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Prien verlängert Mietvertrag

Schwere Türen und wenig Platz: Kindergarten bleibt zwei weitere Jahre in Containern

Prievena-Leiterin Christine Heindl blickt trotz der weiteren Wartezeit optimistisch in die Zukunft.
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Prievena-Leiterin Christine Heindl blickt trotz der weiteren Wartezeit optimistisch in die Zukunft.
  • Sabine Deubler
    VonSabine Deubler
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Noch zwei weitere Jahre werden rund 40 Kinder im „mobilen“ Kindergarten betreut. Warum das Kinderhaus Wildenwart auf sich warten lässt und wie teuer die Verzögerung Prien kommt.

Prien – Von außen ist der Kindergarten Prievena neben dem König-Ludwig-Saal eine klassische Containeranlage: schmucklos und kahl.

Innen haben die sieben Pädagoginnen den gut 40 Kindern der Regenbogen- und der Sonnengruppe ein buntes, gemütliches Ambiente geschaffen, wie ein Besuch vor Ort zeigt.

Schwere Türen und hoch liegende Fenster

Im „Brotzeitstüberl“ essen an einem Oktobernachmittag sechs Kinder eben fertig. Der winzige Bewegungsbereich in diesem Raum zeigt eines der größten Probleme der Übergangslösung Container-Kindergarten: Hier fehlt Platz – für Bewegung, für ruhige Extra-Räume, für einen Lagerraum. Für die Jüngsten sind die Fenster zu hoch zum Hinausschauen, und die Türen gehen schwer auf.

„Wir nützen jedes Eck und improvisieren viel“, zeigt Christine Heindl Optimismus. Den braucht das Pädagoginnenteam nun weitere zwei Jahre und damit doppelt so lange als ursprünglich geplant.

Containerbetrieb sollte heuer enden

Mit dem Spielen in Containern sollte eigentlich diesen Herbst Schluss sein. 2020 hat die Marktgemeinde Prien wegen des großen Bedarfs an Kindergartenplätzen beschlossen: Bis das geplante Kinderhaus Wildenwart fertiggebaut ist, richtet man als Übergangslösung einen „mobilen“ Kindergarten ein und mietet dafür eine Containeranlage.

Doch das von den Gemeinden Prien und Frasdorf gemeinschaftlich finanzierte Kinderhaus Wildenwart gibt es noch immer nicht. Deshalb hat der Marktgemeinderat Prien unlängst eine Mietverlängerung für die Container bis August 2024 beschlossen.

Im Gemeinderatsbeschluss ist sogar eine Option enthalten, die Anlage bis August 2025 von der Firma Recon zu mieten.

„Die Kinder bekommen in Wildenwart ein wunderbares Haus. Priener Kinder, die in der dortigen Umgebung wohnen, müssen dann nicht mehr nach Frasdorf in den Kindergarten“, lobte der Priener Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) kürzlich das Projekt im Gemeinderat.

Regierung von Oberbayern bemängelte Planung

Zu den Gründen für die Verzögerung sagte er: „Die Regierung von Oberbayern lehnte leider einiges im Plan ab.“ Deshalb habe man eine neue Planung erstellen müssen.

Die Gemeinderatsmitglieder konnten in der Sitzung ein Modell davon betrachten. Eine Detailplanung steht noch aus, ebenso eine verifizierte Kostenschätzung.

Mehrkosten für Bau und für Containermiete

Die Verzögerung führt nicht nur dazu, dass der Kindergarten Prievena in den Containern noch länger fortgeführt wird. Eine weitere Folge sind Mehrkosten in zwei Bereichen:

Wegen der stark gestiegenen Bau- und Materialkosten rechnet man inzwischen damit, dass die Errichtungskosten um 15 Prozent oder rund 900.000 Euro steigen.

Stärker zu Buche als 2020 angenommen schlagen auch die Mietkosten. Die Containeranlage kostet derzeit pro Monat rund 5 600 Euro Bruttomiete. Zwei Jahre lang hat man schon Miete gezahlt, jetzt kommen noch zwei bis drei Jahre hinzu.

Ein Grund für Gemeinderat Johannes Dreikorn (CSU), während der Gemeinderatssitzung zu fragen, ob die Markgemeinde die Container auch kaufen könne.

Wie Bürgermeister Friedrich und Geschäftsleiter Donat Steindlmüller schilderten, stehe ein Kauf aber nicht im Raum. Die Firma wolle nicht verkaufen. Von der Chiemgau-Zeitung um die Gründe dafür befragt, gab die Firma Recon keine Stellungnahme ab.

Recon will die Anlage (Bild) nicht an die Marktgemeinde Prien verkaufen.

Ob man auf den Containern mit Fotovoltaik Strom erzeugen könnte, wollte Gemeinderätin Gabriele Schelhas (SPD) wissen. „Nein, das dürfen wir nicht“, erwiderte der Bürgermeister. Immerhin, so fügte er hinzu, seien die Container gedämmt.

Haus für Hort, Krippe und Kindergarten

Sobald das Haus Wildenwart steht, bietet es Kindern aus gleich drei Altersgruppen Betreuung. Am geplanten Baustandort südlich des Pfarrheimes sollen eine Hortgruppe, zwei Kindergruppen und drei Kindergartengruppen entstehen.

Der Markt Prien erhält davon zwei Kindergartengruppen, eine Krippengruppe und eine halbe Hortgruppe.

Baubeginn ab 2024

Frühester Baubeginn ist laut Bürgermeister Friedrich im Frühjahr 2024, eine Eröffnung steht frühestens 2025 in Aussicht.

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