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Prozess wegen Sex mit Minderjähriger

„Leider hab’ ich’s wieder nicht geschafft“: Angeklagter zeigt Reue

Der Angeklagte lernte die 13-Jährige auf Snapchat kennen. Dann kam es zu einem Treffen.
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Der Angeklagte lernte die 13-Jährige auf Snapchat kennen.

Traunstein/Burghausen – Der Angeklagte wohnte in Töging und traf sich mit einer 13-Jährigen zum Geschlechtsverkehr. Jetzt steht er wegen „schwerem sexuellen Missbrauchs“ vor Gericht. Am 27. September beginnt die Verhandlung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prozessauftakt gegen Mann aus Kreis Altötting (29) wegen „schwerem sexuellen Missbrauchs“ in Traunstein.
  • Des Weiteren werden ihm unerlaubter Erwerb, Besitz und Überlassung von Betäubungsmitteln vorgeworfen.
  • Angeklagter räumt Schuld ein – aber verteidigt sich auch.

Update, 15.08 Uhr - „Leider hab’ ich’s wieder nicht geschafft“: Angeklagter zeigt Reue

Um 14 Uhr setzt die Vorsitzende Richterin die Verhandlung fort. Die Kammer will nähere Angaben von dem Angeklagten bezüglich der erworbenen Mengen Marihuana. Es soll sich dabei um kleine Mengen zum eigenen Konsum gehandelt haben. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Axel Reiter aus Mühldorf, fügt dem hinzu, dass sein Mandant sich aktuell in Suchtberatung befände. Er verliest eine Empfehlung der Beratungsstelle, in welcher dem Angeklagten eine Behandlung seiner Spiel- und Rauschgiftsucht empfohlen wird. 

Verminderte Schuldfähigkeit wegen Drogensucht

Anschließend sagt der psychiatrische Gutachter Michael Soyka, Professor für Psychiatrie in München aus: Der 29-jährige Angeklagte habe eine schwierige Kindheit in instabilen Verhältnissen durchlebt und diverse Erfahrungen mit Drogen gesammelt. Weil er im Januar 2021 eine schwierige Trennung von der Mutter seines zweiten Kindes durchlebt habe, stimmte er dem Treffen mit der 13-Jährigen zu, bei dem er dann auch berauscht gewesen sein soll.

Es bestehe das Risiko zu weiteren Straftaten unter Drogeneinfluss. Eine verminderte Schuldfähigkeit könne nicht ausgeschlossen werden. Richterin Aßbichler befragt den Angeklagten zu seiner Arbeit. Er sagt aus, dass er vor seiner Inhaftierung viel Glück gehabt habe: Er habe eine gut bezahlte Arbeit und tolle Wohnung gefunden. „Leider hab‘ ich‘s wieder nicht geschafft“, sagt der Angeklagte. Dann bringt Staatsanwältin Hahn ihr Plädoyer vor: 

Staatsanwältin und Verteidiger plädieren für „minder schweren Fall“

Es handele sich um einen weniger schlimmen Fall des sexuellen Missbrauchs. Da die Treffen auf Anregung der Geschädigten hin stattgefunden hätten, hätten die Handlungen im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden. Der Beschuldigte sei schuldig im Sinne der Anklage. Bezüglich des „schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern“ schlägt sie einen minderschweren Fall vor und plädiert für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Es lägen die Voraussetzung für eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt vor.

Dann plädiert der Verteidiger Axel Reiter für seinen Mandanten: Weil auf die Geschädigte in keiner Weise Druck oder Gewalt ausgeübt worden sei, stimme der Anwalt vollumfänglich der Staatsanwältin zu und schlägt ebenfalls die Annahme eines „minderschweren Falles“ vor. Die Kammer solle berücksichtigen, dass die Geschädigte zwei Wochen nach dem zweiten Treffen mit seinem Mandanten ihren 14. Geburtstag gefeiert habe. Weil sein Mandant sich umfassend geständig gezeigt habe und die Tat bereue, schlägt der Rechtsanwalt eine Freiheitsstrafe von maximal 2,5 Jahren vor. 

„Werde das immer mit mir herumtragen müssen“

Der Angeklagte darf noch seine letzten Worte an die Kammer richten und sagt: „Wissen Sie, mich hat meine Tat jeden Tag meiner Haft beschäftigt. Ich werde das immer mit mir herumtragen müssen und niemand interessiert was da genau war, wenn da steht ,sexueller Missbrauch von Kindern‘. Ich frage mich wirklich, was ich mir dabei gedacht habe.“

Die Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler schließt die Verhandlung. Die Urteilsverkündung findet am 29. September um 9 Uhr statt.

