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TÄTER BAT UM ENTSCHULDIGUNG

Sexuelle Nötigung: Schöffengericht in Rosenheim verhängt Bewährungsstrafe für reumütigen 34-Jährigen

Die Hand gegeben haben sich der 34-jährige Angeklagte aus dem Chiemgau und sein zum Tatzeitpunkt 18-jähriges Opfer wohl nicht. Dennoch kam es zwischen den beiden zu einem Ausgleich. Der Mann hatte die Frau bei einer Feier sexuell belästigt.
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Die Hand gegeben haben sich der 34-jährige Angeklagte aus dem Chiemgau und sein zum Tatzeitpunkt 18-jähriges Opfer wohl nicht. Dennoch kam es zwischen den beiden zu einem Ausgleich. Der Mann hatte die Frau bei einer Feier sexuell belästigt.
  • VonTheo Auer
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Im August 2019 hat ein Hotelangestellter eine 18-Jährige bei einer Feier in einem Tagungshotel einer Chiemseegemeinde sexuell belästigt. In den Vernehmungen behauptete der Mann dann, es sei umgekehrt gewesen. Geglaubt hat ihm das niemand. Vor Gericht aber zeigte er sich plötzlich einsichtig.

Chiemsee – Weitere Übergriffe konnte sie abwehren und floh zurück in die Gesellschaft. Deswegen beschuldigt führte der 34-Jährige anschließend und bei allen weiteren Vernehmungen an, nicht er habe sie, sondern viel mehr sie habe ihn sexuell attackiert.

Nachdem hier Aussage gegen Aussage stand, war zur Verhandlung ein umfangreiches Aufgebot an Zeugen geladen, um den tatsächlichen Ereignissen auf den Grund zu gehen. Gleich zu Beginn der Verhandlung bat der Vertreter des Angeklagten, der Rechtsanwalt Marc Wederhake, um ein Rechtsgespräch. In dessen Verlauf erklärte der Verteidiger, dass sein Mandant umfassend geständig sei.

Außerdem sei er bereit, eine namhafte Summe an das Tatopfer, beziehungsweise deren Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Antje Brandes, zu übergeben. Er bat ausdrücklich um Entschuldigung für sein ihm heute unverständliches Handeln.

Finanzieller Ausgleich erfolgt noch vor Gericht

Deutlich wurde, dass der Angeklagte, der aus seiner Anstellung umgehend entlassen worden war, zum Tatzeitpunkt nicht nur betrunken, sondern überhaupt alkoholabhängig war und sich daraufhin in eine diesbezügliche Therapie begeben hatte. Lediglich der Corona-Pandemie wegen sei diese derzeit unterbrochen.

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Durch das Rechtsgespräch wurde die Einvernahme des Tatopfers vor Gericht überflüssig und auch eine ganze Reihe von geladenen Zeugen musste nicht vor Gericht erscheinen. Als Resultat wurde zwar der Versuch einer Vergewaltigung in eine Vollendete umgewandelt, aber Staatsanwalt und Gericht erkannten das Bemühen des Angeklagten um Schonung seines Tatopfers an, genauso den noch vor Gericht erfolgten finanziellen Täter-Opfer Ausgleich sowie die sichtbar gewordene Reue des Angeklagten.

Angeklagter soll Therapie gegen Alkoholsucht wieder aufnehmen

Der Staatsanwalt konnte unter diesen Voraussetzungen dem Vorschlag des Gerichts beitreten, im Zuge einer Verständigung dem Angeklagten die Aussetzung einer Strafe zur Bewährung zuzusichern. Auch, weil der Mann nicht vorbestraft war. Allerdings beantragte er, dass der Angeklagte im Zuge einer Bewährungsauflage verpflichtet werden solle, nach den Corona-Einschränkungen unverzüglich die Therapie gegen seine Alkoholsucht wieder aufzunehmen. Ein Jahr Haft mit Bewährung, so sein Antrag.

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Die Nebenklägerin und der Verteidiger stimmten dem Staatsanwalt gemäß der Verständigung im Wesentlichen zu, der Verteidiger hielt aber eine Haft von neun Monaten für ausreichend. Das Schöffengericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richterin Melanie Bartschat stellte fest, dass der Angeklagte tatsächlich dem Tatopfer und dem Gericht viele Unannehmlichkeiten und Aufwand erspart habe. Auch glaubte man ihm die gezeigte Reue und Einsicht. Elf Monate Haft, ausgesetzt zur Bewährung mit der Auflage zu neuerlicher Therapie lautete das Urteil.

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