Seehof in Rimsting: Bauherr verspricht nachhaltige Anlage

So soll der Seehof in Zukunft aussehen: Ferienappartements mit viel Holz, modern gestaltet. Zu nüchtern und nicht angepasst an den vorherrschenden Baustil, finden Stimmen aus der Rimstinger Anwohnerschaft.
+
So soll der Seehof in Zukunft aussehen: Ferienappartements mit viel Holz, modern gestaltet. Zu nüchtern und nicht angepasst an den vorherrschenden Baustil, finden Stimmen aus der Rimstinger Anwohnerschaft.

In Rimsting herrscht Unmut über die Umbaupläne des alten Seehofs. Nachdem ein erster Entwurf öffentlich wurde, regte sich Kritik an der Optik und die Furcht, die geplanten 22 Ferienappartements könnten in der Nebensaison leer stehen. Der

Von Elisabeth Sennhenn

Rimsting – „Der geplante Bau sieht wie ein Seniorenheim aus, könnte irgendwo in jeder beliebigen Stadt stehen, ist phantasielos und vermutlich billig gestaltet.“ Das Schreiben der Rimstingerin Karin Schneider-Henn an Bürgermeister Fenzl (CSU) zum Gestaltungsentwurf des neuen Seehofs an der Schafwaschener Bucht ist eindeutig: Im Ort regt sich, wenn auch vereinzelt, Widerstand gegen die Umbau-Pläne des leer stehenden Hotels zu einer Ferienappartement-Anlage. Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) erklärt, dass die Gemeinde selbst keine Planungshoheit am Standort habe, da dieser im Außenbereich liege.

„Wir stehen erst am Anfang“

Der Brief der Rimstingerin liegt auch der Chiemgau-Zeitung vor. Sie sei nicht allein mit ihrer Meinung, sagt Schneider-Henn. Rund um die Schafwaschener Bucht befänden sich besonders schöne Häuser, „ein absolut schützenswertes Ensemble“, meint sie, auch im Hinblick auf die Riemerschmid-Villa.

Darauf angesprochen, bittet Bauherr Rudolf Schuster, Geschäftsführer der Schuster Hoteleinrichtungen aus Grabenstätt, die Rimstinger um etwas Geduld:

„Unsere Pläne haben wir erst vor Kurzem beim Landratsamt eingereicht. Die Entwürfe sind noch nicht endgültig. Da werden sicher noch einige Details geändert.“ Amtssprecher Michael Fischer bestätigt: „Es ist noch gar nichts genehmigt, das Ganze steht noch am Anfang.“

Warme Farben, viel Holz

Rudolf Schuster geht im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Kritik aus der Anwohnerschaft ein, nimmt sich Zeit, zu erläutern:

„Wir wollen unbedingt, dass sich das neue Gebäude in die schöne Landschaft einfügt, die ich sehr schätze.“ Er lebe selbst am Chiemsee und könne die Ängste verstehen, die so mancher Neubauplan bei Anwohnern auslöse.

Lesen Sie auch:Schlaraffenland für Kaffee-Gourmets: Die Welt des Kaffees kommt nach Bernau

„Wir wollen viel Altholz verwenden, zum Beispiel an der Fassade“, erzählt der 49-Jährige zu den Entwürfen. Die dort gezeigte Farbgestaltung sei nur ein Beispiel, auf jeden Fall sollten am Ende warme Farben dominieren. Nachhaltig und natürlich solle der Bau werden, Ruhe ausstrahlen – letztlich das, was auch die künftigen Gäste am Standort suchen würden. Ob diese auch im Winter kommen oder dann ein Leerstand negativ auffallen könnte, treibt die Rimstinger Briefeschreiberin weiter um. Auch darum, sagt Schuster, habe man sich im Vorfeld intensiv Gedanken gemacht.

Angebot soll auch zur Nebensaison locken.

„Corona und veränderte Urlaubsgewohnheiten haben uns darin bestärkt, Appartments statt Hotelzimmer zu bauen, denn hier wohnen die Urlauber autark. Das wird immer mehr nachgefragt sein“, ist er überzeugt. „In Planung ist eine ergänzende Saunalandschaft, so wird die Anlage auch in der Nebensaison attraktiv. Und das geplante Bistro lädt auch bei schlechtem Wetter ein, auf den See zu schauen.“ Auch gegen eine größere Gaststätte habe man sich bewusst entschieden: „Gerade in der Nebensaison lässt sich so ein Bistro viel leichter mit Leben füllen und kommt dem Betreiber in Corona-Zeiten, die uns sicher noch länger beschäftigen, in der Organisation entgegen.“

Bürgermeister Fenzl kann diese Argumente nachvollziehen, auch wenn man als Gemeinde eine größere Gastronomie willkommen geheißen hätte. Einig sei man sich von Anfang aber über die touristische Nutzung gewesen. Schuster darf das alte Gebäude im Übrigen nicht abreißen, er muss es baulich miteinbeziehen. Das mache die Planungen nicht leichter. Aber: „Wir werden Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Historie miteinander verknüpfen“, verspricht Schuster.

Das alte Hotelgebäude des Seehofs in Rimsting:Hier urlaubt schon lange kein Gast mehr. Das soll sich mit der geplanten Appartementanlage ändern. Bauherr ist der Grabenstätter Unternehmer Rudolf Schuster.Thümmler, Schuster/Gemeinde

Kommentare