Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinderat Siegsdorf

Massive Kritik an wolfssicheren Zäunen und Plädoyer für Abschuss des Raubtiers

„Vorsicht! Hier ist ein Wolfsgebiet!“ und Verhaltensregeln stehen auf diesem Warnschild. Warnen allein ist dem Siegsdorfer Gemeinderat zu wenig. Er spricht sich für Entnahme des Tiers aus.
+
„Vorsicht! Hier ist ein Wolfsgebiet!“ und Verhaltensregeln stehen auf diesem Warnschild. Warnen allein ist dem Siegsdorfer Gemeinderat zu wenig. Er spricht sich für Entnahme des Tiers aus.
  • VonFranz Krammer
    schließen

Mit 16:2 Stimmen sprach sich der Siegsdorfer Gemeinderat in jüngster Sitzung für die Entnahme des Wolfes aus, der im Chiemgau mehrere Schafe und Ziegen gerissen hat (wir berichteten). Heftig kritisiert wurden wolfssichere Zäune. Sie seien viel zu teuer.

Siegsdorf – Im November vergangenen Jahres hatte der Verband der Forstberechtigten im Chiemgau an die Regierung von Oberbayern nach mehreren Wolfrissen an Schafen und Ziegen im Chiemgau und einem Video eines Wolfes in der Ortsmitte von Bergen einen Antrag auf Wolfsentnahme bei der höheren Naturschutzbehörde gestellt.

Kleinteilige Landwirtschaft

Die entsprechenden Gen-Analysen hatten dabei eindeutig ergeben, dass es sich auch tatsächlich um einen Wolf gehandelt hatte. Unterstützt wird der Entnahmeantrag auch bereits von der Schafhaltervereinigung Traunstein und dem Bayerischen Bauernverband und auch einige Nachbargemeinden haben sich bereits dafür ausgesprochen den Entnahmeantrag des Verbands der Forstberechtigten Chiemgau e.V. zu unterstützen. Bürgermeister Thomas Kamm (Freie Wähler) Kamm wollte das emotionsgeladene Thema in der jüngsten Sitzung „auf das Wesentliche konzentriert sehen“. Er vertrat die Ansicht, die kleinteilige Landwirtschaft im Voralpenland müsse als Teil des Kulturraums unbedingt erhalten und demnach auch geschützt werden müsse. Die Anbringung von Schutzzäunen, sowie der Einsatz von Hunden als Herden-Hüter sei „nicht durchführbar, auch nicht verhältnismäßig und zumutbar“.

Froh über Unterstützung

Gemeinderätin Christina Haas (CSU), auf ihrem Betrieb bereits mit einem durch einen Wolf verletzten Kalb konfrontiert, zeigte sich froh über die Unterstützung durch das Statement des Bürgermeisters. Sie erläuterte dazu die stringenten Bestimmungen auf einem Biobetrieb zum Tierwohl, mit Haltung der Tiere im Freien und Weidebetrieb im Sommer, und forderte alle auf, sich vorzustellen wie sich der Bau von kilometerlangen elektrischen Wolfsschutzzäunen auf das touristisch geprägte Voralpenland auswirken werde. „Wir Familienbetriebe sind mit Arbeit komplett ausgelastet. Wer soll das alles bewältigen?“, stellte sie in den Raum und wurde dabei vehement von Martin Hunglinger (UW) unterstützt.

Kosten bei rund 100 000 Euro

Ein wolfssicherer Zaun für 20 Jungtiere im Gemeindebereich werde nach seinen Erkundungen etwa100 000 Euro kosten und müsse vom Landwirt oder Eigentümer zehn Jahre selbstverantwortlich gepflegt und instand gehalten werden.

Zweiter Bürgermeister Manfred Guggelberger (BfS) plädierte für die Entnahme und das Vermeiden von Zäunen oder Hütehunden, die mit einer Tourismusregion und einer über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft nicht vereinbar seien.

Für Willi Geistanger (Grüne) hingegen ist nicht der Wolf das Problem, sondern die Emotionen. Er verdeutlichte die Position seiner Partei, die bei einer Rudelbildung von Wölfen zwar einzelne Entnahmen unterstützen würde, aber dabei auf Betäuben und Umsetzen in unbesiedelte Regionen plädiere.

Den Bauern den Rücken stärken

Diesen Aspekt nahm auch Rainer Klapfenberger (SPD) für sich in Anspruch. Hubert Wolff (CSU) forderte abschließend alle auf, ebenso wie bei der Abstimmung zu „Fair-Trade“, diesmal auch der heimischen Landwirtschaft den Rücken zu stärken. Bei den Gegenstimmen von Willi Geistanger (CSU) und Rainer Klapfenberger (SPD) schloss sich der Gemeinderat dann mit 16:2 Stimmen der Unterstützung des Antrags des Verbandes der Forstberechtigten im Chiemgau e.V. zur Wolfsentnahme bei der Regierung von Oberbayern an.fkr

Mehr zum Thema

Kommentare