+++ innsalzach24.de berichtet dann wieder live aus dem Gerichtssaal +++

Update, 10.25 Uhr - Sex mit Mädchen (13)? So verteidigt sich der Angeklagte (29) aus dem Kreis Altötting

Pünktlich beginnt der erste Verhandlungstag im Prozess gegen einen Mann aus Töging, der sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen vor Gericht verantworten muss. Die Vorsitzende Richterin, Jacqueline Aßbichler bittet Staatsanwältin Hahn zur Verlesung der Anklageschrift.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die 13-jährige Geschädigte im Frühjahr 2021 zweimal getroffen zu haben. Bei beiden Gelegenheiten habe der Mann geschützten Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen vollzogen, wobei er ihr beim ersten Treffen Geld und beim zweiten Treffen eine Flasche Wodka als Entgelt dafür gegeben habe. Neben schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern wird dem Angeklagten unerlaubter Erwerb, Besitz und Überlassung von Betäubungsmitteln vorgeworfen.

Mädchen habe nicht „wie 13 ausgesehen“

Der Angeklagte räumt seine Tat ohne Zögern ein. Die Vorsitzende Richterin befragt den 29-Jährigen, wie er die Geschädigte kennenlernte. Er erklärt, dass er zuerst ein paar mal mit dem Mädchen auf Snapchat hin und her gechattet habe. Dann habe sie ihm sexuelle Handlungen angeboten, was ihn angeblich sehr verwunderte. Der Mann habe zuerst kein Foto von ihr gesehen. Die Geschädigte sei allerdings ziemlich hartnäckig gewesen und habe den Mann unbedingt treffen wollen.

Bei dem Treffen habe der Angeklagte ihr junges Alter nicht angesehen, weil sie recht stark geschminkt gewesen sein soll. Er gibt an, bei dem Treffen sehr aufgeregt gewesen zu sein und vorher Aufputschmittel genommen zu haben, weswegen er sich mit einem Joint beruhigt habe. An diesem habe die Geschädigte ziehen wollen.

Cannabis, Kokain und Badesalze

Die Vorsitzende Richterin befragt den Angeklagten, wie es dem Beschuldigten im Gefängnis gehe. Er gibt an, dass er elf Jahre Betäubungsmittel konsumiert habe und in der Untersuchungshaft erkannt habe, dass dies ihm nur Probleme eingebracht habe. „So möchte ich nicht weiter leben“, sagt er. Seit Januar 2021 sei der Angeklagte getrennt von der Mutter seines Kindes. Seitdem gehe es den Angaben des Angeklagten nach, bergab mit seinem Leben. Wegen einiger Vorstrafen befragt die Richterin den Angeklagten zu seinem Drogenkonsum. Er gibt an, erst Cannabis, dann Kokain konsumiert zu haben und dann jahrelang Badesalze genommen zu haben, die man im Internet bestellen könne.

Auslöser für die Anzeige war eine zufällige Vernehmung

Richterin Aßbichler ruft dann eine Kripo-Beamtin in den Zeugenstand. Diese sagt aus, dass sie die 13-Jährige wegen eines Vorfalls mit einem Exhibitionisten vernommen habe. Das Mädchens habe dabei zufällig erzählt, bereits mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Das veranlasste die Beamtin genauer nachzufragen, wobei das Mädchen von ihren Treffen mit dem Angeklagten erzählte und dieser daraufhin angezeigt wurde. Bei der Durchsicht der Snapchat-Protokolle mit dem Angeklagten habe die Beamtin keinen Druck oder Aufdringlichkeit durch den Beschuldigten feststellen können.

Als nächste Zeugin wird eine Polizeibeamtin in den Gerichtssaal gerufen, die die Geschädigte mehrmals vernommen hat. Sie gibt an, dass die 13-Jährige sich sehr mutig und erwachsen ausgegeben habe. Das Mädchen habe zugegeben, dass sie das Treffen mit dem Angeklagten selbst gewollt, und ihn zu bezahltem Geschlechtsverkehr gedrängt habe. Die familiären Verhältnisse seien völlig normal, die Eltern der Geschädigten seien fürsorglich. Die Mutter habe aber auf dem Laptop der Tochter auffällige Inhalte gefunden und daraufhin die Polizei kontaktiert.

Vorbericht

Sie lernten sich über Snapchat kennen: Der damals 28-Jährige soll von Anfang an gewusst haben, dass das Mädchen, das sich angeblich für Geschlechtsverkehr gegen Geld mit ihm treffen wollte, minderjährig ist. Damit sie ihn besuchen konnte, habe er ihr ein „Kinderticket“ für die Zugfahrt gekauft. Dann kam es – laut Anklageschrift – zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Etwa zwei Wochen später habe die 13-Jährige sich noch einmal treffen wollen und es sei erneut zu Geschlechtsverkehr gekommen. Später habe der 28-Jährige dem Mädchen noch in zwei Fällen Marihuana überlassen, das er selbst erworben hatte.

Nun steht der 29-Jährige wegen „schwerem sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen in zwei Fällen“ vor Gericht. „Schwer“ deshalb, weil es neben dem Geschlechtsverkehr noch zu anderen sexuellen Handlungen gekommen sei. Nach §182 Absatz 2 im Strafgesetzbuch ist dies auch strafbar, wenn das Mädchen Entgelt für Geschlechtsverkehr verlangt haben sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass der Angeklagte Marihuana erworben, besessen und veräußert haben soll. Für die Verhandlung wurden zwei Tage angesetzt.

dh/red

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