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Gemeinderat stimmt über Malerwinkel ab

Hotel-Projekt in Seebruck nimmt nächste Hürde - doch die Meinungen gehen weiter auseinander

Ein Modell des neuen Malerwinkels, das allerdings nicht den gesamten Gebäudekomplex darstellt, kann im Foyer des Seebrucker Rathauses besichtigt werden. Das Bauprojekt wird auf Schautafeln auch informativ begleitet.
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Ein Modell des neuen Malerwinkels, das allerdings nicht den gesamten Gebäudekomplex darstellt, kann im Foyer des Seebrucker Rathauses besichtigt werden. Das Bauprojekt wird auf Schautafeln auch informativ begleitet.
  • VonGabi Rasch
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In Seeon gehen die Meinungen zum geplanten Neubau des Luxushotels Malerwinkel weit auseinander. Die Planung schreitet dennoch zügig voran. Das sind die nächsten Schritte.

Seeon-Seebruck – Die Planung zum Neubau des Hotels Malerwinkel in Seebruck schreitet zügig voran. Im Sommer dieses Jahres wurde das Bauleitverfahren eingeleitet (wir berichteten) und in der jüngsten, öffentlichen Gemeinderatssitzung, wurden der Bebauungsplanentwurf und die damit einhergehende Änderung des Flächennutzungsplanes mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen gebilligt.

Mit diesem Beschluss wird die Planung öffentlich ausgelegt und kann in den nächsten sechs Wochen im Rathaus eingesehen werden. Im Foyer des Rathauses ist auch ein Teil-Modell ausgestellt.

Wie berichtet, wird der bestehende Bebauungsplan „Malerwinkel“ im Rahmen eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans auf einen Neubau abgestimmt. Wie der Architekt und Stadtplaner Maximilien Wüstinger in der Sitzung mitteilte, hätten nach der Bekanntmachung des Einleitungsbeschlusses im Juli dieses Jahres inzwischen intensive Abstimmungstermine mit den Fachbehörden, der Bauherrin, des Planers und der Gemeinde stattgefunden.

Gutachten in Auftrag gegeben

Ebenso seien im Vorfeld mehrere notwendige Gutachten in Auftrag gegeben worden, um dann die Ergebnisse frühzeitig in den Planungen zu berücksichtigen.

Der vom gleichnamigen Planungsbüro Wüstinger ausgearbeitete Bebauungsplanentwurf wurde gegen die Stimmen der beiden Grünen-Gemeinderäte Anton Mayer und Angelika Wolfertstetter vom Gremium genehmigt. In der Konsequenz lehnten Mayer und Wolfertstetter auch den Planentwurf zur Flächennutzungsplanänderung mit einer frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung ab.

Im Flächennutzungsplan soll das Plangebiet künftig als Sondergebiet „Fremdenverkehr“ festgesetzt werden. Außerdem soll die Sondergebietsfläche durch eine Maßnahmenfläche zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung der Landschaft ergänzt und die Flächen „Überörtliche Hauptverkehrsstraßen“, „Landschaftsschutzgebiet“ und „Überschwemmungsgebiet“ den tatsächlichen und aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, heißt es aus der Verwaltung.

Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) bestätigte die Aussage von Wüstinger, dass die Gemeinde stets involviert gewesen sei und mit den Fachbehörden gut zusammengearbeitet habe. Obwohl die Optik des geplanten Gebäudekomplexes zwischenzeitlich geändert und die Höhenentwicklung reduziert wurden, kann Anton Mayer dem Vorhaben nichts abgewinnen. „Die Ansichten haben sich zwar etwas geändert, aber das Gebäude ist doch sehr dominant“, so Mayer. Der neue Gebäudekomplex füge sich seiner Auffassung nach nicht in die Landschaft ein und löse bei ihm kein Heimatgefühl aus.

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Auch seine Fraktionskollegin Angelika Wolferstetter äußerte Bedenken. Ob das Projekt für die Gemeinde ein Mehrwert sein wird, stellte sie in Frage: „Ich hab im Moment ein Problem damit“, so die Grünen-Gemeinderätin.

Bürgermeister Bartlweber lenkte ein und stellte heraus, dass ein Projekt dieser Größenordnung auch betriebswirtschaftlich machbar sein müsste und es deshalb auch eine entsprechende Größe brauche. Er sehe in dem Projekt einen großen touristischen Mehrwert für die Gemeinde.

Ein Gewinn für die Gemeinde

„Vor 50 Jahren stand ein kleines Häusl da, das dann gewachsen ist“, räumte Sepp Daxenberger (CSU) grundsätzlich zur Entwicklungsgeschichte des Malerwinkels ein. Mit der Architektur werde man nie eins werden, aber auch er halte das Vorhaben für einen großen Mehrwert, sowohl für die Gäste als auch für die Einheimischen. „Ich steh vollumfänglich dazu.“

Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW) sprach von einem „Gewinn für die Gemeinde.“ Das neue Gebäude habe ein Alleinstellungsmerkmal und könne nicht mit dem verglichen werden, was bisher da war, sagte Kosanovic.

Bettenzahlen in Gemeinde rückläufig

Franz Wörndl (CSU) stellte heraus, dass der Gemeinderat dem Bauvorhaben sehr wohl auf die Finger geschaut und seine Bedenken eingebracht habe. Viele Anregungen und Änderungen seien mittlerweile umgesetzt worden. Es sei jetzt eine runde Sache, mit der auch er jetzt umgehen könne. „Für mich ist es wichtig, dass wir wieder eine Unterkunft kriegen“, sagte Martha Gruber (FW) vor dem Hintergrund einer rückläufigen Bettenzahl in der Gemeinde. Außerdem regte sie an, das Projekt so naturnah wie möglich umzusetzen.

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