Der schwarze Holunder verdient Beachtung

Der schwarze Holunder ist ein Tausendsassa. Vor allem seine weißen Blüten und seine schwarzen Beeren finden vielseitige Verwendung.
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Der schwarze Holunder ist ein Tausendsassa. Vor allem seine weißen Blüten und seine schwarzen Beeren finden vielseitige Verwendung.

Kräuterweiberl Maria Zierer informiert über die schmackhafte Heilpflanze. Der Holler ist sehr vielseitig: Er kann schweißtreibend oder blutreinigend wirken und Husten stillen.

Prien– „Der Holunder wird gern und auch zurecht als die Apotheke der armen Leute bezeichnet“ – mit dieser Überlieferung aus dem Volksmund beginnt Kräuterweiberl Maria Zierer aus Prien-Siegharting ihren aktuellen Tipp zum Schwarzen Holunder. Dieser wird auch gern Holler, Flieder oder Holder genannt, oder lateinisch Sambucus nigra.

Die Inhaltsstoffe des Holunders sind Rutin, ätherische Öle, Gerbstoffe, Glykoside, Flavonoide sowie Vitamine und Mineralstoffe. Zu erkennen ist der Strauch, beziehungsweise der bis zu acht Meter hoch werdende Baum, durch gegenständige, unpaarig und gefiederte Blätter und durch eine warzige Rinde. Zudem sind seine Äste mit einem weißen, weichen Mark gefüllt. Die Wirkungen des Holunders seien unter anderem schweißtreibend, hustenstillend und blutreinigend. Verwendet werden Blüten, Blätter, Früchte sowie Rinde und Wurzel.

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Zum Tee aus der Heilpflanze weiß das Kräuterweiberl: „Der Hollerblütentee wirkt schweißtreibend und fiebersenkend und kann zu Beginn einer Erkältung angewendet werden. Ebenso kann man die schweißtreibende Wirkung mit einem Fußbad erzielen. Aber warum den Holunderblütentee erst trinken, wenn eine Erkältung im Anmarsch ist?“ Das Heißgetränk könne auch sehr gut zur Vorbeugung angewendet werden. „Der Tee aus Blättern ist stark blutreinigend und wie der Tee aus der Rinde sehr stark harntreibend.

Dazu gibt es eine weitere Besonderheit: „Wird die Rinde von unten nach oben geschält, wird er zu einem Brechmittel. Wird die Rinde jedoch von oben nach unten geschält, bekommt man ein Abführmittel“. Der gekochte Saft aus den reifen Beeren ist bei einer Erkältung sehr hilfreich, hingegen sind die unreifen und rohen Früchte leicht giftig und verursachen Brechreiz und Durchfall. Reife Beeren sind schwarz.

Vor Ehrfurcht Hut vor Holunder gezogen

Maria Zierers erste Erinnerungen an den Holler sind Erzählungen sowie folgender Kinderreim: „Ringel, Ringel, Reihe, sind der Kinder dreie, sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch, husch, husch“. „Außerdem wurde uns damals schon erzählt, dass im Holunder die Erdgöttin Frau Holle wohnt. Früher grüßte man den Holler beim Vorbeigehen und zog den Hut aus Ehrfurcht vor ihm. Da dieser auch als Schutzbaum galt, stand auf jedem Hof mindestens ein Holler, der nie ungefragt geschnitten oder entfernt werden durfte“.

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Der Holunder-Tipp: „Aus den Blüten mache ich immer einen Holunderblütenessig. Dabei gebe ich die Blüten in ein großes Gefäß, fülle dieses mit meinem selbstgemachten Apfelessig auf und stelle es an einen sonnigen Ort. Nach einigen Wochen können die Blüten abgeseiht werden. Auch Hollerkirchal sind bei uns sehr beliebt. Dafür einen etwas festeren Pfannkuchenteig herstellen. Die Blütendolden in den Teig tauchen und im heißen Fett rausbacken. Am Samerhof sind Hollerblütensaft, -sirup und -gelee sehr beliebt. Hängen Sie doch einfach mal eine Blütendolde in ein Gefäß mit Apfelschorle, lassen dies mindestens eine halbe Stunde ziehen und genießen Sie dieses Erfrischungsgetränk“, rät Zierer.

Ferner empfiehlt das Kräuterweiberl: „Auch die Beeren lassen sich vielseitig weiterverarbeiten. Zum Beispiel eignen sie sich hervorragend zum Entsaften sowie für die Herstellung von Likör, Marmelade und Kompott.

„Mein Geheimtipp: Ein Kompott aus Holunderbeeren, Äpfeln und Zwetschgen als Beilage zu Mehlspeisen. Dazu 500 Gramm Holunderbeeren, 250 Gramm zerkleinerte Äpfel und 250 Gramm geviertelte Zwetschgen in einem Viertel Liter Apfelsaft, etwas Zimt, eine Nelke und 125 Gramm Zucker kochen. Heiß in Schraubgläser füllen, verschließen und auf den Kopf stellen“.

Zierer weiß noch ein Rezept für einen Antigrippetrunk: 200 Milliliter Holunderbeersaft mit 600 Milliliter Wasser, zwei Gewürznelken, einem Scheibchen Ingwer und einer Viertel Zimtstange (zerstoßen) zusammen erhitzen, nicht kochen, mit etwas Honig süßen und so heiß wie möglich trinken: ein bis fünf Tage lang drei bis vier Mal täglich eine Tasse. Das hat schon vielen Grippeviren zu schaffen gemacht. hoe

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