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AUS DEM GEMEINDERAT

Grassau investiert 24 Millionen Euro in Schulen

So soll die Schule 2024 nach den Planvorlagen des Planungsbüros Strasser aussehen. Die obere Darstellung zeigt die Schule vom Birkenweg aus und die untere von der Marktstraße aus. Planungsbüro Strasser
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So soll die Schule 2024 nach den Planvorlagen des Planungsbüros Strasser aussehen. Die obere Darstellung zeigt die Schule vom Birkenweg aus und die untere von der Marktstraße aus. Planungsbüro Strasser
  • VonTamara Eder
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Kein Pappenstiel sind 24 Millionen Euro, erst recht nicht in Corona-Zeiten. Dem Grassauer Gemeinderat ist es seine Grund- und Mittelschule trotzdem wert. Das kommt auf die Achental-Gemeinde zu.

Grassau – Die Planungen zur Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule versprechen einen modernen, funktionalen Gebäudekomplex bei Kosten von 24 Millionen Euro. Mit nur einer Gegenstimme sprach sich der Gemeinderat in einer dreistündigen Sondersitzung für die Entwurfsplanung aus.

Wichtigste Sitzung in Amtsperiode

„Das ist die wichtigste Sitzung dieser Amtsperiode mit den größten Auswirkungen“, betonte Bürgermeister Stefan Kattari. Seit Jahren befasse sich der Rat mit dem Schulhausprojekt und konnte im ersten Abschnitt die neue zweieinhalbfach Turnhalle realisieren. „Am Ende der Sanierung wird die Schule einem Neubaustandard entsprechen“, so Kattari weiter.

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In Zusammenarbeit mit der Schulleitung konnte das Raumprogramm auf das pädagogische Konzept der Schule abgestimmt werden.

Die Grundschule soll im ersten Obergeschoss und die offene Ganztagesschule im Erdgeschoss untergebracht werden. Im zweiten und dritten Obergeschoss erhält die Mittelschule Räumlichkeiten. Geplant werde zudem eine Mensa im Bereich der jetzigen Aula mit professioneller Küche. Im Schulhausneubau, der anstelle der alten Turnhalle entstehen wird, ist im Erdgeschoss die neue Aula mit Platz für bis zu 400 Personen vorgesehen. Alle Fachräume sollen im Zuge der Sanierung auf den neuesten Stand gebracht werden.

Förderung von 11,4 Millionen

Zu den 24 Millionen Euro kommen zwei Millionen Euro für die Ausstattung, so Kattari. Eine Förderung von 11,4 Millionen Euro sei in Aussicht. „Am Ende wird die Gemeinde nach Abzug der Förderung 13 Millionen Euro investieren“, sagte er. Einen kompletten Neubau, bezifferte Kattari mit rund 40 Millionen Euro, eine Förderung sei in dem Falle nicht möglich. Trotz der großen Investition werde die Gemeinde in ihrer Handlungsfähigkeit beim jetzigen Plan nicht eingeschränkt.

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Laut Simon Bauer von der Planungsgruppe Strasser ist im ersten Bauanschnitt, der von April 2022 bis November 2022 gehen soll, die Sanierung des mittleren Bauwerks, ehemalige Aula und Mittelschule-Klassenräume, vorgesehen. Es folgt die Sanierung des Grundschulgebäudes im Januar 2023. Parallel hierzu soll der Abbruch der alten Turnhalle erfolgen, das neue Schulhaus bis Ende 2024 bezugsfertig sein. Schulleiter Georg Tischler hob die Durchwegung und Abgrenzung der unterschiedlichen Schulformen hervor. Auch sei wichtig, dass zu vielen Klassenräumen zusätzliche Gruppenräume zur Intensivierung geschaffen werden. Ein dritter Computerraum, der nun geplant werde, werde durch den Lehrplan notwendig.

Zusätzliche Investitionen

Die Eigenständigkeit der Gebäudeteile werde durch die Fassadengestaltung mit Holzverschalungen herausgehoben werden, ergänzte der Planer. Der Neubau werde ein Walmdach erhalten und in der Mitte einen durchgängigen Lichthof haben.

Den Finanzierungsplan bis 2027 stellte Kämmerer Tobias Gasteiger vor. Berücksichtigt werden dabei auch die weiteren großen Investitionen Kindergarten- und Feuerwehrhausneubau. Der Schuldenstand der Gemeinde werde bis 2024 auf über 15 Millionen Euro steigen, 2030 dann aber wieder bis auf vier Millionen fallen.

Hohe Kosten erschütternd

Tom Hagl (CSU) bezeichnete die Zahlen als „erschütternd“. Auch interessierte ihn, ob Preissteigerungen im Baugewerbe eingerechnet wurden. Laut Kattari sei ein Puffer einbezogen. Warum die Kosten so gestiegen seien, fragte Mehdi Akbari (UGL). Kattari erklärte, dass die bisherige Kostenschätzung einige Jahre alt sei. Architekt Bauer belegte, dass der Umfang der Sanierung auch wesentlich größer geworden sei. Zum Neubau betonte er, dass damals ein Teil des Turnhallengebäudes stehen geblieben wäre. Zudem handle es sich nun um eine Komplettsanierung und nicht mehr um eine Teilsanierung.

Übernimmt sich die Gemeinde?

Hans Genghammer (FW) gefiel die Planung, aber die Kosten empfand er als „extrem hoch“. Er befürchtete, dass sich die Gemeinde für die nächsten Jahre zu sehr einschränkt.

Ob die Klassenzimmercontainer-Mietkosten von jährlich 280 000 Euro durch andere Möglichkeiten eingespart werden könnten, interessierte Klaus Noichl (CSU). Laut Kattari werde eine Satellitenschule von der Schulleitung als nicht praktikabel gesehen. Als finanziellen Kraftakt wertete Manfred Huber (AE) das Projekt. Die Schule sei in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. „Wir sollen den Schritt gehen“ sagte er. Mit einer Gegenstimme von Hans Genghammer nahm der Rat die Vorplanung an.

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