Seebrucker Bürgermeister nimmt Amtsgeschäfte doch wieder auf

Bernd Ruth, noch amtierender Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck, hat seinen Urlaub unterbrochen, um die Verwaltung in der Corona-Krise zu unterstützen. Rasch

Auch in der Gemeinde Seeon-Seebruck überschlagen sich aufgrund der Corona-Krise die Ereignisse. Deshalb hat der amtierende CSU-Bürgermeister Bernd Ruth seit gestern seinen Urlaub sofort abgebrochen und wird die Geschäfte der Gemeinde wie gewohnt bis zum Ende seiner Amtszeit am 30. April fortführen.

Seeon-Seebruck – Wie berichtet, hatten sich Ruth, der sich offiziell im Urlaub befand und durch die Zweite Bürgermeisterin Martha Gruber (FW) offiziell vertreten wurde, letzte Woche noch darauf verständigt, dass Ruth trotz Urlaub wegen der Ereignisse regelmäßig mit dem Geschäftsführer Dominik Huber Kontakt hält.

Nach dem sich aber Ende letzter Woche die Ereignisse überschlugen, hat Ruth seine Amtsgeschäfte gestern in vollem Umfang aufgenommen. Nach seinen Aussagen wollte er auch seine Stellvertreterin Martha Gruber darüber informieren. Aufgrund der Umstände und aus Rücksicht auf die Mitarbeiter seien gestern Vormittag auch Sofortmaßnahmen getroffen worden. „Wir haben gestern mit sofortiger Wirkung einige Mitarbeiter der Verwaltung heimgeschickt“, sagte Ruth der Chiemgau-Zeitung. Diese Mitarbeiter werden zum Teil von zu Hause aus arbeiten. Die Verwaltung im Rathaus bleibe aber handlungsfähig, betonte Ruth. Gestoppt worden seien auch die Vorbereitungen für den Haushalt 2020. „Wir sehen uns derzeit nicht in der Lage, einen qualifizierten Haushalt aufzustellen und werden dies auch dem Gemeinderat mitteilen“, so Ruth.

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Außerdem wendet sich der Bürgermeister mit folgender Mitteilung an die Bürger: „Der Corona-Virus hat unsere Gemeinde mittlerweile erreicht. Nun geht es in dieser für uns noch nie da gewesenen Krise darum, die richtigen Schritte zu gehen. Zu allererst ist es wichtig, die Übertragungskette nach Möglichkeit zu unterbrechen. Wichtig ist es hierbei, dass dies nicht einzelne Personengruppe betrifft, sondern wir alle gefordert sind, die Häufigkeit der Übertragung zu unterbrechen. Nicht Alte und Kranke als erste Risikogruppe, sondern alle müssen hier dazu beitragen, sich und andere zu schützen. Wichtig ist es auch, dass wir die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht halten müssen.“

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Dabei gilt es zu beachten, dass es die Ausnahmesituation erfordert, hier nicht ausnahmslos auf sein Recht zu beharren, sondern vielmehr Rücksicht zu nehmen. Viele Personengruppen und Firmen sind völlig verunsichert, wie es zukünftig nach solch einer weltweiten Krise weitergeht. Ich bitte auch darum, mich in dringenden Fällen und der Nummer 0 17 1/9 91 70 62 anzurufen. Alles Gute!“ Entgegen seiner ersten Aussage nach seiner enttäuschenden Wahlniederlage, dass er das Rathaus nicht mehr betreten werde, hatte sich Ruth als noch amtierender Bürgermeister auf seine Amtspflicht besonnen und erklärt, dass er die Bürger in der jetzigen Situation nicht alleine lasse. Ruth betont auch, dass jetzt nicht die Zeit für persönliche Belange sei, sondern es nur darum gehe anzupacken, um die Dinge so gut wie möglich im Sinne der Seeon-Seebrucker Bürger zu regeln.

Um Spekulationen entgegenzutreten: Die Gemeinde Seeon-Seebruck war nie führungslos. Auch wenn der noch Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) nach seiner Wahlniederlage erklärt hatte, dass er das Rathaus „nie mehr“ betreten und seinen Anspruch auf seine restlichen Urlaubstage geltend machen werde (wir berichteten).

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