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NACH LANGEM HIN UND HER

Siegsdorf: Erstmals in der 149-jährigen Geschichte bekommt die Feuerwehr eine Drehleiter

Große Freude beim Fahrzeugausschuss der Siegsdorfer Feuerwehr über das neue Einsatzfahrzeug (von links): Dritter Kommandant Peter Bittner, Birger Ossenberg, Thomas Lederer und Raphael Schreckenbauer; im Rettungskorb dahinter (von links) Erster Kommandant Manfred Steiner und Stellvertreter Hansjörg Mayer.
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Große Freude beim Fahrzeugausschuss der Siegsdorfer Feuerwehr über das neue Einsatzfahrzeug (von links): Dritter Kommandant Peter Bittner, Birger Ossenberg, Thomas Lederer und Raphael Schreckenbauer; im Rettungskorb dahinter (von links) Erster Kommandant Manfred Steiner und Stellvertreter Hansjörg Mayer.
  • VonFranz Krammer
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Die Beschaffungsdiskussionen ist nach 30 Jahren endlich beendet: Die Feuerwehr Siegsdorf nimmt nach langem Hin und Her ihr neues Drehleiter-Einsatzfahrzeug in Betrieb. Sehr zur Freude der Einsatzkräfte.

Siegsdorf– In ihrer knapp 150-jährigen Geschichte hat die Feuerwehr Siegsdorf jetzt erstmals eine Drehleiter bekommen. Fünf Mitglieder der Wehr kehrten nach einer zweitägigen Einweisung beim Hersteller mit dem neuen Fahrzeug aus Ulm zurück und wurden dabei von ihren Kameradinnen und Kameraden mit einem Fahrzeugspalier und einem nassen „Willkommens-Wasserbogen“ auf der Traunbrücke begrüßt.

Das neue Drehleiter-Einsatzfahrzeug Typ DLA(K) 23/12 mit dem Rufnamen „Siegsdorf 30/1“ ist ein technisches und optisches Schmuckstück der Firma Magirus Deutz mit einem Gewicht von 16 Tonnen und einer maximalen Rettungshöhe von 30 Metern. Der Rettungskorb bietet Platz für drei Personen und das Fahrzeug ist mit weiterer Beladung wie Lüftern, Notstromaggregat, Höhensicherungsgeräten und Krankentrageausrüstung ausgestattet.

Das neue, rund 650.000 Euro teuere Fahrzeug wird die knapp 60 aktiven Männer und Frauen die nächsten Monate, zusätzlich zu ihren knapp 200 Alarmierungen jährlich, mit intensiven zusätzlichen Einweisungen und Übungen beschäftigen, um dann im Ernstfall auch sichere und tatkräftige Hilfe leisten zu können.

In einem Gespräch mit Kommandant Manfred Steiner, der die neue Drehleiter persönlich am Gerätehaus einparkte, konnte unser Berichterstatter Einblicke in die lange Geschichte „Drehleiter für die Gemeinde Siegsdorf“ nehmen.

Erste Forderungen nach Drehleiter vor 30 Jahren formuliert

Bereits Anfang der 1990er Jahre wurden Forderungen für die Beschaffung einer Drehleiter für Siegsdorf immer lauter – aber auch die kritischen Stimmen dagegen. Viele Jahre lang konnte sich die Gemeinde auf die gegebene Einhaltung der Rettungsfristen durch die Feuerwehren Traunstein und Ruhpolding berufen, doch immer mehr größere Gebäude mit Brüstungshöhen von über acht Meter und neue Vorschriften und Rettungsanforderungen erhöhten den Druck auf die Verantwortlichen. Mit der Erstellung eines Feuerwehr-Bedarfsplanes für die Kommune Anfang 2019 kam dann endgültig Klarheit auf, und eine jahrelange Diskussion über Notwendigkeit, Sinn und Zweck einer Drehleiter für Siegsdorf ging zu Ende.

Ab Januar monatelanger Marathon

Begonnen hat mit dem positiven Gemeinderatsbeschluss im Januar 2019 aber auch ein monatelanger Marathon an nervenaufreibenden, komplizierten Besprechungen, E-Mail-Austausch, Telefonaten, Videokonferenzen, angedrohten Vertragsstrafen und bürokratischen Anforderungen für die Verantwortlichen aus der Feuerwehr und der Gemeinde.

Der noch im Januar 2019 gegründete sechsköpfige „Fahrzeugausschuss“ der Wehr mit den drei Kommandanten Manfred Steiner, Hansjörg Mayer und Peter Bittner sowie den Führungskräften Birger Ossenberg, Raphael Schreckenbauer und Thomas Lederer besichtigte Drehleitern, holte sich Erfahrungen von anderen Wehren ein und besuchte Fahrzeugvorführungen bei den Herstellern.

Interkommunale Zusammenarbeit notwendig

Parallel dazu wurden Kontakte im Rahmen der „Interkommunalen Zusammenarbeit“ mit anderen Gemeinden geknüpft, um bei der Bestellung als gemeinsame Partner aufzutreten. Die Kommunen Gräfenberg im Landkreis Forchheim (Oberfranken) und Beilngries im Landkreis Eichstätt (Oberpfalz) kamen dabei als Partner zum Tragen.

Im Zuge der Interkommunalen Ausschreibung mussten alle drei Fahrzeuge bis ins Detail gleich ausgestattet und aufgebaut sein, was immer wieder aufwändige Besprechungen, Kompromisse und Lösungsvorschläge notwendig machte. Nachdem im November 2019 alle drei Gemeinderatsgremien der Beschaffungsgrundlage zugestimmt hatten, konnte die Ausschreibung für die Fahrzeuge starten.

Sicher geglaubter Zuschuss vom Kreistag aufgehoben

Damit wurden die Probleme aber nicht weniger. Der sicher geglaubte Zuschuss des Landkreises Traunstein wurde nach einem Beschluss des Kreistages aufgehoben, erst viele weitere Gespräche mit Landrat, Gemeinde und Feuerwehr konnten den Kreistag umstimmen.

Aber auch bei der Förderung durch den Freistaat Bayern schlitterte man in einen Förderstopp aus Budgetgründen, der nach weiteren langwierigen Verhandlungen in der Zusage endete, zwar keine Aufträge erteilen, aber wenigstens die Ausschreibung starten zu dürfen.

Erst Mitte Dezember 2020 konnte nach Eingang des Förderbescheides dann endlich der Auftrag erteilt und Klärungsgespräche beim Hersteller geführt werden.

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