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Anbauplan und reichhaltige Ernte

Tolles Schulprojekt: Die „Ackerdemiker“ von Unterwössen

Biologin Mareike Melain von der Gemüseackerdemie brachte den Vierklässlern zum Pflanztermin reichlich Wissenfür den Schulacker der Grund- und Mittelschule Unterwössen mit.
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Biologin Mareike Melain von der Gemüseackerdemie brachte den Vierklässlern zum Pflanztermin reichlich Wissen für den Schulacker der Grund- und Mittelschule Unterwössen mit.
  • vonLudwig Flug
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Auch wenn die Corona-Pandemie wie ein Bremsschuh an der Grund- und Mittelschule Unterwössen wirkt, der Schulacker im Pausenhof gedeiht als Vorzeigeobjekt. Jetzt geht die „Gemüseackerdemie“ in das zweite Jahr

Unterwössen – Ins Radieschen-Bohnen-Beet mischen sich Kresse und Rauke. Daneben sind Zuckermais-Gurken-, Kürbis-, Tomaten- und Zuchinibeete. Ins Kartoffel-Chinakohl-Beet gesellen sich Rüben, ins Palmkohl-Mangold-Beet die rote Beete. Üppig ist die Ernte hoffentlich auch im Fenchel-Endivien-Beet mit Pflück- und Kopfsalat und Pastinake.

Gute Ernte und wachsende Kennisse

Lehrerin und Projektleiterin Sabine Gersten erinnert sich gern an das vergangene Jahr. „Wir hatten eine besonders gute Ernte.“ Hausmeister Mario Mahn ist verblüfft. „Bei den Kindern und Jugendlichen von Klasse 1 bis 9 gibt es eine starke Begeisterung, sie kannten zuvor die meisten Gemüsesorten nicht.“

Vatterott-Fischer sieht das Vorhaben gut vorbereitet: „Die Projektträger versorgen uns fleißig mit neuen, auf die Kinder zugeschnittenen Unterrichtsmaterialien vom Video bis zum Text.“

Sorgfältig ausgearbeiteter Anbauplan

Beim ersten der beiden Pflanztermine in den letzten Apriltagen wirkte die vierte Klasse mit – als Abschlussklasse im Wechselunterricht.

Mareike Melain, Biologin, und Svea Senesike, Ackercoach, von der Gemüseackerdemie, kamen und brachten Saat- und Pflanzgut mit. Ein sorgfältig ausgearbeiteter Anbauplan gibt vor, was in jeder der drei Pflanzungen dieser Saison auf den neun Beeten wächst. Vatterott-Fischer sieht eine Entwicklung bei den Schülern: „Gesundes Gemüse kommt bei den Kindern gut an. Sie lieben den kräftigen Geschmack des selbst gezogenen Gemüses.“

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Beetweit erfährt die Lehrerin durchweg positive Resonanz. Da lobt schon einmal die ganze Familie den Salat aus dem Schulacker und Kinder fragen nach Nachschub: „Kann ich noch etwas Mangold haben, meine Oma kocht daraus so eine leckere Suppe?“

Bis zu 30 Gemüsesorten werden angebaut

Bis zu 30 Gemüsesorten wachsen auf dem Schulacker. Abnehmer sind die Schulküche und das „An-apple-a-day-café“, in dem Schüler freitags in der großen Pause die Mitschüler gesund versorgen. Dabei bleibt für die Kinder selbst und ihre Familien immer lohnende Ausbeute.

Und wie ist es um fleißige Hände zur Gartenarbeit bestellt? Kerstin Vatterott-Fischer schwärmt: „Da helfen eigentlich alle gern. Einmal begonnen, sind sie nur schwer vom Schulacker in den Klassenraum zu bringen.“

Kooperation „Grenzenlos ackern für nachhaltige Bildung“

Ordentlich Schub bekam das Projekt vor zwei Jahren durch die Kooperation „Gabel – grenzenlos ackern für nachhaltige Bildung, Ernährung und Landwirtschaft“. Bereits 2018 brachte das Vorhaben dendeutschen Verein Ackerdemia, die Klimabündnisse Oberösterreich und Salzburg sowie Bio Austria zusammen. Das EU-Förderprogramm Interreg Österreich-Bayern unterstützte das Anliegen. Aus dem Projekt entstand ein mehrfach ausgezeichnetes Bildungsprogramm „Gemüseackerdemie“.

War es an der Grund- und Mittelschule Unterwössen zunächst ein Pilotprojekt, an dem sich eine Handvoll Einrichtungen beidseits der Grenze beteiligten, ist die Schar der „Ackerdemiker“ bis heute auf 869 Schulen und Kitas mit über 37 000 Kinder angewachsen.

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel

Der Grund- und Mittelschule Unterwössen bringt das Theorie und Praxis über das ganze Jahr für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. In der „Vorackerzeit“ von Januar bis in den April bereiteten Schüler und Lehrer das Jahr im Unterricht organisatorisch und inhaltlich vor. Bildungsmaterial half beim Einstieg in die Themen Gemüseanbau, biologische Vielfalt und Bodenfruchtbarkeit.

Mit den ersten beiden Pflanzterminen begann nun die Ackerzeit von April bis Oktober – das Herzstück des Programms.

Die Nachackerzeit von Oktober bis Dezember bleibt für das Fazit. Sie bringt weiterführende Unterrichtsthemen wie Sortenvielfalt und Lebensmittelverschwendung.

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