Schützinger in Öl verewigt

Zur Verabschiedung stießen alle auf den gelungenen Festabend an, wobei Bürgermeister Georg Schützinger sein neugeschaffenes Portrait überreicht bekam. Unser Foto zeigt Alex Kramoll als Staatsanwalt, Christoph Urian als Wachtmeister, Manuela Keil als die Stadlbäuerin, Ortsheimatpfleger Gustl Lex und Bürgermeister Georg Schützinger (von links). Foto peter
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Zur Verabschiedung stießen alle auf den gelungenen Festabend an, wobei Bürgermeister Georg Schützinger sein neugeschaffenes Portrait überreicht bekam. Unser Foto zeigt Alex Kramoll als Staatsanwalt, Christoph Urian als Wachtmeister, Manuela Keil als die Stadlbäuerin, Ortsheimatpfleger Gustl Lex und Bürgermeister Georg Schützinger (von links). Foto peter

Der Theaterverein Grabenstätt beging mit einem Festabend sein 120-jähriges Bestehen. Vorsitzende Manuela Keil erhielt aus der Hand von Ortsheimatpfleger Gustl Lex eine nicht weniger als 280 Seiten umfassende Chronik. Sie bedeutet, wie er es ausdrückte, Vergangenheit, eine Verwurzelung in der Heimat und somit eine Basis für die Zukunft.

Grabenstätt - Den Festabend im Gasthaus "Zur Post" gestalteten die Musikkapelle Grabenstätt unter der Leitung von Alois Wiesholler, der Männerchor Grabenstätt unter der Leitung von Martin Lex, Gustl Lex mit Auszügen aus der Chronik und nicht zuletzt der Jubelverein mit einem Einakter "Der Pfarrergockel" aus dem Königlich Bayerischen Amtsgericht aus der Feder von Georg Lohmeier.

Manuela Keil, die seit 2003 die Geschicke des Vereins leitet, nahm die Begrüßung vor und betonte, dass der Verein eigentlich gut dastehe und auch die Mitglieder eigentlich zufrieden seien. Warum die Einschränküng "eigentlich"? Als Traditionsverein der Gemeinde wünschten sich die Mitglieder auch ein Platzerl am Maibaum zu bekommen. "Ein bisschen geht doch immer", meinte Keil. Und da könnte sie sich vorstellen, dass der Theaterverein beim nächsten Mal auch mit einem Taferl am Maibaum vertreten sein könnte. Immerhin habe Lex mit der Vereinschronik einen Beitrag geleistet, dass die Vereinsgeschichte nun dauerhaft gesichert sei.

Der Festabend stand ganz im Zeichen der Unterhaltung und deshalb beschränkte sich Bürgermeister Georg Schützinger auf ein kurzes Grußwort. Die Spielerinnen und Spieler des Theatervereins bereiteten nicht nur den Besuchern mit den Aufführungen Spaß und Freunde, sondern zeigten deutlich auf, dass sie selbst an ihrem Laienspiel viel Freude und Spaß hätten. Beim Einakter "Der Pfarrergockel" wurde Schützinger zum Prinzregent erhoben. Dazu wurde sein Konterfei in ein historisches Gemälde des damaligen Prinzregent Luitpold eingearbeitet und im Gerichtssaal erhaben platziert.

Lex blätterte in seiner Chronik, die sich nach seinen Angaben häufig auf alte Zeitungsberichte stützen musste. So hieß es am 30. Januar 1890, Dorflehrer Brandstätter habe mit 20 Personen eine Theatergruppe in Grabenstätt gegründet, die das Stück "Der Vaterunser in der Christnacht" im Gasthaus "Post" aufführte. Zeitgleich bildete der damalige Lehrer Hörberger Bläser und Sänger aus. Als offizielles Gründungsdatum des Musik- und Gesangvereins, in dem die Theaterer als Untergruppe eingegliedert wurden, gilt der 1. Dezember 1895. Die Vereinsgründung wurde vom damaligen Dorfpfarrer Schädler angeregt, um die Kultur im Ort zu fördern. Den Statuten war zu entnehmen, dass die Spieler die Aufgabe hatten, streng sittliche Stücke zur Unterhaltung der Bürger aufzuführen.

Bereits 1917 spielte der Theaterverein zugunsten armer Kinder in der Gemeinde und ein Jahr später trat der Burschenverein mit dem Theaterspiel als weitere Laiengruppe ins Geschehen ein. Teilweise agierten die beiden Vereine nebeneinander, manchmal auch gemeinsam. Mit der 1955 neu ins Leben gerufenen Spielvereinigung war es zwei Jahre später wieder vorbei, danach ruhte das Laienspiel, bis ein gewisser Albert Maier nach Grabenstätt zog und das Theaterspiel im Ort wieder belebte. Es kam der Aufstieg und der spielerische Höhepunkt war sicher der "Bayerische Jedermann" mit dem Traunsteiner Salztheater in den Jahren 2007 und 2008. mp

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