einstimmig wurde das gemeindliche Einvernehmen zu beiden Bauanträgen verweigert.

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