Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


STROM GEWINNEN NUR MIT DEN BÜRGERN

Seeon-Seebruck will Photovoltaik-Freiflächenanlagen realisieren

Eine ähnliche PV-Freiflächenanlage wie diese bei Palling soll auch in der Nähe von Truchtlaching entstehen.
+
Eine ähnliche PV-Freiflächenanlage wie diese bei Palling soll auch in der Nähe von Truchtlaching entstehen.
  • VonGabi Rasch
    schließen

Gemeinderat Seeon-Seebruck verabschiedet mehrheitlich Grundsatzbeschluss für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Sie sollen künftig unter Einbeziehung einer Energiegenossenschaft mit Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten realisiert werden.

Seeon-Seebruck – Um die weitere Entwicklung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-Anlagen) zu steuern, hat sich der Seeon-Seebrucker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Truchtlachinger Bürgersaal mehrheitlich darauf verständigt, derartige PV-Anlagen künftig unter Einbeziehung einer Energiegenossenschaft mit Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten zu realisieren. Welche Genossenschaft und zu welchen Konditionen in Frage kommen könnte, soll zeitnah in einer der nächsten Sitzungen entschieden werden.

Die Freien Wähler und die Grünen stimmten den von der Verwaltung vorgeschlagenen Grundsatzbeschluss zu; die CSU-Fraktion lehnte ihn ab.

Mehr Anträge zur Errichtung von PV-Anlagen

Nach dem die neuen Förderrichtlinien vorsehen, dass auf sogenannten „benachteiligten Flächen beziehungsweise Gebieten“ die im Energieatlas Bayern kartiert sind, PV-Freiflächenanlagen in einer Größe von bis zu 750 Kilowatt-peak (kurz KWp; der Wert gibt an, welche elektrische Höchstleistung eine Photovoltaikanlage erbringen kann; Anm. d. Red.) errichtet werden können, erreichen immer mehr Anträge und Anfragen zu Errichtung von PV-Anlagen die Gemeindeverwaltung. Nach deren Auffassung sollte deshalb der Anlagenbau, der eine Bauleitplanung erforderlich macht, durch Konzepte oder Leitlinien entsprechend gesteuert werden.

Projekte mit PV-Genossenschaft realisieren

Eine Bürgerenergieanlage, in der verfügbare und geeignete Flächen für PV-Anlagen konzentriert aufgenommen werden und wie der Name schon verrät, sich auch die Bürger daran beteiligen könnten, wäre aus Sicht der Verwaltung eine Möglichkeit. Ebenso könnten zur Erzeugung regenerativer Energien auch zukünftige weiterführende Projekte, wie zum Beispiel der Ausbau der E-Ladesäuleninfrastruktur und Speicheranlagen bis hin zur Eigenstromvermarktung, über eine schlagkräftige PV-Genossenschaft realisiert werden.

Während in der Diskussion die große Mehrheit der Räte die Meinung vertrat, über die künftige Entwicklung von PV-Freiflächenanlagen einen Grundsatzbeschluss zu fassen, um in die Gänge zu kommen, warnte die CSU-Fraktion vor einer voreiligen Grundsatzentscheidung.

Bevölkerung im Vorfeld mit ins Boot holen

„Die Sache ist sehr weitreichend, deshalb sollte zuvor eine Bürgerbeteiligung stattfinden“, plädierte Sepp Daxenberger (CSU). Er persönlich bezweifle die Akzeptanz der Bevölkerung. Deshalb müsse sie im Vorfeld mit ins Boot genommen werden, forderte Daxenberger und verwies dabei auf „die vielgepriesene Bürgernähe“. Die CSU spreche sich ganz klar dafür aus, dass zunächst mit den Bürgern geredet werde.

Steuerung selber in der Hand halten

Die Freien Wähler und die Grünen waren sich einig, jetzt schon einen Grundsatzbeschluss herbeizuführen, um die weitere Entwicklung von PV-Freiflächenanlagen unter Einbeziehung einer Energiegenossenschaft zu steuern. „Für mich ist das ein überzeugendes Instrukt, weil wir als Gemeinde dabei die maximale Steuerung selber in der Hand halten. Da hab ich einen sehr guten Eindruck“, sagte Dr. Christine Kosanovic (FW). „Auch mir gefällt das Modell sehr gut“, so die Grünen-Gemeinderätin Angelika Wolferststetter. „Konzentrieren und steuern – mit starken Partnern kommen wir da weiter“, so die Meinung von Andreas Niedermaier (FW)

PV-Freiflächenanlagen für die Energiewende unverzichtbar

Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) zu Beginn der Sitzung – in der auch Norbert Zollhaus, Vorstandsmitglied der VR-Energiegenossenschaft Oberbayern Südost eG, als Ansprechpartner für Fragen anwesend war – einräumte, seien PV-Freiflächenanlagen für die Energiewende unverzichtbar.

Aber: „Es muss geordnet und im Sinne der Gemeinde ablaufen.“ Die Zeit dränge, denn der Strommarkt sei massiv umworben, so Bartlweber.

Zu dem Thema hatten auch etwa 90 Prozent der Landwirte aus der Gemeinde eine schriftliche Stellungnahme unterzeichnet. Der Tenor: Sie sprechen sich klar dagegen aus, die Gemeinde mit PV-Freiflächenanlagen zuzupflastern: „Wenn es sich nicht verhindern lässt, dann aber nur in einem eingeschränkten Rahmen und in Form eines Genossenschaftsmodells“, betonen die Landwirte.

Kommentare