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Früheres Spielwarengeschäft Häusler

Sie ließen die Kinderaugen leuchten: Spielwaren-Paar feiert Diamantene Hochzeit in Grassau

Immer noch glücklich zusammen: Barbara und Werner Häusler aus Grassau.
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Immer noch glücklich zusammen: Barbara und Werner Häusler aus Grassau.
  • VonTamara Eder
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Schon Bürgermeister Kattari war als kleiner Junge ein Kunde: Die Rede ist vom Spielwarengeschäft Häusler. Das Inhaberpaar feierte nun diamantene Hochzeit. Über zwei Kriegskinder, die sich in Grassau gefunden haben.

Grassau – Viele Grassauer können sich noch gut an das Spielwarengeschäft von Werner und Barbara Häusler an der Bahnhofstraße erinnern. An den Schaufenstern drückten sich die Kinder ihre Nasen platt und bestaunten die Auslage und die neuesten Spielzeuge. Auch Bürgermeister Stefan Kattari kann sich daran gut erinnern und gratulierte dem Paar nun zur diamantenen Hochzeit.

Rückblick auf eine spannende Zeit

Nicht selten besuchten die Kinder das Geschäft nur so, um sich umzusehen und Werner Häusler wurde nie müde, den Kindern alles zu erklären. Als er das Geschäft eröffnete, war er bereits verheiratet, hatte drei Kinder und wagte den Sprung in die Selbstständigkeit. An ihrem 60. Hochzeitstag blickte das Ehepaar Häusler nicht nur auf diese spannende Zeit zurück.

Zufrieden ist das Paar und fühlt sich auch nach 60 Ehejahren „immer noch stark verbunden“. Sie blicken auf ein bewegtes, gemeinsames Leben zurück, auf viele schöne, abenteuerliche Reisen mit Zelt und Wohnwagen. Abenteuerlich begann auch das Leben von Barbara Häusler. Sie flüchtete, gerade einmal zweieinhalb Jahre alt, mit ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg aus Schlesien nach Grassau. Man habe sich damals die Gegend angesehen und am schönsten sei es eben am Chiemsee gewesen. Mit dem Zug ging es über Umwege von Schlesien nach Traunstein und dann weiter nach Staudach. In der Post habe die Familie damals Obdach gefunden, bis diese von den Amerikanern bezogen wurde und die Flüchtlinge raus mussten.

Ungewöhnliche Bleibe

Im heutigen Rathaus habe die Familie dann gewohnt, erzählt sie. Werner Häusler stammt hingegen aus Penzberg. Sein Vater hatte ein Elektrizitätswerk in München geleitet. Zweimal seien sie in München ausgebombt worden, erinnert er sich an die zeit des Zweiten Weltkriegs. Mit dem Großvater ging es dann nach Rosenheim. Kennengelernt haben sich die beiden Kriegskinder Barbara und Werner schließlich als Jugendliche in der Grassauer Hütte. Sie war noch Schülerin und Werner mit dem Hüttenwirt bekannt. Drei Jahre später heirateten die beiden im August 1962 und wohnten damals in Rosenheim.

Das Herz an Grassau verloren

Doch Grassau hatten den beiden schon damals sehr gut gefallen und sie wollten nach Grassau ziehen. Als die Gemeinde dann Grundstücke in Mietenkam vergab, bewarben sich die beiden. Nachdem für ihr heutiges Grundstück kein Bewerber da war, erhielten die beiden überraschend und zwei Tage nach der Geburt der Zwillinge den Zuschlag.

Das Häuserl in Rosenheim wurde verkauft und das Geld in das neue Zuhause in Grassau investiert. Das Paar kann sich noch gut an den Einzug im November 1965 erinnern, denn vieles wurde selbst erledigt und da zahlte es sich aus, dass Werner Zimmerer war. „Jeden Ziegel im Haus habe ich selbst in die Hand genommen“, sagte er. Als Zimmerer verdiente man damals jedoch zu wenig, um eine Familie und ein Haus zu finanzieren, und so wechselte Werner den Beruf und wurde Vertreter für Büromaschinen. „Der Verdienst war so gut, dass das Haus in drei Jahren bezahlt war“, erzählt er. Doch der Stress forderte seinen Tribut und der Hausarzt riet ihm eindringlich, den Beruf zu wechseln, da das Herz den Stress nicht weiter mitmachen würde. Zuerst wollte er, sportlich sehr interessiert und aktiv, ein Sportgeschäft eröffnen.

Eine Institution in der Gemeinde

Doch dann bot sich die Gelegenheit das Geschäft in der Bahnhofstraße zu mieten und hier passte das Angebot an Spielwaren. So wurde 1975 das Spielwarengeschäft zur Freude der Grassauer Kinder und Jugendlichen eröffnet.

23 Jahre lang war Werner Häusler mit seinem Laden eine kleine Institution in Grassau und ließ Kinderaugen leuchten. Er konnte die Spielwaren immer erklären, denn das meiste probierte er selbst aus. Auch wenn die Selbständigkeit nicht immer einfach ist, so bereut er die Zeit nicht.

Zum Ausgleich ging´s anfangs mit Auto und Zelt in den Urlaub und später mit Wohnwagen und VW-Bus. Heute fühlt sich das Paar in seinem Haus mit dem schönen Garten und den hohen Bäumen sehr wohl, genießen das Rentnerleben und freuen sich, wenn die Söhne und die vier Enkelkinder zu Besuch kommen.

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