Schwemmholz soll aus dem Wasser

In ihrem Mündungsbereichhat die Prien jede Menge Treibholz in den Chiemsee geschwemmt, das im flachen Wasser des Schafwaschener Winkels auf dem Grund hängen geblieben ist. Thümmler
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In ihrem Mündungsbereichhat die Prien jede Menge Treibholz in den Chiemsee geschwemmt, das im flachen Wasser des Schafwaschener Winkels auf dem Grund hängen geblieben ist. Thümmler

Rimsting –  Der Arbeitskreis (AK) gegen die Verlandung des Schafwaschener Winkels hatte sich in einem Gespräch mit dem Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt Rosenheim für eine Entfernung des Schwemmholzes an der Prienmündung eingesetzt (wir berichteten). Weitere Entscheidungen über die technische Ausführung der Maßnahme und mögliche Auflagen solle der Gemeinderat auf der Grundlage des Genehmigungsbescheides treffen, erläuterte Bürgermeister Josef Mayer.

Als Folge daraus hat der Gemeinderat nun mit einer Gegenstimme (Dr. Fritz Hornschuch, UWG) Bürgermeister und Verwaltung beauftragt, einen Antrag auf Schwemmholzentnahme beim Landratsamt zu stellen.

Der Rat beriet sehr ausführlich über die Thematik. Nachdem die Ablagerung von Schwemmholz stetig zunehme, bleibe immer mehr Material im Mündungsbereich der Prien hängen, was auch eine Gefahr für den Bootsverkehr darstelle, erläuterte AK-Sprecherin Mary Fischer (parteilos), was sich der Arbeitskreis von der Entnahme verspricht. Sie betonte, dass es sich ausdrücklich um eine Pflegemaßnahme handle und keineswegs das gesamte Material entfernt werden solle.

Dr. Fritz Hornschuch (UWG) erklärte, dass nach seinen Informationen jedes Totholz in einem Gewässer ein Lebensraum für Unterwassertiere, für Laich, Aufzucht- und Rückzugsräume sei. Es sei wohl unschädlich, die ganz großen Stämme herauszunehmen, alles andere mache aber mehr kaputt als gut. Hornschuch gab auch zu bedenken, dass der derzeit extrem niedrige Wasserstand das Problem größer erscheinen lasse, als es sei.

Fischer erwiderte, dass der Arbeitskreis keine Lebensräume zerstören und Natur kaputt machen wolle, dass aber eine Pflegemaßnahme auch im Hinblick auf die zunehmende Verlandung notwendig sei.

Mehrere Räte forderten vor einer Entscheidung konkrete Angaben über Kosten und Umfang der Maßnahme. Der Bürgermeister schlug vor, auf der Grundlage des Genehmigungsbescheides die technische Machbarkeit und die Kostensituation zu prüfen.

Hornschuch erinnerte da ran, dass der geplante Wildholzrechen im Gemeindebereich Prien im Eichental, der auch die Brücken im Bereich der Marktgemeinde bei Hochwasser davor schützen soll, dass große Stämme angeschwemmt werden, dringend erforderlich sei. Mayer verwies darauf, dass der Einbau des Wildholzrechens in die Prien bis jetzt an den Grundstücksverhandlungen gescheitert sei.

Fischer erläuterte das Konzept des AK für die Treibholzentnahme. Sie soll innerhalb drei Tagen erfolgen und maximal 2000 Euro kosten. Sie verwies auf die Zusage der staatlichen Verwaltung Herrenchiemsee, deren alte Fähre von der Fraueninsel auszuleihen und mit entsprechendem Gerät zum Abtransport des Holzes zu verwenden. Das Gremium vertrat mehrheitlich die Meinung, dass beim derzeitigen Niedrigwasser die Fähre ohnehin unmöglich in den Schafwaschener Winkel fahren könne.

Die Gemeinde will jetzt auf alle Fälle erst einmal die Genehmigung und mögliche Auflagen des Landratsamtes abwarten.

Gemeinderat Rimsting

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