Seehof in Rimsting wird im großen Stil um- und ausgebaut: 22 Ferienwohnungen mit Seeblick

So soll der Seehof bald aussehen. 22 Ferienwohnungen verteilen sich auf vier Etagen, im Erdgeschoss entsteht ein Bistro mit 40 Plätzen. Auf einem Steg können die Gäste zum Chiemseeufer kommen, ohne über den stark frequentierten Uferweg zu müssen. Gemeinde Rimsting.
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So soll der Seehof bald aussehen. 22 Ferienwohnungen verteilen sich auf vier Etagen, im Erdgeschoss entsteht ein Bistro mit 40 Plätzen. Auf einem Steg können die Gäste zum Chiemseeufer kommen, ohne über den stark frequentierten Uferweg zu müssen. Gemeinde Rimsting.

Das Gasthaus und die Zimmer der Pension Seehof am Schafwaschener Winkel stehen schon seit Jahren leer. Jetzt gibt es grünes Licht für Pläne, das Gebäude in exponierter Lage nur wenige Meter vom Seeufer entfernt im großen Stil um- und auszubauen. 22 Ferienwohnungen sollen so entstehen.

Von Hans Thümmler und Dirk Breitfuß

Rimsting – Der Rimstinger Gemeinderat genehmigte in seiner jüngsten Sitzung den Bauantrag gegen die drei Stimmen der Grünen.

Von der früheren Gaststätte soll auf der Terrasse im Erdgeschoss nur ein Bistro übrig bleiben. Der Seehof liegt direkt am Chiemsee-Uferweg, deshalb kommen insbesondere sehr viele Radfahrer vorbei.

Das Bauvorhaben sei im Vorfeld wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet mit dem Landratsamt Rosenheim abgestimmt worden, berichtete Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU). Das Hauptgebäude soll bestehen bleiben und saniert werden. Das Dach soll abgetragen und um 30 Zentimeter aufgestockt werden.

Fußgängersteg als Zugang zum See

Der südliche Anbau werde abgerissen und neu gebaut. In dieser Planung ist auch die Option enthalten, den jetzt nur erdgeschossigen Anbau bis auf Höhe des Hauptgebäudes aufzustocken. Dazu wäre, aber, so Fenzl, zu gegebener Zeit ein eigener Bauantrag erforderlich.

Mit einem Fußgängersteg über den Uferweg soll eine Verbindung zwischen Gebäude und See geschaffen werden. Der Bürgermeister betonte, dass der Uferweg, der durch das Gelände führt, Eigentum der Gemeinde sei. Auch der Weg zum Dampfersteg sei durch Eintrag im Grundbuch gesichert. Er führt ebenso über das Gelände.

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Im Erdgeschoss sind vier Ferienwohnungen geplant, im ersten Stock sechs, im zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss ebenfalls je sechs Ferienwohnungen. Um genug Parkplätze ausweisen zu können sei geplant, alle bestehenden Parkflächen östlich des Uferweges aufzulösen und neue Stellflächen in ausreichender Zahl nördlich des Gebäudes unterzubringen.

Der Gemeinderat hatte im Vorfeld signalisiert, dass er die Pläne ortsplanerisch für vertretbar halte. Zur Realisierung eines wirtschaftlich vernünftigen Konzeptes hatte das Gremium auch eine Aufstockung des Hauptgebäudes für vertretbar gehalten.

Begrüßt wurde, dass weiterhin eine touristische Nutzung geplant sei, bei der es auch bleiben solle. In jeden Fall sei die Entstehung von Zweitwohnungen zu verhindern, erklärte das Gremium.

Ausdrücklich begrüßt wurde auch die Schaffung eines Gastronomiebetriebes, auch wenn es nur noch ein Bistro werden soll.

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Zu Wort kam auch der neue Besitzer Rudi Schuster. Er erläuterte, warum ein Vier-Sterne-Hotel, wie er es in Abstimmung mit dem Landratsamt ursprünglich angedacht hatte, nicht realistisch war. Seiner Meinung nach sind fast 50 Doppelzimmer nötig, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Dies hätte eine Verdoppelung der Wohnfläche im Vergleich zur bisherigen Nutzung bedeutet.

Schuster, Geschäftsführer der Schuster Hoteleinrichtungen aus Grabenstätt, die gerade in Bernau ihren neuen Firmensitz bauen, hatte den Seehof 2016 als Privatmann gekauft. Den früheren Eigentümer hatte er als Pächter ins Haus geholt. Im Laufe der Zeit ergaben sich dann laut Schuster Zahlungsrückstände, schließlich habe er eine Räumungsklage erhoben – mit der er Erfolg hatte. Im Herbst 2018 hatte der Seehof geschlossen.

Die Zustimmung des Gemeinderates mit elf zu drei Stimmen erfolgte unter der Bedingung, dass durch die Eintragung im Grundbuch die touristische Nutzung sichergestellt werde. Das Gremium legte zudem einige Bedingungen fest: Die Brücke über den Uferweg muss mindestens 4,20 Meter über den Boden führen, damit Rettungs- und andere Fahrzeuge durchfahren können. Der Uferweg muss ohne Hindernisse frei benutzbar bleiben.

Grüne wünschten sich „mehr Power“

Die Fraktion der Grünen (Monika und Stefan Walter sowie Nina Weinland) lehnte den Bauantrag ab. Monika Walter erklärte, sie hätte mehr Gastronomie für die Allgemeinheit erwartet als nur die 40 Plätze im Bistro. Im Übrigen gefalle ihr die Gestaltung des Gebäudes nicht. Sie hätte sich „mehr Power“ gewünscht.

Gasthof und Pension Seehof in Schafwaschen stehen seit Jahren leer.

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