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Energiewende vor Ort

Fotovoltaik-Anlage in Seeon-Seebruck: Bremst kleine Echse das große Projekt?

Auf diesem Standort östlich von Truchtlaching, beabsichtigt die Energiegenossenschaft Alzgruppe, eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten.
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Auf diesem Standort östlich von Truchtlaching, beabsichtigt die Energiegenossenschaft Alzgruppe, eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten.
  • VonGabi Rasch
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Erneuerbare Energien sind in aller Munde. In Seeon-Seebruck sind sie kein bloßes Lippenbekenntnis, der Gemeinderat stimmte sogar einstimmig zu. Was die Zauneidechse damit zu tun hat und wo die Fotovoltaik-Anlagen hinkommen sollen.

Seeon-Seebruck – Die Elektrizitätsgenossenschaft Alzgruppe eG produziert in der Gemeinde Seeon-Seebruck seit über 60 Jahren regenerativen Strom. Mit drei Wasserturbinen am Standort in Truchtlaching und Windkraftanlagen im mittelsächsischen Rossau, leistet die Genossenschaft schon jetzt einen großen Beitrag für die Energiewende. Jetzt will die Alzgruppe auch in die Sonnenenergie einsteigen und östlich von Truchtlaching, bei Ebering, eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage errichten. Dazu ist zunächst ein Bauleitverfahren notwendig, das sowohl eine Änderung des Flächennutzungsplanes als auch eine Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes beinhaltet. Die Einleitung des Verfahrens hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet.

Naturschutz bereits gehört

Eine längere Diskussion erübrigte sich, zumal der Gemeinderat dem geplanten Bauvorhaben bereits im Oktober vor zwei Jahren zugestimmt hatte. Nach Angaben von Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) sei im Rahmen der Bauvoranfrage 2020 auch der Naturschutz schon gehört worden. In einer Stellungnahme wies die Untere Naturschutzbehörde damals darauf hin, dass eine artenschutzrechtliche Untersuchung im Hinblick auf Vorkommen europäisch geschützter Reptilien, wie die Zauneidechse, schon erforderlich sei. Außerdem schlug die Naturschutzbehörde vor, die Fläche als Sondergebiet auszuweisen.

Die Alzgruppe als Antragstellerin begründet das Vorhaben damit, dass ihr bei der ersten Netzverträglichkeitsprüfung 2020 durch den Betreiber Bayernwerke eine Netzeinspeisung direkt auf dem Grundstück bei Ebering zugesichert worden sei. Bei einer weiteren Prüfung durch die Bayernwerke im Jahr 2021 habe es geheißen, dass dies temporär nicht möglich sei und man deshalb in dem einen Kilometer entfernten Pattenham einspeisen müsse. Dies hätte sich jedoch negativ auf die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Anlage ausgewirkt.

Offener Punkt

Mittlerweile habe sich aber in Gesprächen mit den Bayernwerken herausgestellt, dass der Einspeise-Punkt auf dem Grundstück in Ebering in naher Zukunft doch wieder möglich sein werde. Deshalb habe sich die Genossenschaft dazu entschlossen, diese Möglichkeit abzuwarten. Um aber nicht in Planungsverzug zu geraten, sollte das Genehmigungsvorhaben aber vorangetrieben werden, erklärte Gemeinderat Andreas Niedermaier (FW), der in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Alzgruppe nicht mitstimmen durfte. Mit der Umsetzung des Projekts ist nach Angaben Niedermaiers nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen.

Wie den Projektdetails zu entnehmen ist, ist die Gesamtfläche des Grundstücks östlich von Truchtlaching rund 13.600 Quadratmeter groß; die Nutzfläche soll rund 10.000 Quadratmeter betragen. Es wird ein spezifischer Jahresertrag von 1155 Kilowattstunden/Kilowattpeak erwartet. Den Reaktionen der Gemeinderäte war zu entnehmen, dass das Vorhaben nur zu begrüßen wäre: „ Die Fläche passt und es passt zur EGA“, so der CSU-Fraktionssprecher Sepp Daxenberger. Wie mehrfach berichtet, hat sich der Gemeinderat im letzten Jahr darauf verständigt, die Errichtung von Freiflächenanlagen in der Gemeinde Seeon-Seebruck künftig gezielt zu steuern. Von einem Planungsbüro wurden Potenzialflächen geprüft und dem Gemeinderat vorgestellt.

Flächen nach Potenzial bewertet

Über zehn Flächen, die nach einem Aufruf im Gemeindeblatt von Interessenten als Standorte angeboten und gesammelt wurden, wurden untersucht und nach einem Punktesystem bewertet. Nicht alle angebotenen Flächen stellten sich dabei als geeignet heraus.

Zwischenzeitlich hatte sich auch der Gemeinderat ein Bild von den vorgeschlagenen Grundstücken zur Ermittlung von Potenzialflächen für Freiflächen gemacht. Dabei wurde auch der Standort für die Anlage der Alzgruppe besichtigt. Im Zuge einer gezielten Steuerung von Freiflächenanlagen hat man sich darauf verständigt, die Anlagen nur noch unter Einbeziehung einer Energiegenossenschaft mit Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten zu realisieren. Nach dem die Alzgruppe selbst eine Genossenschaft ist, kann dieses Bauleitverfahren davon unabhängig durchgeführt werden.

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