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Konkrete Pläne für Einheimischen-Projekt am Augraben

Bezahlbare Wohnungen für die Siegsdorfer

Das ist der aktuelle Grundriss des zweiteiligen Gebäudes mit der geplanten Aussenanlage.
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Das ist der aktuelle Grundriss des zweiteiligen Gebäudes mit der geplanten Aussenanlage.

Das einzige, was dem ambitionierten Projekt in Siegsdorf im letzten Moment noch ein Bein stellen könnte, sind die steigenden Baupreise. Momentan liegt die Kostenschätzung bei 8,8 Millionen Euro. Im Dezember waren es noch 8,2 Millionen.

Siegsdorf – Die Gemeinde plant im Augraben im Ortsteil Eisenärzt 32 Wohnungen zu bauen, die sie zu bezahlbaren Preisen von knapp unter zehn Euro Kaltmiete an Einheimische vergeben möchte. Mit knapp 8,8 Millionen Euro sind die Bau- und Planungskosten seit Dezember um 600 000 Euro gestiegen, wie Bürgermeister Thomas Kamm (UW) im Nachgang der Sitzung im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen sagte. Sollten die Kosten explodieren, sei auch ein kurzfristiger Stopp des Projekts möglich. Aktuell laufen die Planungen aber. In seiner jüngsten Sitzung segnete der Siegsdorfer Gemeinderat einstimmig den Entwurf der Architekten ab. Noch in diesen Tagen geht der Bauantrag ans Landratsamt Traunstein.

Hybridbau mit hohen Energiestandard

Christoph Scheithauer vom Architektenteam Scheithauer/Farthofer aus Freilassing hatte die Planung bereits im gemeindlichen Bauausschuss vorgestellt und stand nun dem Gemeinderat Rede und Antwort. Das Gebäude, in dem 23 Wohnungen untergebracht werden, wird als Hybridbau aus Beton und Holz mit einem Energiestandard 40+ ausgeführt. Wie der Architekt erklärte, wird die Beheizung nun mit einem Wärmepumpensystem, verbunden mit einem circa 200 Kubikmeter großen Eisspeicher erfolgen. Da auch die gesamte andere Haustechnik keine wartungsintensiven Bauteile umfasst, könnten die höheren Baukosten mit geringeren Nebenkosten in der Wartung kompensiert werden.

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Neben den erforderlichen Betondecken und Tragteilen werden aus Schallschutzgründen auch die Wohnungs-Trennwände in Beton ausgeführt, der restliche Baukörper entsteht in Holzkonstruktion. Für die Außenschale ist derzeit eine Verkleidung aus Lärchenbrettern vorgesehen.

Auch der geforderte Freiflächenplan liegt mittlerweile vor. Die 23 Wohneinheiten sind in neun Zwei-, zwölf Drei- und drei Vierzimmer-Wohnungen aufgeteilt. Den Wohnungen ist jeweils ein kleiner Garten zugeteilt. Angrenzend erstreckt sich laut Scheithauer die Gemeinschaftsfläche mit Kinderspielplatz und Gemüsegarten.

Bau- und Planungskosten stark gestiegen

In der Tiefgarage unter dem Gebäude entstehen neben den Kellerabteilen 31 Auto-Stellplätze. Die restlichen Parkplätze sollen an der Westseite und entlang der Straße gebaut werden.

Laut Bürgermeister Kamm ist der Baubeginn für September vorgesehen. Die Gemeinde hat die steigenden Preise im Blick. Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen sagte Kamm, dass es vor vier Wochen zu „exorbitanten“ Preissteigerungen gekommen sei. Bei einer weiteren rasanten Verteuerung könnte man das Vorhaben kurzfristig stoppen, hatte er in der Sitzung erklärt. Dort hatte er weiter berichtet, dass den unmittelbaren Nachbarn die Planungen vorgestellt habe. Diese seien durchwegs auf Zustimmung gestoßen. Um die Belastungen für die Nachbarn zu begrenzen strebe man eine relativ kurze Bauzeit an, die nach den Worten des Planers auch zu verwirklichen sein sollte.

Viele Jahre Berliner Feriendorf

Das gesamte Baugebiet war einst ein Ferienpark, das so genannte „Berliner Feriendorf“, wie Bürgermeister Kamm im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet. Es war in den 60er-Jahren als eines von drei Feriendörfern in Bayern vom Hilfswerk Berlin errichtet worden. Familien aus dieser Stadt konnten dort Urlaub machen. „Bei der Einweihung war sogar der damalige regierende Berliner Bürgermeister Willy Brandt da“, so Kamm. 110 Bungalows befanden sich im Siegsdorfer Ferienpark.

Aus dem Feriendorf wird ein Wohngebiet

2006 ging das Feriendorf in den Besitz eines holländischen Investors über, so Kamm. Dieser habe den Betrieb später eingestellt, weil sich das Feriendorf nicht mehr rentiert habe. Letztlich kaufte der Freilassinger Bauunternehmer Max Aicher im Jahr 2014 den Grund auf. Die Gemeinde Siegsdorf habe Aicher ein Wohngebiet in Aussicht gestellt, allerdings zur Auflage gemacht, dass ein Drittel der Fläche zu einem fixierten Preis als Grund für Einheimische zur Verfügung gestellt werden muss.

Baugrund haben fünf Familie mit je drei Kindern bekommen

Vor 14 Tage seien die letzten fünf der insgesamt 35 Einheimischengrundstücke verbrieft worden, so Bürgermeister Kamm. Den Zuschlag hätten allesamt Familien mit jeweils drei Kindern bekommen. Auf dem verbliebenen Gemeindegrundstück am Augraben sollen nun die Mehrfamilienhäuser mit den 23 Mietwohnungen entstehen. Die energetische Bauweise solle den künftigen Mieter langfristig vor allzu hohen Nebenkosten bewahren, so Kamm.

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