Wegen Corona

Seebruck: Römermuseum verzeichnet geringste Besucherzahl seit 1988

Museumsleiter Josef Schwab (links) verabschiedete Karin Schwarz (rechts), die nach über 30 Jahren in den Ruhestand ging. Abgebildet sind auch ihre Tochter Ricarda Schwarz-Kirschner sowie die Enkel.
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Museumsleiter Josef Schwab (links) verabschiedete Karin Schwarz (rechts), die nach über 30 Jahren in den Ruhestand ging. Abgebildet sind auch ihre Tochter Ricarda Schwarz-Kirschner sowie die Enkel.

Das Corona-Virus hat die Aktivitäten des Römermuseums Bedaium in Seebruck für lange Zeit lahmgelegt. Vor dem zweiten Lockdown durfte das von Mitte August an zumindest kurz öffnen.

Seebruck – „Wir mussten Stellungnahmen einholen, Plakate und Anweisungen erstellen sowie Desinfektionsmittel beschaffen“, so der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins sowie Museumsleiter Josef Schwab. Zudem galt es, neues Personal zu schulen, um ältere, der Risikogruppe angehörende Mitarbeiter nicht dem Infektionsrisiko auszusetzen.

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“

Die Museumsleitung setzte unter Hochdruck das Schutz- und Hygienekonzept für Museen in Bayern um, trotz hohem zeitlichen und finanziellen Mehraufwand. Gruppenführungen fanden wegen fehlender Entlüftungsmöglichkeiten und beschränkter Besucherzahlen nicht statt. Schulführungen als wichtige Einnahmequelle entfielen somit.

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Im Vergleich zum Vorjahr brachen daher die Besucherzahlen drastisch ein. „Wir hatten 80 Prozent weniger Besucher,“ was bei rund zehn Wochen Museumsbetrieb sowie reduzierten Öffnungszeiten nicht verwundere, so Schwab. Letztendlich sei es das schlechteste Besucheraufkommen seit der Eröffnung 1988 gewesen.

Museumsmitarbeiterin geht in den Ruhestand

Schwab bedankte sich bei der Museumsmitarbeiterin Karin Schwarz, die über drei Jahrzehnte „mit größtem Einsatz und Engagement und vielen freiwilligen Stunden das Museum am Laufen hielt.“ Sie verabschiedete sich in den Ruhestand.

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Der Museumsleiter bedauert, dass Vorträge nicht stattfinden konnten. „Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Es wird alles nachgeholt“, verspricht Schwab, der vor gut zwei Jahren auf Dr. Christine Kreitmair in der Vereinsspitze und in der Museumsleitung folgte. Voraussichtlich stellt sich Schwab bei den Neuwahlen im Frühjahr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.

Vorzeitige Winterpause

Im zurückliegenden Jahr verzichtete der Vorstand auf Versammlungen, auch als dies zwischen den Lockdowns möglich gewesen wäre. „Hier wollten wir lieber den sicheren Weg gehen. Die Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten haben uns da auch durchaus bestätigt und recht gegeben“, so Schwab.

Ende Oktober ging das Römermuseum coronabedingt vorzeitig in die Winterpause. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Museumsbetrieb im März wieder anlaufen darf und dann deutlich mehr Besucher kommen sowie Veranstaltungen stattfinden dürfen. mmü

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