Seeon-Seebruck: Abenteuernachmittage finden wieder statt

Beliebt war auch das Schießen mit dem Nachbau eines griechischen Pfeilgeschützes. „Römer“ Matthias Ziereis stand den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite.
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Beliebt war auch das Schießen mit dem Nachbau eines griechischen Pfeilgeschützes. „Römer“ Matthias Ziereis stand den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite.

Auch Kelten und Römer hingen zuletzt wegen Corona in der Warteschleife, doch nun sind die beliebten historischen Abenteuernachmittage im Keltengehöft Stöffling unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wieder angelaufen.

Seeon-Seebruck –

Organisator und „Römer“ Matthias Ziereis von der Tourist-Information Seebruck und seine Darstellerkollegen hatten „Geschichte zum Anfassen und Begreifen mit allen Sinnen“ versprochen und tatsächlich verging die dreistündige Zeitreise an den vier Mitmachstationen für Jung und Alt wie im Flug.

Enge Beziehungen vor rund 2000 Jahren

Kelte Harry Ehgartner und Römer Dirk Eggenweiler erinnerten an die engen Handelsbeziehungen, die ihre Vorfahren vor über 2000 Jahren gepflegt hatten und an die Schlachten, die besonders zwischen Römern und Galliern im heutigen Frankreich geschlagen worden waren. Dass die römischen Legionäre trotz schweren Marschgepäcks zu Fuß bis zu 40 Kilometer täglich zurücklegen konnten, habe auch an ihren bequemen Sandalen gelegen, verriet Eggenweiler. Die Eisennägel an der Sohle hätten vor Abnutzung geschützt und einen guten Halt garantiert. Sein aus 40 000 Eisenringen bestehendes Kettenhemd sei gegen Hiebe und Schnitte ein guter Schutz gewesen, aber nicht gegen Pfeile.

Eggenweiler demonstrierte die Standardbewaffnung eines Legionärs mit Pilum (Wurfspieß), Gladius (Schwert) und Pugio (Dolch) und die Schutzfunktion von Helm und Schild. Römer hätten nur in Formation erfolgreich gekämpft, und das sei ihnen im Jahre 9 nach Christus im Teutoburger Wald bei einem Überraschungsangriff der Germanen zum Verhängnis geworden (Varusschlacht), so Ehgartner.

Beim römischen Soldaten Quintus Tiberius Octavius alias Mattias Ziereis konnten die Teilnehmer die Kunst des Kettenhemdflechtens erlernen und unter fachkundiger Anleitung mit einem nachgebauten griechischen Pfeilgeschütz schießen. „Da das Pfeil- und Bogenschießen wegen der Abstandsregelung ausfallen musste, habe ich alternativ unser vor rund zehn Jahren selbst gebautes Geschütz reaktiviert“, so Ziereis.

„Es schaut furchtbar kompliziert aus, ist aber im Prinzip ganz einfach und man kann damit tolle Muster machen“, erklärte die keltische Brettchenweb-Expertin Sabine Wastlhuber. Die Breite des entstehenden Bandes hänge von der Anzahl der Brettchen ab und die Muster von deren Drehrichtung.

Feuer früher überlebenswichtig

In die „Räucherkultur der Kelten und Römer“ weihte Martina Ziereis ein. Mit dem Räuchern von Myrrhe, Weihrauch, Pappelknospen, Lavendel, Lorbeerblättern, Nelken, Salbei, Zimt und anderen Pflanzen verbreiteten sich schnell wohltuende Düfte. Das Feuer sei früher überlebenswichtig gewesen und deswegen hätten die Menschen schon lange vor den Kelten und Römern getrocknete Zunderschwämme (Pilze) zum Entfachen der Glut und zum Transportieren verwendet, erzählte Ziereis.

Für die jeweils dienstags um 14 Uhr beginnenden Abenteuernachmittage im Keltengehöft ist eine Anmeldung bei der Tourist-Information Seebruck unter Telefon 0 86 67/71 39 nötig. In Corona-Zeiten finden die Veranstaltungen auf dem Freigelände und deshalb nur bei gutem Wetter statt. mmü

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