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Verein hält Tradition am Leben

Schreckgestalten: Warum die Krampusse in Schleching den Nikolaus noch heute begleiten

Die dunklen Begleiter des Heiligen Nikolauses: Mitglieder des Vereins Geigelstoa Pass in ihren Krampus-Kostümen.
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Die dunklen Begleiter des Heiligen Nikolauses: Mitglieder des Vereins Geigelstoa Pass in ihren Krampus-Kostümen.
  • VonSybilla Wunderlich
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Auf den ersten Blick sind es fürchterliche Gestalten: Die Krampusse des Schlechinger Vereins Geigelstoa Pass sind jedes Jahr aktiv, um die bösen Wintergeister zu vertreiben. Kein leichter Job, der eigentlich mal eine ganz andere Bewandnis hatte.

Schleching – Wenn die Krampusse auslaufen, könnten die Zuschauer schon denken, dass die leibhaftigen Teufel auf sie zukommen. Kalte Schauer treibt es über den Rücken, so schrecklich sehen die Gestalten der Geigelstoa Pass aus. Dazu machen sie mit ihren Glocken und Schellen einen Höllenlärm, fuchteln furchterregend mit ihren Ruten, sodass jeder versucht, sich vor ihnen in Sicherheit zu bringen.

Im Gesicht mit Ruß gezeichnet

Wenn ein Krampei einen Menschen zu fassen kriegt, wird der im Gesicht mit Ruß gezeichnet und bei den vorwitzigen Jungen, die ihren Mut beweisen wollen, zuckt schon mal die Rute an die Beine. Dabei stecken unter den Holzlarven und den maßgeschneiderten Ziegen- und Schaffellgewändern nette junge Männer.

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In Schleching im Achental an der Grenze zu Tirol ist es Brauch, dass der Heilige Nikolaus begleitet wird von den stets furchterregenden Krampussen, die in der Vorweihnachtszeit gemeinsam vom Geigelstein heruntersteigen, um die Menschen zu besuchen. Früher war es eine mit schwarzem Fell überzogene Gestalt, die über dem Kopf eine schwarze Sturmmütze trug, mit roter Zunge und zwei abstehenden Hörnern.

Kuhglocken gehören zur Ausrüstung

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre entwickelten sich die Figuren weiter, heute sind sie größer und kräftiger, die Holzlarven kommen vom Holzschnitzer Alois Kronthaler aus Erl in Tirol, und die Gewänder werden maßgeschneidert in der Gerberei Trenkwalder in Itter. Aber einige Burschen nähen ihr Krampus-Outfit auch selber.

Zur Ausrüstung gehören noch Kuhglocken und Schellen, die mit einem breiten Gurt um die Hüfte getragen werden. Das alles kostet schon mal locker rund 1000 Euro. Und dann schleppen sie ein Gewicht von rund 25 Kilogramm mit sich herum.

Gemeinschaft aus 70 Pesonen

Im Oktober ziehen sie gemeinsam an die Ache, um Weidenstecker zu schneiden. Aus denen entstehen die Ruten, dabei legt die Geigelstoa Pass viel Wert auf eine bestimmte Flechttechnik. Zehn bis 15 einzelne Weidenstecker werden nach einem Fischgratmuster zu wahren Kunstwerken verflochten. Die Ruten sollen den Krampussen den nötigen Respekt verschaffen.

Vorsitzender Hubert Zaiser erzählt, dass sie alle gern die Tradition weiterführen wollen, zusammen mit dem Heiligen Nikolaus und den Engeln aufzutreten. Die Geigelstoa Pass besteht als Verein aus rund 70 Mitgliedern. Viele organisieren die Auftritte im Hintergrund. Es sind meist nur die vergangenen drei Monate im Jahr, bei denen sie intensiv miteinander arbeiten, aber in dieser Zeit genießen sie auch die Gemeinschaft im Verein und wachsen zusammen.

Immer im Doppelpack

Mitmachen können Interessierte ab 14 Jahren als Rutenträger und ab 16 in der Pass. Das Brauchtum in der Adventszeit, den weihnachtlichen Segen mit dem Nikolaus und den Engeln in die Häuser und Wohnungen zu bringen, wollen sie auf jeden Fall weiter beleben. Die Hausbesuche, die Dorfläufe und die Auftritte auf dem Schlechinger Christkindlmarkt sehen sie als ihre Aufgaben an.

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Die Geigelstoa Pass können für Feiern in der Vorweihnachtszeit gebucht werden. Zum Glück treten sie immer im Doppelpack mit dem Heiligen Nikolaus und den Engeln auf. Der Heilige Mann hat die sich wild gebärdenden Gestalten fest im Griff, sie müssen ihm aufs Wort gehorchen.

Böse Wintergeister verjagen

Krampus-Auftritte als Schreckgestalten in Begleitung des Heiligen Nikolaus sind im gesamten Alpenraum verbreitet. Ursprünglich stammt die Gestalt des Krampus aus vorchristlicher Zeit. Die Gruppe aus Nikolaus, Engeln und Krampussen wird als Pass bezeichnet. Früher war es Brauch, dass die artigen Kinder vom Nikolaus beschenkt und die unartigen vom Krampus bestraft wurden. Heute sollen die Krampusse die bösen Wintergeister verjagen und zeigen, dass Gut und Böse oft nah beieinander liegen.

Zu erleben ist heuer die Geigelstoa Pass nochmals bei der Fackelwanderung am Samstag, 14. Dezember - eine Veranstaltung für Jung und Alt, die einige Überraschungen und verspricht. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr auf dem Dorfplatz in Schleching.

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