Schulbetrieb daheim dank Medienmix in Siegsdorf

Blick in eines der verwaisten Klassenzimmerder Mittelschule Siegsdorf. Krammer

Lehrkräfte, Eltern und Kinder der Grund- und Mittelschule Siegsdorf sind gefordert: Wie für alle Schüler in Bayern findet für sie der Unterricht gerade zuhause statt. Doch die Schule, die sich für einen Medienmix aus Post, E-Mail und digitalen Lösungen entschieden hat, macht damit positive Erfahrungen. Auch, weil man offen ist für verschiedene Software-Angebote.

Von Franz Krammer

Siegsdorf – Wie funktioniert eigentlich Schule Zuhause? Die Corona-Krise zwang Michael Stang, Schulleiter der Grund- und Mittelschule Siegsdorf, und seinen Konrektor Franz Wögerbauer, kreativ zu werden. Rektorat, Sekretariat und einige Lehrkräfte, die abwechselnd eine Notbetreuung leiten, sorgen im Schichtbetrieb dafür dass die „Schule zu Hause“ läuft. Das Schulgebäude, in dem normalerweise etwa 570 Schüler und knapp 60 Lehrkräfte für regen Betrieb sorgen, ist derweil fast komplett verwaist.

Post, E-Mail und Software im Einsatz

„Wir können den Lehrkräften und Schülern dank ständig neuer Ideen und Unterstützung von Außen einen vielseitigen ‚Baukasten‘ zur Verfügung stellen“, erklärt Schulleiter Stang im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. „Die Klassenleiter und Fachlehrer können daraus wählen und das für sie am besten geeignete Verfahren anwenden.“

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Bereits nach Bekanntwerden der Schließung des Schulbetriebes wurde den Schülern aufgetragen, Bücher und Arbeitshefte mit nach Hause zu nehmen. Jeder Lehrer suchte sich dann einen Weg, um mit Eltern und Schülern in Kontakt zu kommen und entweder per Post, über E-Mail oder digital die notwendigen Informationen auszutauschen.

Cloud für höhere Klassen

Inzwischen läuft die Kommunikation zwischen Lehrer, Eltern und Schüler hauptsächlich über eine Online-Plattform. Dass das recht gut funktioniert, ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass diesen „Schulmanager“ bereits vor der Krise fast ein halbes Jahr getestet hatte.

Für Elternbriefe, allgemeine Nachrichten oder Krankmeldung von Schülern – nicht ahnend, dass man die Plattform bald auch für Aufgabenstellungen, Wochen- und Tagespläne sowie Lerninhalte nutzen würde. Zuletzt habe die Gemeinde Siegsdorf die Schule darin unterstützt, weitere Funktionen der Software nutzbar zu machen, etwa eine Cloud-Lösung für die höheren Klassen mit eigenem Zugang und Chat-Funktion, erzählt Stang.

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Erst der Mix macht Vielfalt nutzbar

Als weitere Ergänzung nutzen die Schüler von der ersten bis zur achten Klasse die Lernsoftware Anton und die bekannte Schulsoftware mebis. Mehrere verschiedene Systeme, ist das überhaupt hilfreich? Doch, betont der Schulleiter: „Durch die verschiedenen Systeme können die vielfältigen Inhalte, die wir den Schülern anbieten können, erst richtig genutzt werden.“ Jeder Weg der Kommunikation, ob per Post, telefonisch oder digital sei gleich gut, fügt er hinzu. Lehrer hätten aber mehr Möglichkeiten, sich an die Anforderungen ihres Lehrplanes anzupassen, und im Besonderen auch den einzelnen Schülern.

Alles in Allem sind Stang und Wögerbauer sehr zufrieden mit den gefundenen Lösungen. Sie hoffen, dass sich dadurch bei den Schülern der Lernrückstand durch die Corona-Situation in Grenzen hält.

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Auch die Schüler sind zufrieden

Im selbem Tenor äußerten sich auf telefonische Nachfrage auch einige Eltern, deren Kinder die Grund- und Mittelschule Siegsdorf besuchen. Der Vater einer Drittklässlerin zeigte sich über die Kommunikation und den Austausch ebenso zufrieden wie die Eltern eines Mittelschülers aus der siebten Jahrgangsstufe und ein Schüler der zehnten Klasse des M-Zweigs, der sich besonders positiv über die praktikable Struktur durch die Tagespläne und die gute Erreichbarkeit der Lehrkräfte bei wichtigen Fragen äußerte.

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