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Provisorium in Prien: Schön Klinik Roseneck baut Bettenhaus und reißt es wieder ab

Das U-förmige Haus A (unten) ist das älteste Gebäude der Schön Klinik Roseneck. Die beiden Seitenflügel links und rechts werden in den nächsten Jahren in zwei Bauabschnitten innen umgebaut und modernisiert. Archiv Berger
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Das U-förmige Haus A (unten) ist das älteste Gebäude der Schön Klinik Roseneck. Die beiden Seitenflügel links und rechts werden in den nächsten Jahren in zwei Bauabschnitten innen umgebaut und modernisiert. Archiv Berger

Die psychosomatische Klinik Roseneck will für einen zweistelligen Millionenbetrag ihr ältestes Gebäude generalsanieren. Damti auch während der Bauzeit über 400 Betten zur Verfügung stehen, bauen die Eigentümer ein dreigeschossiges Bettenhaus als Übergangsquartier.

Prien – Mit der psychosomatischen Fachklinik Roseneck hat vor über 30 Jahren die Erfolgsgeschichte der Schön Klinik-Gruppe begonnen, die von Prien aus heute 26 Klinik-Standorte mit 10 000 Mitarbeitern betreibt. Über die Jahrzehnte sind die Patientenzahlen kontinuierlich gestiegen und die inhabergeführte Gruppe hat den Roseneck-Komplex, der nur einen Steinwurf vom Chiemseeufer entfernt ist, schrittweise erweitert.

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Zuletzt entstand 2013/14 Haus B an der Nordseite der Seestraße als Neubau. Heute hat die Klinik 413 Betten und 630 Mitarbeiter. Davon arbeiten 470 im Haupthaus in Prien, die übrigen in der Außenstelle Rosenheim und einer angegliederten Tagesklinik in München.

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Jetzt nehmen die Eigentümer wieder einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand, um den ältesten Trakt, Haus A, umzubauen und zu modernisieren. In seiner jüngsten Sitzung gab der Bauasusschuss des Marktgemeinderats einstimmig und ohne Diskussion grünes Licht für die beantragten Maßnahmen im Gebäude aus dem Jahr 1985.

An der Seestraße entsteht in den nächsten Wochen zwischen Haus B der Roseneck-Klink und den König-Ludwig-Stuben dieses dreistöckige, provisorische Bettenhaus in Modulbauweise. re

Damit der Betrieb der durchgehend voll belegten Klinik in vollem Umfang weitergehen kann, entsteht an der Nordseite der Seestraße für zwei Jahre ein dreigeschossiges Bettenhaus in Modulbauweise. Die aufwändigen Erdarbeiten laufen bereits. Wegen des nachgiebigen Seeton-Untergrunds muss ein solides Fundament geschaffen werden, erklärte Klinikleiter Sven Schönfeld im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

U-förmiger Bau wird knapp 43 Meter breit

Im August soll der dreigeschossige Komplex aus Modulen, die Platz für 80 Patienten bieten werden, mit Hilfe eines Autokrans innerhalb weniger Tage zusammengesetzt werden. Der U-förmige Modulbau wird knapp 43 Meter breit und gut 27 Meter lang. Er wird mit einer Blendfassade versehen, die den optischen Eindruck eines Provisoriums verdeckt, damit sich die Übergangslösung in diesen touristisch stark frequentierten Bereich einfügt.

Generalsanierung in zwei Bauabschnitten

Am Klinikareal südlich der Seestraße ist bereits ein ebenfalls dreigeschossiger Modulbau auf einem angemieteten Grundstück aufgestellt worden. Dort sollen neben 20 Patientenzimmern vornehmlich Mitarbeiter während der Bauphase ihre Übergangsbüros beziehen.

Die Generalsanierung von Haus A, in deren Verlauf alle Patientenzimmer neu eingerichtet und mit Nasszellen ausgestattet werden, im gesamten Gebäude unter anderem Elektrik und Heizung vollständig erneuert werden, soll in zwei Bauabschnitten erfolgen, für die nach Angaben des Klinikleiters jeweils sechs bis neun Monate veranschlagt sind.

„Sich auspowern und zurückziehen können“

Der Bauausschuss hat nun seine Zustimmung zu den wesentlichen Elementen des Gesamtkonzepts gegeben, die in einem Antrag auf Nutzungsänderung zusammengefasst waren. Das alte Hallenbad aus der Anfangszeit der Klinik muss weichen. Die Patienten sollen sich in Zukunft „auspowern und zurückziehen können“, umschreibt Schönfeld das künftige Konzept. Zum einen entsteht ein Bereich für Trainingstherapie mit Fitnessgeräten, zum anderen ein Saunabereich. Beide Angebote sollen Patienten auch außerhalb der Therapiezeiten nutzen können.

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Therapeutische Bereiche, die bisher über den Klinikkomplex verteilt sind, werden im Haus A zusammengefasst, um kürzere Wege und noch engere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Breiten Raum nimmt dabei zum Beispiel die Gestaltungstherapie ein. Sich und seine Gefühle in Bildern und anderen Kunstformen auszudrücken ist im psychosozialen Therapiebereich immer wichtiger geworden. „Der Patient lernt, mit seinen Defiziten und Gefühlen umzugehen“, beschreibt der Klinikleiter das Therapieziel. In der Roseneck-Klinik sind allein in diesem Fachbereich zwölf Gestaltungstherapeuten beschäftigt.

Weil die Schön Klinik Roseneck als eines der renommiertesten Häuser ihres Fachbereichs in Deutschland gilt, ist die Klinik mit ihren erfahrenen Spezialisten auch an viele wissenschaftlichen Projekten und Studien beteiligt und entwickelt sich therapeutisch immer noch weiter.

40 Prozent der Patienten noch unter 18 Jahren

Die Zunahme psychischer Erkrankungen, zum Beispiel von Burnout und Essstörungen, schlägt sich auch in den Therapieangeboten und Fachbereichen nieder. „Es gibt kein Störungsbild, das wir nicht behandeln können“, sagt Schönfeld. Besonders signifikant war zuletzt die Verschiebung der Altersgrenze bei Patienten mit Essstörungen. Sie werden immer jünger. Inzwischen sind Schönfeld zufolge 40 Prozent der Patienten zwischen 14 und 18 Jahren, noch Jüngere werden nur in Ausnahmefällen behandelt.

Die Umbauten im Innern des ersten Flügels von Haus A sollen Ende Oktober anlaufen. Unter anderem werden auch die Küche und Speiseräume vollständig erneuert. Im Herbst 2021 soll Haus A mit 190 Betten voraussichtlich wieder vollständig zur Verfügung stehen. Passanten werden am Ende nichts von den Veränderungen wahrnehmen. Die Fassade bleibe unverändert, bis auf neue Fenster.

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