Seeoner widmen der Seerose einen ganz besonderen Weg

Alles über das ehemalige
              Mineralbad erfährt der Besucher am „Ort der Heilung“. Ortsheimatpfleger Michael Berger lieferte dazu im Beisein der Initiatorinnen Anna Esterlechner, Maria Wegerer und Edith Urbauer sowie Bürgermeister Martin Bartlweber und Bezirkstagspräsident Josef Mederer interessante Anmerkungen (von links).
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Alles über das ehemalige Mineralbad erfährt der Besucher am „Ort der Heilung“. Ortsheimatpfleger Michael Berger lieferte dazu im Beisein der Initiatorinnen Anna Esterlechner, Maria Wegerer und Edith Urbauer sowie Bürgermeister Martin Bartlweber und Bezirkstagspräsident Josef Mederer interessante Anmerkungen (von links).

Um den Seeoner See führt nun offiziell der Seerosen-Weg. Auf ihm erfährt der Besucher ohne vorgegebene Route Interessantes und Wissenswertes über das die Geschichte der Gemeinde, das Klosterleben der Benediktiner und berühmte Gäste.

Von Gabi Rasch

Seeon-Seebruck – Die Seerose im Seeoner See ist nicht nur ein treuer Begleiter, wenn man ihn umwandert. Sie ist auch in vielen Seeoner Wappen verankert. Das hat den Arbeitskreis „Lebensqualität durch Nähe“ dazu bewogen, dem Spazierweg einen Namen zu geben. Hinter dem Seerosenweg-Projekt verbirgt sich aber mehr als nur der Name: Die Besucher können am Wegesrand einen Blick in 15 „Bücher“ werfen mit interessanten Anekdoten rund um den Ort Seeon.

Die heimischen Handwerker packten mit an

Im Beisein von geladenen Gästen, darunter auch Bezirkstagspräsident Josef Mederer, wurde der Seerosenweg im Inselgarten jetzt feierlich eingeweiht. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Blaskapelle Seeon. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Rüdiger Karmann.

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Vor rund drei Jahren hatte sich die Projektgruppe zum ersten Mal getroffen, um das Projekt „Seerosenweg“ zu entwickeln. Als Partner konnte die LAG (Lokale Aktionsgruppe Chiemgauer-Seen-Platte) gewonnen werden, die das 20 000-Euro Projekt mit 50 Prozent gefördert hat. Wie Bürgermeister Martin Bartlweber erklärte, konnten entgegen den Angeboten und der Förderzusage die zunächst geplanten Kosten von rund 38 000 Euro um fast 50 Prozent durch das Entgegenkommen der heimischen Handwerksfirmen gesenkt werden.

Entspannt und ohne Hektik gehen

So haben soe unter anderem Ruhebänke errichtet. Die Texttafeln, angelehnt an die mittelalterliche Schreibwerkstatt des ehemaligen Benediktinerklosters, wurden in Buchform gestaltet. Die Buchtafeln aus wetterfestem Material stammen aus Belgien. Damit diese „Bücher“ auch von Kindern und Rollstuhlfahrern gut gelesen werden können, wurden sie in der entsprechenden Höhe angebracht. „Der Besucher soll seinen Weg entspannt und ohne Hektik wählen können“, finden die Initiatoren. Ausgehend vom großen Parkplatz erfahren die Besucher alles Wissenswerte über die Walburgis-Kirche und das Kloster sowie über den Weinbau bis hin zum historischen Wirtshaus und über die frühere Badeordnung: In Bad Seeon haben sich Kurgäste einst an einer schwefelhaltigen Quelle erfreut, oder sich auf der Kegelbahn bewegt.

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Mozart komponierte hier

Mit einbezogen wurde auch der besondere Baumbestand, wie die Mozarteiche. Wolfgang Amadeus Mozart war bekanntlich schon in jungen Jahren Gast im ehemaligen Benediktinerkloster und hat für Seeon auch zwei Offertorien komponiert.

Bartlweber lobte das Engagement des Arbeitskreises und der Fachexperten, die bei diesem eigenständig entwickelten Konzept mitgearbeitet haben. Besonders erwähnte er den Einsatz der Leiterin der Touristinformation Seeon-Seebruck, Anna Esterlechner, die sich ehrenamtlich eingebracht habe. An alle Beteiligten überreichte der Bürgermeister jeweils eine Erinnerungstafel mit der Entstehungsgeschichte des Seerosenweges.

„Viele interessierte Besucher“ wünschte Bezirkstagspräsident Josef Mederer den Seeonern. „Es ist höchste Zeit geworden, dass die Seerose ihren Weg bekommt.“

LEADER-Koordinator Sebastian Wittmoser sprach von einer Aufwertung des „Seeoner Juwels“ und der Vorsitzende der LAG, Josef Reithmeier, unterstrich, dass das Seerosenweg-Projekt als eigenständig entwickeltes Konzept „genau dem Ziel des europäischen Maßnahmenförderprogramms“ entspräche.

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